Gludovatz: "Ich habe keine negativen Erinnerungen"

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Drei Jahre nach seinem Abgang als Ried-Trainer kehrt Paul Gludovatz am Samstag (18.30 Uhr) auf die große Bühne der Bundesliga zurück.

Der 69-Jährige soll das Tabellenschlusslicht wieder auf Kurs bringen. Erster Gegner ist ausgerechnet Sturm Graz - jener Club, für den Gludovatz die Rieder 2012 verlassen hatte, um für einige Monate als sportlicher Geschäftsführer anzuheuern.

Die "Wikinger" sind als einziges Bundesliga-Team in dieser Saison noch sieglos. "Es ist jetzt aber nicht so, dass ein Heiler kommt und alles ist anders. Das kann es nicht geben", betonte Gludovatz.

"Sind frohen Mutes, aber..."

Fünf Trainingseinheiten standen ihm bis zur Feuertaufe lediglich zur Verfügung. "Es gab eine Annäherung - sowohl menschlich, als auch im taktischen Bereich. Da haben wir Orientierungshilfen gegeben."

Bis die Mannschaft seine klaren Vorstellungen voll umsetzen kann, werde es aber noch einige Zeit dauern. "Wir sind frohen Mutes, aber das eine oder andere Training werden wir noch brauchen", erklärte Gludovatz.

Von groben Umstellungen bei Personal und Taktik sieht er daher vorerst ab. Gludovatz: "Wir sind noch nicht so weit. Die Instabilität liegt weiter zurück."

In fünf Ligaspielen unter Vorgänger Helgi Kolvidsson haben die Rieder nur einen einzigen Punkt geholt.

Mit dem mit 51 Bundesliga-Siegen in dieser Hinsicht erfolgreichsten Trainer der Clubgeschichte soll es wieder aufwärts gehen. "Man spürt die Aufbruchsstimmung in der ganzen Stadt", meinte Torhüter und Kapitän Thomas Gebauer.

Sturm, ein Meisterkandidat

Gludovatz selbst glaubt, das Kribbeln erst am Spieltag zu spüren. "Momentan habe ich dafür noch keine Zeit." Punkte seien das Ziel. Sturm ist saisonübergreifend aber acht Ligaspiele ungeschlagen, gegen die Rieder setzte es in den jüngsten 18 Duellen nur eine Niederlage.

Gludovatz sieht in den Grazern einen von drei möglichen Meisterkandidaten. "Die Qualität von Sturm trägt auch die Handschrift von Franco Foda."

Frühere Differenzen mit dem zu Sturm zurückgekehrten Meistermacher von 2011 sind für Gludovatz kein Thema mehr.

Der Burgenländer war im Frühjahr 2012 nach fast vier Jahren als Ried-Trainer nach Graz übersiedelt. Als eine seiner ersten Amtshandlungen als Sturm-Sportchef beurlaubte er Foda noch einige Wochen vor dessen Vertragsende.

"Ich habe keine negativen Erinnerungen, ich kann das absolut schnell abschließen. Ich glaube, dafür bin ich bekannt. Ich bin auch den Spielern gegenüber direkt, einfach, deutlich. Wenn das nicht klappt, dann klappt es nicht", so Gludovatz.

Foda emotionslos vor Duell mit Gludovatz

"Es gibt für mich keinerlei Emotionen. Das Spiel ist wichtig", betonte auch Foda vor dem Wiedersehen. Der Deutsche warnte vor Ried.

"Die Mannschaft ist besser als ihr Tabellenplatz", meinte der Sturm-Trainer. "Sie haben gute und schnelle Spieler." Allerdings stehen mit Clemens Walch oder Thomas Murg einige davon nicht zur Verfügung.

Sturm hat seine beiden bisherigen Saison-Auswärtsspiele in der Liga beide zu Null gewonnen. Das bisher einzige Gegentor in vier Pflichtspielen in der Fremde gab es im Europacup in Kasan (1:1).

"Entscheidendes Spiel für unsere Zukunft"

"Auswärts sind wir noch ungeschlagen und so soll es auch am Samstag bleiben", sagte Foda. "Wir wollen unser Spiel durchdrücken und sind auf alle Eventualitäten vorbereitet. Es ist ein entscheidendes Spiel für unsere Zukunft."

Mit dem dritten Saisonsieg würden die Grazer nach dem 2:2 im direkten Duell zumindest in Schlagdistanz mit Tabellenführer Rapid bleiben, obwohl sie noch kein Heimspiel gewonnen haben.

"Auswärts können wir aus einer kompakteren Defensive agieren", begründete Foda, warum es auf fremdem Platz derzeit so viel besser läuft. Auch in Ried hat Sturm in der Vorsaison beide Partien gewonnen.

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