Rekordbrecher und Freistoßgötter

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Der LAOLA1-Stammtisch zur 12. Runde

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Alles anders nach der Länderspiel-Pause!

Rapid ist nicht mehr Erster, der WAC ist nicht mehr Letzter. Nach Adam Riese gibt es folglich einen neuen Leader und einen neuen Letzten!

Es gibt also einiges zu besprechen im LAOLA1-Stammtisch.

In dieser Saison fragen wir uns: Welche Lehren hatte die jeweilige Runde zu bieten? Manche ernsthafter, manche wie gewohnt mit Augenzwinkern.

Garniert und aufgelockert wird dieser Erkenntnisgewinn natürlich wie gehabt durch einige bewährte Rubriken.

Nehmt Platz und macht es euch gemütlich!

  • SALZBURG KANN AUCH ANDERS: Als es beim Meister 2014 nach dem CL-Aus nicht lief, man drei Mal in Folge verlor, rückte Trainer Adi Hütter vom kompromisslosen Pressing ab und ließ sein Team abwartender auftreten. Es folgte die Rückkehr auf die Siegerstraße mit einem 2:1 bei Rapid. Beim 8:0 gegen die Admira war es unter Peter Zeidler 2015 in der ersten Hälfte ähnlich. Man ließ die Gäste kommen, schlug dann zu. Mit dem 2:0 im Rücken trauten sich die "Bullen" nach der Pause auch wieder wie früher zu pressen und kamen zu weiteren sechs Treffern, die wie in den besten Schmidt-Zeiten wunderschön herausgespielt wurden. Das sorgt für jenes Selbstvertrauen, das es für den eigentlichen Spielstil benötigt. Dieser Sieg kann im Titelkampf - nicht nur wegen der Höhe - noch ganz viel wert sein.

  • ACHT GEGENTORE SIND HALB SO SCHLIMM - GEGEN SALZBURG: Hätte man früher als Bundesligist 0:8 verloren, man wäre in der Luft zerissen worden. Vor allem als Tabellenvierter. Gegen jeden Gegner außer Salzburg wäre das auch heute noch so. Aber bei Spielen gegen den Meister ist der Maßstab eben ein anderer. Wiener Neustadt hat 2013 ein 1:8 gegen die "Bullen" kassiert, Grödig 2014 auch 0:8 verloren und nun eben die Admira. "Es tut natürlich brutal weh, aber wir haken diesen gewaltigen Ausrutscher schnell ab. Es wird keine Auswirkungen haben", sagte Kapitän Christoph Schößwendter. Klingt ziemlich ähnlich wie die Aussagen der vorher angesprochenen Teams nach den jeweiligen Pleiten. In Salzburg kann das schon mal passieren. Die haben mehr Qualität, weil auch mehr Geld, und, und, und... Das mag alles sein, aber sind acht Gegentore nicht dennoch blamabel für ein Team einer höchsten Spielklasse? Zumindest räumte Stephan Zwierschitz nach dem Spiel ein: "Wir haben uns in der zweiten Hälfte selbst aufgegeben." Dafür wurde man am Ende abgewatscht.

  • DIE AUSTRIA-FANS SIND EUPHORIE-BEFREIT: Wenn man die vergangenen beiden Saisonen als Vergleich heranzieht, läuft es bei der Wiener Austria richtig gut. Ganz vorne mit dabei, zuletzt drei Siege in Folge - man würde meinen, das macht den Fans Spaß. Weit gefehlt! Denn erstens sind die Zuschauerzahlen am Verteilerkreis sehr überschaubar, nämlich im niedrigen 6000er-Bereich. Und zweitens gefällt denen, die kommen, offenbar nicht, was sie sehen. Mit einem 2:0-Vorsprung gegen Grödig im Rücken wurden die Veilchen einfach ausgepfiffen. Das verstehen weder Spieler, noch Trainer. Thorsten Fink sagte nach dem Spiel: "Das ist neu für mich, ist eine neue Erfahrung. Aber ich weiß nicht, wer da lernen muss: Ich, oder der eine oder andere, der da pfeift." Liebe sieht anders aus.

  • MICHAEL MADL IST EIN FREISTOSSGOTT: Wir kennen Michael Madl als einen der besseren Innenverteidiger in dieser Liga und sympathischen Mitjubler beim Nationalteam. Aber so einen Freistoß wie gegen Altach haben wir von ihm noch nicht gesehen. Dass er diese Qualitäten beim ruhenden Ball hat, ist uns zwar nicht ganz neu, aber dieser Freistoß aus mehr als 20 Metern war einfach allererste Sahne, Iron Mike! Wir reden gar nicht mehr lange herum, schaut euch das Video hier unten einfach an!

