Wertvoll und dankbar

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Der wertvolle Omer Damari

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„Mir taugen große Spiele“, grinste Omer Damari.

Mit seinem Doppelpack vor der Pause war der Israeli hauptverantwortlich für den 3:2-Derbysieg der Wiener Austria gegen den SK Rapid.

„Mir hat es schon in Israel sehr gut gefallen, Derbys zu spielen. Auch dort habe ich in diesen Spielen viele Tore gemacht“, sagte der Stürmer.

"Andere Stürmer kommen nicht auf die Idee"

Seine Derby-Bilanz in Wien kann sich bisher ebenfalls sehen lassen. Zwei Mal lief er gegen den Erzrivalen auf, drei Mal versenkte er den Ball in Jan Novotas Tor.

Sein Treffer zum 1:0 im 311. Duell der Stadtrivalen aus eigentlich unmöglich spitzem Winkel rang FAK-Coach Gerald Baumgartner Lob ab: „Der eine oder andere Stürmer würde da gar nicht aufs Tor schießen, kommt erst gar nicht auf die Idee.“

Für Damari selbst war es nur logisch, in diesem Moment abzuziehen: „Ich habe keinen Mitspieler im Strafraum gesehen, also habe ich einfach geschossen.“

Nahezu perfekte Erstverarbeitung

„Und sein zweites Tor war wunderschön“, ergänzte Baumgartner, der seinen Goalgetter an diesem Sonntag-Nachmittag als „extrem gut“ empfand.

Tatsächlich strich der zweite Treffer eine der größten Qualitäten des 25-Jährigen hervor – seine Erstverarbeitung der Bälle ist nahezu perfekt. Auch nicht ideale Zuspiele bringt der 13-fache Internationale (8 Länderspiel-Tore) sofort unter Kontrolle – ob in vollem Lauf, in Bedrängnis oder mit dem Rücken zum Tor.

Darüber, dass der Angreifer, der als Zweiter der Torschützenliste im Sommer von Hapoel Tel Aviv an den Verteilerkreis geholt wurde, der beste Neuzugang der Violetten ist, gibt es keine zweite Meinung.

Die Gründe für die Flaute

Wenngleich Damari zuletzt mit einer Flaute zu kämpfen hatte. Seit dem 3:2-Sieg in Salzburg, am 21. September, konnte er keinen Treffer mehr verbuchen. Doch im Derby endete die 386 Spielminuten andauernde Torsperre.

„Er ist sehr müde von der Länderspielpause zurückgekommen, weil er lange Reisen hatte. Dann war er ein bisschen kränklich unterwegs. Da haben ihm in letzter Konsequenz die paar Prozent, die du brauchst, um topfit zu sein, gefehlt. Jetzt haben wir ihn wieder frisch machen können“, kennt Baumgartner die Begründung.

Starke Zahlen

Angesichts dieser zwischenzeitlichen Probleme liest sich die Statistik des Israeli noch beeindruckender. Alle 140 Spielminuten gelingt ihm in der Bundesliga ein Treffer. Mit sieben Toren steht er auf dem fünften Rang der Schützenliste. Hinzu kommen zwei Assists.

Die Effizienz Damaris ist unbestreitbar. Lediglich 23 Torschüsse hat er in der Meisterschaft abgegeben – also benötigt er nur 3,3 Versuche für einen Treffer.

Im Duell mit dem SCR lag seine Trefferquote gar bei 100 Pozent - zwei Schüsse, zwei Tore.

Trifft Damari, punktet die Austria

Baumgartner fasst zusammen: „Er ist ein extrem wichtiger Spieler für uns. Das hat er in diesem Derby wieder gezeigt.“

Damaris Pässe (gelb=Torschussvorlage) und Tore im Derby

In der Tat hat die Austria in allen fünf Partien, in denen der 25-Jährige getroffen hat, zumindest einen Punkt geholt.

Royers Traumtor

Ob Damaris zweiter Treffer im Derby aber tatsächlich das schönste Tor des Nachmittags war, darüber lässt sich trefflich streiten. Denn auch Daniel Royer darf darauf Anspruch erheben.

Der Steirer, der während der vergangenen Woche krankheitsbedingt nicht voll mittrainieren konnte, blieb zunächst anstelle Alexander Gorgons auf der Bank.

In der 77. Minute wurde er für Marco Meilinger eingewechselt und versenkte die Kugel nur 51 Sekunden später mit seinem zweiten Ballkontakt genau im Kreuzeck.

„So ein Tor schießt man nicht alle Tage. Ich habe einfach durchgezogen. Zum Glück hat der Ball so genau gepasst“, strahlte Royer nach seinem Traumtor, das sich aufgrund Rapids Aufholjagd in den Schlussminuten noch als immens wichtig herausstellen sollte.

Der Jubel mit de Paula

Nach seinem Treffer ließ der Blondschopf seine jubelnden Mitspieler einfach stehen und sprintete schnurstracks zum neben der Ersatzbank sitzenden David de Paula.

„Ich habe mich damals im Heimspiel gegen Ried an der Hüfte verletzt und er hat, als er mich in Salzburg vertreten hat, ein Tor gemacht. Beim Jubel hat er sich auf die Hüfte geschlagen. Das habe ich ihm jetzt zurückgezahlt – ich habe für und mit ihm gejubelt“, klärte er auf.

"Auf diesem Level weitermachen"

Dass die Veilchen künftig wieder regelmäßig Grund zum Jubeln haben wollen, machte Damari noch einmal klar: „Wir hatten zuletzt viele Ups und Downs, jetzt müssen wir auf dem Level des Derbys weitermachen.“

Sollte das nicht zuletzt Damari gelingen, ist davon auszugehen, dass es für die Favoritner wieder aufwärts geht.

Harald Prantl/Alexander Karper/Martin Wechtl

Omer Damaris Saison-Statistiken
Spiele 11
Minuten 979
Tore 7 (1 Elfer)
Assists 2
Schüsse aufs Tor 15
Schüsse daneben 8
Schussgenauigkeit 65,2%
Torschussvorlagen 15
Abseits 12
Passquote 79,3%
Zweikampfquote 42,4% (67/91)
Fouls 8
Gefoul 20
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