Tag der violetten Abschiede

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Das Vorspiel des am Mittwoch anstehenden ÖFB-Cup-Finales zwischen der Austria und Salzburg endete mit einem versöhnlichen 1:1.

„Es war eine ziemlich umkämpfte Partie, was sicher damit zu tun hat, dass wir am Mittwoch noch einmal gegeneinander spielen. Man hat gemerkt, dass sich beide Teams auf das Cup-Finale einstimmen wollten“, meint Christian Ramsebner.

Rückschlüsse auf das wesentlich wichtigere Spiel in Klagenfurt wollte aus dem Remis aber niemand ziehen.

„Wir können Salzburg fordern“

„Es werden personell andere Spieler auf dem Platz stehen. Andi Ogris hat noch was im Talon, aber auch wir haben noch Waffen“, sagt Adi Hütter.

Nichstdestoweniger hat die in den vergangenen Wochen arg gebeutelte Austria Selbstvertrauen für jene Partie, die ihre verkorkste Saison doch noch retten kann, getankt. Manuel Ortlechner: „Jeder hat gesehen, dass etwas möglich ist. Wir können die Salzburger fordern.“

Schon vor dem Duell der beiden Teams verabschiedete die Austria sechs Spieler, die in der kommenden Saison nicht mehr für die FAK-Profis spielen werden. Interessant: Eigentlich stehen schon sieben Abgänge fest, Sascha Horvath war aber nicht in Wien-Favoriten zugegen. Was er künftig macht, ist noch offen.

Holland: „Man sieht sich immer zweimal“

Im Stadion, aber nicht im Einsatz, war James Holland. Der Australier wurde wegen eines Schlags auf sein Knie geschont, könnte im Cup-Finale aber zum Einsatz kommen.

Es wäre seine letzte Partie für die Veilchen. Vorerst? „Ich sage nicht Goodbye, sondern bis zum nächsten Mal – man sieht sich im Leben immer zweimal, auch im Fußball“, sagt der Mittelfeldmann.

Er habe hier eine tolle Zeit gehabt, versichert der 26-Jährige. Wo er in der kommenden Saison spielen wird? „Ich weiß es noch nicht, ehrlich nicht“, versichert er. Ob er Präferenzen habe? „Barcelona“, lacht Holland.

Mader: „Demut und Dankbarkeit“

Ebenfalls einen neuen Klub sucht Florian Mader. „Es war schon sehr emotional. Ich hatte hier eine sehr schöne Zeit, auf die ich mit Demut und Dankbarkeit zurückblicken werde“, sagt der Tiroler über die Verabschiedung.

Auch seine Zukunft ist noch nicht letztlich geklärt. „Das steht noch in den Sternen. Ich habe zwei, drei Möglichkeiten, aber es ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Mal sehen, wo die Reise hingeht.“ Dem Vernehmen nach ist der SKN St. Pölten ein ganz heißer Kandidat, auch Wacker Innsbruck soll eine Möglichkeit sein.

Ramsebner: „Etwas aus dem Ausland vorliegen“

Eher ins Ausland zieht es Christian Ramsebner. „Ich habe zwei, drei Sachen, die aber noch nicht soweit sind, dass ich sie unterschreiben kann. Aus Österreich liegt mir nichts vor, aber aus dem Ausland – unter anderem aus einer zweiten Liga. Ich denke, in den kommenden zwei Wochen wird es etwas zu vermelden geben“, erklärt der Innenverteidiger.

Auch er werde gerne an seine (zweite) Zeit bei der Austria zurückblicken: „Es waren zwei sehr schöne Jahre mit sehr hohen Höhen und sehr tiefen Tiefen.“

Ortlechner bei den Amateuren?

Viel Applaus von den Fans erntete Manuel Ortlechner. Der 35-Jährige wird seine Karriere allerdings fortsetzen: „Ich werde weiter spielen. Ich habe noch viel Spaß und körperlich geht es sicher noch ein, zwei Jahre.“

Nachsatz: „Das Ziel ist, nicht mehr gegen die Austria zu spielen. Dort, wo ich künftig spiele, besteht die Gefahr auch nicht.“ Das mag auf den ersten Blick auf ein Abenteuer im Ausland hindeuten. Sehr wahrscheinlich ist aber, dass der Innenverteidiger ab der kommenden Saison die violetten Amateure in der Regionalliga Ost als Routinier verstärkt.

Royer weiß es, Lindner nicht

Noch nicht geklärt ist die Zukunft von Heinz Lindner. Der Goalie sucht nach wie vor nach einer neuen Aufgabe.

Gut möglich, dass er auch im Cup-Finale noch einmal im Tor der Wiener stehen wird. „Er hat heute gepunktet, aber wir werden erst am Mittwoch entscheiden, wer im Tor stehen wird“, will sich Ogris noch nicht festlegen.

Wo Daniel Royer 2015/16 spielen wird, ist hingegen schon fix. Der Steirer hat beim dänischen Meister FC Midtjylland einen Vierjahres-Vertrag unterschrieben. Aber auch er hält sich zurück: „Ich werde erst nach dem Cup-Finale über meinen neuen Klub sprechen.“

Harald Prantl/Andreas Gstaltmeyr

Austria Salzburg
Ballbesitz 48,5% 51,5%
Zweikämpfe 54,5% 45,5%
Eckbälle 4 7
Torschüsse 12 17
Torschüsse außerhalb Strafraum 2 6
Torschüsse innerhalb Strafraum 10 11
Kopfballchancen 2 5
Abseits 4 6
Fouls 16 13
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