  • JONATAN SORIANO WIRD EINEN REKORD BRECHEN: Wieder einmal. Einmal geht es noch um das Spiel des Wochenendes. Jonatan Soriano erzielte seine Tore 98 und 99 in der Bundesliga. Und das im 112. Spiel! Man braucht kein Prophet zu sein, um zu wissen, dass der Spanier in den nächsten 14 Spielen sein 100. Tor erzielen wird. Warum in den nächsten 14? Weil Toni Polster 126 Spiele für 100 Tore brauchte. Das ist der bisherige Rekord. "El Capitan Catalan" wird diesen brechen und als erst dritter Bundesliga-Legionär überhaupt 100 Tore im österreichischen Oberhaus erzielen. Wie die anderen heißen? Sehr gerne: Zlatko Kranjcar (108) und Radoslav Gilewicz (100). Soriano müsste schon im Winter wechseln, um nicht auch noch diesen Bestwert für sich zu beanspruchen.

  • RIED VERMISST EINEN KNIPSER: Das neue (alte) Tabellenschlusslicht heißt SV Ried - und das nach einer 0:1-Heimniederlage gegen Mattersburg. Es war ein schwaches Spiel beider Teams, aber die Rieder hatten vor der Pause auch ihre Chancen. Da machte sich aber einmal mehr bemerkbar: Der gute, alte Knipser fehlt. Manuel Gavilan ist bemüht, aber eben kein Vollstrecker. Er hat noch kein Tor in der Bundesliga erzielt. Daniel Sikorski hat zumindest schon zwei Mal getroffen, bewirkte aber als Joker auch nichts mehr. Ried-Fans sehnen sich nach einem Torjäger wie es Denis Thomalla vergangene Saison einer war. Dann wäre die Partie gegen keineswegs gute Mattersburger wohl vor der Pause entschieden gewesen.

  • DIE EUROPHORIE SCHWAPPT NICHT GERADE ÜBER: Es war die viertschlechteste Zuschauer-Bilanz in dieser Saison - und das, obwohl Salzburg, Austria und Sturm Heimspiele bestritten. Also drei der Top vier am Werk waren. Nun kam man daraus wohl zweierlei Schlüsse ziehen. Erstens: Es ist schon zu kalt. Oder: Die vom Nationalteam ausgelöste Europhorie schwappt nicht gerade auf die heimische Bundesliga über. Vor einer Woche war das Happel-Haus gegen Liechtenstein in einem eigentlich unbedeutenden Spiel um 18 Uhr mit 48.500 Zuschauern ausverkauft. Am Samstag und Sonntag kamen zu keinem Spiel mehr als 8.000 Zuschauer. Schade.

BILD DES SPIELTAGS

AUTSCH!

Runde Top Flop Gesamt Schnitt
1. 15.100 (Rapid-Ried) <span style=\'color: #0000ff;\'>1.079 (Grödig-Altach) 36.826 7.365
2. 17.357 (Salzburg-Rapid) 2.940 (Admira-Mattersburg) 40.244 8.049
3. 13.300 (Rapid-WAC) 1.667 (Grödig-Austria) 27.490 5.498
4. 12.500 (Austria-Rapid) 1.212 (Grödig-Admira) 28.896 5.779
5. 14.876 (Sturm-Rapid) 2.402 (Admira-Ried) 35.089 7.018
6. 16.800 (Rapid-Grödig) 4.217 (Altach-Admira) 39.661 7.932
7. 14.300 (Rapid-Mattersburg) 1.454 (Grödig-Ried) 35.608 7.122
8. 8.347 (Salzburg-Grödig) 2.233 (Admira-WAC) 32.790 6.558
9. 15.500 (Rapid-Admira) 1.142 (Grödig-Mattersburg) 32.857 6.571
10. 6.410 (Austria-WAC) 3.345 (Admira-Sturm) 23.764 4.753
11. <span style=\'color: #ff0000;\'>23.200 (Rapid-Salzburg) 1.721 (Grödig-Sturm) 36.623 7.325
12. 7.715 (Salzburg-Admira) 3.079 (Ried-Mattersburg) 28.921 5.784
GESAMT: 398.769 6.646

  • IN LIGA ZWEI WIRD ES SPANNEND: Ein Blick in die Erste Liga lohnt sich immer - und da wird es immer spannender. Zwar führt Wacker die Tabelle noch mit fünf Punkten Vorsprung an, doch St. Pölten rückt näher und näher. Die Niederösterreicher gewannen das Gastspiel beim Tabellenführer aus Tirol 3:1 und haben nur noch sechs Punkte Rückstand. Nach dem Patzer gegen Lustenau ist man wieder auf der Siegerstrasse und kann am Montag gegen Kapfenberg gleich nachlegen. In Klagenfurt holte der erste Verfolger ein LASK-Minute-Remis bei der Austria. Wacker verlor Sebastian Siller mit Rot und nun Torjäger Thomas Pichlmann mit Verletzung. Da kann es bis Ende der Herbstsaison im November noch ganz eng werden an der Spitze.

