Wiener Neustart

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Die große Maierhofer-Show beim Wiener Neustart

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„Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.“

Und vor allem Stefan Maierhofer. Der 32-Jährige unterschrieb unter der Woche beim Bundesliga-Schlusslicht SC Wiener Neustadt und führte sie natürlich beim Debüt zum ersten Sieg seit August.

Warum natürlich? Weil es so eine typische Stefan-Maierhofer-Story ist. Der 2,02m-Stürmer wurde für den Schritt belächelt, er selbst nahm sein enormes Selbstbewusstsein mit und sorgte für positive Energie.

So wie es sich Sportmanager Günter Kreissl gewünscht hat. „Es war das optimale Signal von der Verpflichtung von Stefan bis hin zum Erfolg heute“, sagte der Interimstrainer im „Sky“-Interview.

Maierhofer riss mit

Schon beim Verkünden der Aufstellung wurde die neue Nummer 39 am lautesten beklatscht, auch wenn mit 1.800 Zuschauern einmal mehr keine Massen ins Neustädter Oval strömten.

Es waren immerhin 800 mehr als beim letzten Heimspiel gegen Grödig, das allerdings an einem Mittwoch um 18:30 Uhr nachgetragen werden musste. Wie Ex-Trainer Heimo Pfeifenberger wurden auch dem Neuzugang positiv formulierte Plakate gewidmet, er sollte sich wenig später revanchieren.

Motiviert kam der Bundesliga-Rückkehrer, der mit Rapid und Salzburg jeweils Meister wurde und 2012 mit den „Bullen“ in Wiener Neustadt den Titel mit zwei Toren beim 5:1 fixierte, auf das Feld.

Nach kurzer Aufwärmphase spielte Maierhofer seine ersten Pässe, holte eine Ecke heraus, sorgte für den ersten Schuss aufs Tor, regte die gegnerische Abwehr wie etwa Kapitän Michael Sollbauer mit einer Wrestling-Einlage auf.

Kurzum: Der Angreifer war wieder „all in“ und riss seine Kollegen mit.

„Er war heute ein wichtiger Spieler, er hat mitgerissen, aber es waren auch zehn da, die sich mitreißen haben lassen und fantastisch funktioniert haben“, lobte Kreissl nach dem Spiel.

„Wichtiges und spektakuläres Tor“

Schließlich folgte kurz nach der Pause der „Major“-Moment, als Dennis Mimm eine Hereingabe von Ab Dal Rahman Osman Ali vor das Tor lenkte und Maierhofer mit der Ferse (!) vollendete.

„Der Ball ist perfekt gekommen und ich muss einfach nur da sein. Ich habe ein, zwei Chancen vorgefunden, es war ein wichtiges und auch spektakuläres Tor“, war Maierhofer glücklich.

In Minute 62 war sein Arbeitstag beendet. Sogar seinen Ersatzspieler riss Maierhofer mit. Denn Daniel Maderner holte nicht nur den Elfer vor dem 2:0 durch Conor O’Brien heraus, sondern „legte“ auch die Ausschlüsse von Sollbauer und Stefan Schwendinger auf.

Maierhofer hatte wirklich alles richtig gemacht. So fiel sein persönliches Fazit sehr positiv aus.

„Überragend. Ich kann dem ganzen Verein, der Mannschaft, dem Betreuerstab nur ein Riesen-Kompliment machen. Seit ich hier bin, hat es nur positives Feedback gegeben, und es macht mir einfach nur Spaß, wieder am Platz zu stehen, mit der Mannschaft zu trainieren und am Wochenende einen Erfolg zu feiern. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.“

„Riesen-Kompliment an alle“

Eine dicke Kopfball-Chance ließ der frühere Köln- und Wolverhampton-Legionär aus.

