Admira plant Verstärkungen

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Admira hält Ausschau nach Verstärkungen

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Die Admira befindet sich in der Fußball-Bundesliga im freien Fall.

Nach dem 0:5-Debakel am Samstag in Grödig warten die Südstädter schon seit zehn Runden auf einen vollen Erfolg.

In der Tabelle liegen die Niederösterreicher nur noch aufgrund der besseren Tordifferenz vor den aufstrebenden Wiener Neustädtern, die mit dem 2:0 gegen Altach wieder Boden gutmachten.

Vieles nur Kopfsache

Trainer Walter Knaller ortet bei seiner Mannschaft ein mentales Problem. "Das ist eine Kopfsache, die Spieler sind verunsichert. Wir haben in den letzten Wochen viel probiert, aber nichts fruchtet", gab der Kärntner zu.

Im Angriffsspiel werde zu umständlich agiert, lautet Knallers Vorwurf.

"Und wenn dann in der Defensive unnötige Fehler dazukommen, gewinnt man natürlich nichts."

Nicht vom Glück verfolgt

Zu allem Überfluss kassierte die Admira zuletzt immer wieder kuriose Gegentreffer wie auch das 0:1 in Grödig.

"So ein Tor bekommt man nur, wenn man in einer Situation wie wir ist", sagte Knaller. Durch den frühen Rückstand wurde in Grödig der Matchplan schnell über den Haufen geworfen.

"Trotzdem war die Partie in den ersten 20 Minuten ausgewogen. Die Grödiger haben mit ihrer dritten Aktion das 2:0 gemacht und dann waren sie sehr überlegen. Sie haben einen Zuckertag erwischt, die Bälle sind immer vor ihren Füßen gelandet", erklärte Knaller.

Fehlender Rhythmus

Nur auf mangelndes Spielglück wollte der 57-Jährige die Misserfolgsserie aber nicht zurückführen.

"Unsere bisherige Saison ist verkorkst. Wir haben nie wirklich in den Rhythmus gefunden, es hat immer wieder Wellentäler gegeben."

Nun gelte es, die letzte Partie des Kalenderjahres am Samstag daheim gegen den WAC so gut wie möglich über die Runden zu bringen. "Es würde uns sehr guttun, als Neunter zu überwintern, vielleicht noch mit einem kleinen Polster", sagte Knaller.

Neue Gesichter gesucht

In der Winter-Vorbereitungszeit soll dann die Basis für die Trendwende gelegt werden - durch konsequentes Training, aber möglicherweise auch durch den einen oder anderen Neuzugang.

Gesucht werden in der Südstadt vor allem schnelle Flügelspieler, von der Klubführung gab es prinzipiell Grünes Licht für Verstärkungen.

Die Philosophie der Admira, weiterhin auf Eigenbauspieler zu setzen, bleibe aber unverändert, betonte Knaller.

"Als Ausbildungsverein haben wir unseren Weg zum Großteil vorgegeben, nur sollten wir das Ganze nicht überstrapazieren. Wir sollten nicht zu sicher sein, dass es mit den vorhandenen Spielern zum Klassenerhalt reicht. Eine Kaderwartung ist schon notwendig", sagte der Coach und ergänzte: "Das ist keine Abkehr von unseren Grundsätzen, sondern nur das Ergebnis der Evaluierung unserer Situation."

Eine Grundsatzfrage

Aktivitäten auf dem Transfermarkt sind für die Admira jedoch aufgrund der chronisch angespannten wirtschaftlichen Lage schwierig.

"Die Mittel sind bei uns nicht so gegeben wie bei anderen Vereinen. Die Wiener Neustädter zum Beispiel bauen sich eine Kampfmannschaft zusammen, stecken alle ihre Ressourcen ins Profi-Team. Wir haben einen Ausbildungsverein mit einer Akademie und einer Infrastruktur zu finanzieren. Auf der anderen Seite ist das aber auch unser Rückgrat", erklärte Knaller.

"Schuld liegt nicht beim Trainer-Team"

Trotz der jüngsten Rückschläge haben der Coach und sein Betreuerteam den Vorteil, relativ ruhig weiterarbeiten zu können - ein Trainerwechsel steht bei der Klubführung wohl nicht auf der Agenda.

"Ich schätze schon, dass von den Verantwortlichen Fragen gestellt werden, ob vom Trainerteam alles, was möglich ist, gemacht wird", vermutete Knaller.

"Doch wenn das Gesamtkonzept gesehen wird, gehe ich nicht davon aus, dass die Schuld beim Trainerteam gesehen wird, sondern dass man gemeinsam daran arbeitet, aus dieser Situation wieder herauszukommen."

Trotz der relativ gefestigten Position gebe es keinen Grund zum Zurücklehnen. "Natürlich haben wir Trainer einen Druck. Den machen wir uns auch selbst", betonte Knaller.

Wiener Neustadt hat aufgeholt

Die Wiener Neustädter feierten seit der Trennung von Heimo Pfeifenberger zwei Siege aus drei Partien. Am Samstag gelang ein verdienter 2:0-Heimerfolg über den Aufsteiger SCR Altach.

Im Auswärtsspiel am kommenden Samstag gegen Ried könnte man die Rote Laterne abgeben und die Innviertler gleichzeitig wieder in den Abstiegskampf ziehen. "Aber wir dürfen nicht auf andere schauen, sondern müssen uns auf uns konzentrieren", meinte Neo-Coach Helgi Kolvidsson.

Seine Truppe liegt nach Punkten gleichauf mit der Admira, auf die Rieder fehlen nach deren 1:3 bei Sturm Graz nur noch fünf Zähler. Die Steirer hingegen verbesserten sich durch den vierten Sieg im fünften Spiel zumindest vorläufig an die dritte Stelle. "Wir sind zurecht auf dieser Position, die Tabelle lügt nicht", betonte Trainer Franco Foda.

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