"Einstand kann man sich nicht besser vorstellen"

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Genau so stellt man sich das erste Spiel bei einer neuen Mannschaft vor.

Zwölf Minuten nach der Einwechslung einen Treffer erzielen, weitere drei Minuten später den Doppelpack schnüren.

So machte es Christopher Wernitznig beim Auswärtssieg des WAC gegen die Admira. Der Neuzugang besorgte das vorentscheidende 3:1 und den 4:1-Endstand.

„Einen Einstand kann man sich nicht besser vorstellen. Ich hoffe, dass es so weitergeht“, freute sich der 24-Jährige gegenüber LAOLA1 mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Kühbauers „Goldhändchen“

Dass der Ex-Innsbrucker beim Stand von 1:1 eingewechselt wurde, darf als Risiko bezeichnet werden. Immerhin wäre für die Kärntner zum Saisonauftakt in der Südstadt ein Unentschieden kein schlechtes Ergebnis gewesen.

Doch Trainer Didi Kühbauer wollte mehr: „Ich habe zur Pause gesagt, dass wir hergekommen sind, um zu gewinnen. Das Gefühl wollte ich der Mannschaft mit dem Austausch vermitteln.“

„Dass der „Wuschi“ (Wernitznig/Anm.) doppelt trifft, ist umso schöner für ihn, und für uns alle. Ich konnte aber nicht prognostizieren, dass er zwei Tore macht. Es wäre vermessen, das zu behaupten“, wollte der Übungsleiter nach dem Spiel von Lorbeeren für sein „goldenes Händchen“ nichts wissen.

Doch Wernitznig war nicht der einzige Neuzugang, der für die Wolfsberger traf. Der von Grödig gekommene Tadej Trdina erzielte per Kopf das vorentscheidende 2:1. Der Slowene war neben Stephan Palla und Manuel Weber einer von drei Neuerwerbungen in der Aufstellung des WAC.

Zudem überraschte Kühbauer mit Tormann Alexander Kofler in der Startelf. Der Kärntner erhielt den Vorzug gegenüber Stammgoalie Christian Dobnik und lieferte eine starke Partie ab.

„Ich soll mich nicht anscheißen“

Der Schlussmann selbst habe erst kurzfristig von der Entscheidung zu seinen Gunsten erfahren: „Der Trainer hat es mir heute beim Essen gesagt. Er ist zu mir hergekommen und hat gemeint, ich soll mich nicht anscheißen.“

Das tat er nicht. Beim Stand von 2:1 hielt der 27-Jährige die Führung mit einem tollen Reflex gegen Christoph Knasmüllner fest. „Im Großen und Ganzen war es ganz ok. In der ersten halben Stunde war es eine Standortbestimmung, dann bin ich langsam reingekommen“, gab sich der 1,94-Meter-Mann bescheiden.

Kühbauer war mit der Leistung seines Schützlings ebenfalls sehr zufrieden, sprach aber auch dem ins zweite Glied gerückten Dobnik Mut zu: „Wir haben kein Torhüterproblem, Dobnik ist auch ein sehr guter Tormann. Ich habe mich erst vor zwei bis drei Tagen entschieden. Kofler hat gezeigt, dass er ein sehr guter Torhüter ist und somit seine Aufstellung gerechtfertigt.“

Admira trauert Punkt nach

Während Kofler und die anderen Wolfsberg-Spieler mit den mitgereisten Fans jubelten, zeigte sich Admira-Kapitän Richard Windbichler geknickt. „Das war unnötig, wir haben uns viel mehr erhofft. Der Beginn war nicht so schlecht, wir hatten das Spiel im Griff.“

Auschlaggebend sei die schlechte Chancenverwertung gewesen: „Leider haben wir sehr unglückliche Tore kassiert. Dann hat der WAC die Konter gut ausgespielt und wir haben uns aufgegeben. Der Knackpunkt war, dass wir beim Stand von 1:2 zwei Hunderprozentige nicht genutzt haben, dann haben sie einen Konter gespielt und es war entschieden.“

Neben dem eingewechselten Knasmüllner vergab auch Joker Issiaka Ouedraogo beim Stand von 1:2 aus Admira-Sicht eine gute Möglichkeit, indem er alleine vor dem Tor stehend drüber schoss.

Kaum verwunderlich, dass dem Ausgleich der Admira ebenfalls eine hundertprozentige Möglichkeit vorherging. Rene Schicker scheiterte alleine vor Kofler, nach der daraus resultierenden Ecke und dem Foul von Trdina an Windbichler stellte der Stürmer per Elfmeter dennoch auf 1:1.

„Psychologisch ungünstig“

Jener Ausgleich sei aus Sicht des WAC-Trainers ungünstig gefallen. „Das Tor ist psychologisch gesehen zu einem schlechten Zeitpunkt gefallen. Die Jungs haben dann aber bewiesen, dass sie an sich glauben und das Spiel als Sieger verlassen wollen.“

Aus seiner Sicht wäre sogar ein höheres Ergebnis aus das 4:1 möglich gewesen. „Es waren sogar noch Situationen, wo wir noch mehr Tore machen hätten können. Man muss die Kirche aber im Dorf lassen, weil es hier in der Südstadt nicht einfach ist, zu gewinnen“, wollte der Burgenländer am Boden bleiben.

Sein Gegenüber Walter Knaller sah das naturgemäß etwas anders: „Nach der Pause hatte ich das Gefühl, die Partie gewinnen zu können. Nach dem 1:2 hatten wir gute Möglichkeiten, diese aber nicht genützt.“

„Haben uns selbst verstümmelt“

Der Admira-Coach gab aber zu, dass der Sieg des WAC verdient sei. „Ich würde sagen: ‚Schuster, bleib bei deinen Leisten.‘ Wir waren zu offensiv ausgerichtet und defensiv haben wir uns selbst verstümmelt. Vorne hatten wir nicht die Durchschlagskraft, die der WAC an den Tag gelegt hat.“

Dennoch sieht der ehemalige Angreifer die sechste Bundesliga-Auftaktniederlage der Niederösterreicher als nicht allzu tragisch an. „Wir können nicht weniger als null Punkte aus einem Spiel mitnehmen, deshalb werden wir das Match schnell abhaken, daraus lernen, und es nächste Woche besser machen.“

In der nächsten Runde muss die Admira zu Aufsteiger Altach. Vielleicht beweist Knaller dann bei seinen Einwechslungen ein ebenso gutes Händchen wie sein Vorgänger in der Südstadt.

Matthias Nemetz

Admira WAC
Ballbesitz 59,6% 40,4%
Zweikämpfe 53,5% 46,5%
Eckbälle 7 2
Torschüsse 14 11
Torschüsse außerhalb Strafraum 6 2
Torschüsse innerhalb Strafraum 8 9
Kopfballchancen 0 3
Abseits 2 2
Fouls 18 17
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