„Mich hat es geärgert, dass ich die zweite Chance nicht gemacht habe. Aber die Mannschaft hat weiter nach vorne gespielt, den Elfmeter erzwungen und das 2:0 dann richtig gut heimgespielt. Wir haben dem Gegner wenige Chancen ermöglicht, Volli hat keinen Ball halten müssen. So wie wir trainiert haben, so wie wir vom Trainer eingestellt wurden, so wie jeder den Spirit mitnehmen wollte, Riesen-Kompliment an jeden einzelnen Spieler. Es macht Riesen-Spaß seit ich da bin.“

Erfolgreiche Zuspiele und Fehlpässe

Natürlich auch dem Mann, der den großen Coup gezielt landete.

„Stefan war fantastisch, die Laufbereitschaft, den Spirit, den er reingebracht hat, er hatte viele gute Aktionen. Es war noch besser, als ich es mir erwartet habe. Man darf nicht vergessen, wie lange er nicht gespielt hat“, freute sich Kreissl, der mit Helgi Kolvidsson einen Kandidaten als Nachfolger von Trainer Heimo Pfeifenberger („Ohne seine Vorarbeit wäre der Sieg nicht möglich gewesen“) nannte.

Der Isländer saß schließlich auch im Stadion auf der Pressetribüne. Vielleicht sitzt er auch schon nächste Woche in Wien auf der Trainer-Bank der Wiener Neustädter.

Und jetzt zu Ex- und Krisen-Klub Rapid

Denn schon im zweiten von möglicherweise nur vier Spielen für Wiener Neustadt trifft Maierhofer auf seinen Ex-Klub Rapid. „Heute dürfen wir uns noch freuen, auch vielleicht morgen noch. Dann geht der Fokus schon Richtung Rapid. Das ist für jeden schön, wenn du gegen den Rekordmeister im Happel-Stadion wahrscheinlich vor 15.000, 18.000, 20.000 Zuschauer, vor einer geilen Kulisse spielen kannst. Deswegen trainierst du die ganze Woche“, sagte ein Teil des früheren „MaierHoffer“-Duos.

Rapid hätte in Grödig wohl einen Maierhofer gebraucht, nachdem Stefan Schwab im Anschluss zur 1:3-Niederlage meinte: „Wir haben den Kampf nicht angenommen.“ Der Rückkehrer (nach Verletzung) sprach zurecht von Versagen, Rapid präsentierte sich überaus schwach.

Stefan Maierhofer
<span data-bind=\'text: name\'>Torschüsse 3
<span data-bind=\'text: name\'>Tore 1
<span data-bind=\'text: name\'>Ballkontakte 34
<span data-bind=\'text: name\'>Pässe 23
<span data-bind=\'text: name\'>Fehlpässe 6
<span data-bind=\'text: name\'>Angekommene Pässe in % 73.91
<span data-bind=\'text: name\'>Fehlpässe in % 26.09<span data-bind=\'text: name\'>
Torschuss-Vorlagen 0
<span data-bind=\'text: name\'>Abseits 2
<span data-bind=\'text: name\'>Flanken 1
Gewonnene Zweikämpfe
5
Verlorene Zweikämpfe
11
Fouls
5

Während Trainer Zoran Barisic einmal mehr die „vielen jungen Spieler“ ansprach, ist für die Hütteldorfer ein Sieg nächste Woche Pflicht.

Nach drei Niederlagen en suite ist man nur noch Fünfter, also Mittelmaß. Für die Ansprüche des Rekordmeisters ist das viel zu wenig.

Das will Kreissl ausnützen.

„Es ist auch eine spezielle Konstellation, dass wir mit Stefan nächste Woche zu Rapid fahren. Unsere Truppe freut sich schon sehr drauf. Ob das bei Rapid auch der Fall ist, kann ich nicht beurteilen.“

Mit Maierhofer war es ein Wiener Neustart in Wiener Neustadt und plötzlich hat man nur noch drei Punkte Rückstand auf die Admira, die bei der Austria schlussendlich 0:4 unterging.

Wr. Neustadt WAC
Ballbesitz 44,4% 55,6%
Zweikämpfe 47,5% 52,5%
Eckbälle 2 2
Torschüsse 7 5
Torschüsse außerhalb Strafraum 2 3
Torschüsse innerhalb Strafraum 5 2
Kopfballchancen 1 1
Abseits 3 2
Fouls 28 17
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