Grödig besinnt sich auf alte Stärken

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Der Trainerstuhl von Grödigs Michael Baur ist zuletzt gehörig ins Wackeln gekommen.

Mit dem 2:0-Heimsieg im Nachtrag gegen den WAC am Mittwoch, den ersten Punkten im Jahr 2015, verschafften die Kicker des Tabellenachten dem Tiroler aber wieder etwas Luft.

Der Sieg war auch im Abstiegskampf enorm wichtig, wurde doch der Vorsprung auf Fußball-Bundesliga-Schlusslicht Admira auf fünf Punkte ausgebaut.

Haas streitet Trainerdiskussion ab

"Die letzten Wochen waren nicht einfach, jetzt hat man wieder das wahre Gesicht von Grödig gesehen", jubelte Grödigs Manager Christian Haas. Der 37-Jährige hatte trotz der jüngsten Niederlagenserie am Trainer festgehalten.

"Die Trainerdiskussion kam vor allem von außen, aber das war die richtige Antwort", sagte Haas. Baur habe, was das WAC-Spiel betrifft, die richtigen Entscheidungen getroffen.

Die nur 1.026 Zuschauer im DAS.GOLDBERG-Stadion sahen zum ersten Mal im Frühjahr sowie nach insgesamt sechs Niederlagen hintereinander wieder einmal eine zufriedenstellende Leistung ihrer Mannschaft.

Mangelhafte Chancenverwertung

Die Salzburger waren über 90 Minuten spielbestimmend, die Partie blieb nur wegen Grödigs fehlender Effizienz offen. "Wir haben verdient gewonnen. Man sieht aber natürlich, dass, wenn man hinten drin steht, auch noch das 1:1 hätte fallen können", sagte Baur.

Maximilian Karner (56.) brachte die Grödiger per Kopf nach einem Nutz-Freistoß auf die Siegerstraße. Der Abwehrspieler entwickelt sich damit zu einem WAC-Spezialisten, er hatte auch seinen davor einzigen Saisontreffer per Kopf gegen die Kärntner erzielt.

Der Treffer aus einem ruhenden Ball freute Baur besonders: "Ich bin stolz, dass wir ein Tor aus einem Standard geschossen haben gegen eine Mannschaft, die normalerweise selbst eine der besten in diesem Bereich ist."

Für den Schlusspunkt sorgte Sunday Emmanuel (93.) nach einem Konter.

Alte Tugenden

"Uns ist ein Riesenstein vom Herzen gefallen. Es ist wichtig für die Mannschaft, dass wir uns da zusammen herausgespielt haben", sagte Karner. Mit der Leistung habe man auch ein Zeichen für einen Verbleib des Trainers gesetzt. "Wir haben gezeigt, dass wir auch mit diesem Trainer super spielen können", freute sich Karner.

Ein Aktivposten im Grödiger Spiel war der im Sommer zu Rapid wechselnde Philipp Huspek. Der nannte einen Hauptgrund für den Erfolg. "Wir haben wieder unser Pressing gezeigt, das Spiel gegen den Ball war wieder wie beim alten Grödig." Zeit zum Feiern blieb für die Grödiger aber nicht wirklich, geht es doch schon am Samstag mit dem Heimspiel gegen den Dritten Altach weiter.

"Man darf das Ergebnis nicht überbewerten, aber das Team hat gezeigt, dass es lebt und dass es will", blickte Baur optimistisch nach vorne. "Wir haben gezeigt, dass wir auf keinen Fall, da unten reingehören. Ich hoffe, dass wir jetzt wieder ein bisschen nach oben schauen können", ergänzte Huspek.

"Verdiente Niederlage"

Die Wolfsberger enttäuschten einmal mehr auswärts, es blieb bei einem Punktgewinn in den jüngsten sieben Partien in der Fremde. Vor allem in der Offensive fehlte ohne den erkrankten Tadej Trdina die Durchschlagskraft.

"Spieltechnisch sprechen wir von einer verdienten Niederlage, wir haben 90 Minuten nicht stattgefunden. Ich bin sehr enttäuscht", analysierte WAC-Trainer Dietmar Kühbauer. Dem konnte Mittelfeldspieler Boris Hüttenbrenner nur zustimmen: "Es war eine katastrophale Leistung."

Der WAC ließ mit der schon vierten Niederlage im sechsten Frühjahrsspiel die Chance aus, sich in der Tabelle auf den vierten und damit letzten fixen Europacup-Qualifikations-Platz zu verbessern. Zwei Punkte fehlen nach 25 Spielen auf Sturm Graz.

Dass sich der Rückstand am Samstag verringert, ist eher nicht zu erwarten, wartet doch das Heimspiel gegen Leader Salzburg auf den WAC.

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