  • SAKKO FUNKTIONIERT NUR UNTER KÜHBAUER: Nach sechs Spielen für den WAC hat Issiaka Ouedraogo genau so viele Treffer am Konto wie in 32 Partien für die Admira in der gesamten letzten Saison. Kaum trainiert der Stürmer unter Didi Kühbauer, funktioniert das Toreschießen wieder. Nach dem 2:1 gegen Rapid verriet der 44-Jährige sein Erfolgsgeheimnis im Umgang mit dem Angreifer: „Sakko braucht die Unterstützung, auch wenn er einmal ein paar Chancen vergibt.“ Ein Seitenhieb gegenüber Ouedraogos Ex-Coach und Kübhauers Intimfeind Oliver Lederer durfte dabei nicht fehlen: „Dieses Vertrauen hat er bei anderen Trainern vielleicht nicht bekommen.“ Frohnatur Ouedraogo freut es. „Mein Tor war schon ein bisschen schön“, meinte der 27-Jährige etwas verlegen.

  • MANCHMAL IST DAS GRÜN BRAUN: „Von den zehn österreichischen Bundesliga-Klubs würden sechs aufgrund der Infrastruktur in der 2. Deutschen Liga nicht mal eine Lizenz bekommen“, sprach Ralf Rangnick und wurde am Sonntag prompt bestätigt. Der tiefe Rasen in Wolfsberg gab der altbekannten Kritik wieder einmal Nährstoff. Vor allem die großen braunen Flächen in den beiden Torräumen zeugen nicht gerade von Professionalität. Ein Problem, das überraschend früh in der Saison auftaucht. Normalerweise werden diese Diskussionen erst nach dem Tauwetter im Frühjahr geführt. Nicht umsonst meinte Zoran Barisic schon im April: „Auswärts gibt’s halt selten einen Teppich, auf dem es möglich ist, gut Fußball zu spielen.“ Diesmal war der Rapid-Trainer gut beraten, auf diese Ausrede zu verzichten. Denn auch auf perfektem Grün hätte sein Team mit der gezeigten Leistung nicht gewonnen.

DIE HEATMAPS UND TAKTIKTAFELN

Euch sind die zahlreichen Features in unserem LIVE-Ticker sicher schon aufgefallen.

Vor allem die LIVE-Statistiken können richtig viel.

  • Ein Klick auf das Feuer im linken Menü bringt euch zur Heatmap.
  • Ein Klick auf das Auge im linken Menü zur Taktiktafel.
  • NEU: Mit einem Klick auf die Rubrik "Spielerstatistik" könnt ihr in Echtzeit mitverfolgen, wie viele Ballkontakte, Zweikämpfe oder Torschüsse ein Spieler in der jeweiligen Partie schon hatte.

Wenn man sich diese Features genauer ansieht, gewinnt man jede Menge spannende Erkenntnisse.

Die Übersicht aller Heatmaps, Taktiktafeln und Spieler-Stats gibt es natürlich weiterhin.

Zudem bieten wir euch alle übrigen Zahlen und Fakten zur Runde an.

DER BLICK INS ARCHIV

Es war der 17. März 2007, als der damalige Rapid-Trainer Peter Pacult sich entschieden hat, den jungen Andreas Lukse erstmals auf eine Bundesliga-Bank zu setzen. Seither ist richtig viel Zeit vergangen. Lukse war beim DSV Leoben, Sturm Graz, der Vienna, FC Lustenau und dem Kapfenberger SV engagiert, ehe er im Sommer 2014 in Altach anheuerte. Doch auch dort sollte es einige Monate dauern, ehe der Wiener zur Nummer eins aufstieg. Mittlerweile ist der ehemalige ÖFB-Nachwuchsteam-Goalie 27 Jahre alt. Am Samstag bestritt er in Graz trotzdem erst sein 35. Bundesliga-Spiel.

BILDERRÄTSEL

Auch in dieser Saison bemühen wir wieder unser Fotoarchiv. Ihr sagt uns, wen wir gefunden haben. Ein fairer Deal, wie wir meinen. Challenge accepted?

Die Auflösung aus der 11. Runde: "addlestiffi" hat die richtige Antwort gewusst - Respekt, das war wirklich alles andere als einfach. Es waren Jürgen Rauchbauer, Roman Kienast, Jürgen Säumel, Martin Lassnig, Markus Berger, Robert Almer, Thomas Lechner, Rene Schicker, Jürgen Salmutter, Thomas Prager und Pascal Velek am Bild zu sehen.

FRAGE:

Diesmal wird es wieder einfacher. Weil wir ja alle im Nationalteam-Fieber sind, gibt es diesmal ein Bild mit ÖFB-Bezug. Wer sind diese drei Herren?

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