"Eine gute Leistung wird nicht immer belohnt“

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"Wer die Tore nicht macht, bekommt sie." Eine alte Weisheit, die sich wieder einmal bewahrheiten sollte.

Meister Austria führte gegen die SV Ried bereits 2:0 und 3:1, hatte zahlreiche Topchancen auf weitere Treffer und musste sich am Schluss dennoch mit einem 3:3 begnügen.

Dementsprechend frustriert waren die Violetten mach Spielende. „Ich habe keine Erklärung für so viel Pech. Meine Mannschaft hat großen Einsatz und Leidenschaft gezeigt. Es ist ein ganz bitterer Punkteverlust“, war Nenad Bjelica die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben.

Beste Saisonleistung

Dabei lieferten die Veilchen ihre bisher beste Saisonleistung ab. Nach einem schwachen Beginn nützten sie ihre erste Möglichkeit durch Marko Stankovic (22.), kurz vor der Pause war es erneut der Steirer, der mit einem schönen Dropkick auf 2:0 (45.) stellte.

Nach Seitenwechsel dominierte die Austria die Partie, kombinierte flüssig und schnürte die Gäste in deren Hälfte ein. Vieles erinnerte an die Meistersaison – doch die mangelnde Chancenverwertung sollte sich als Sargnagel entpuppen.

Denn Ried präsentierte sich an diesem Tag als Meister der Effizienz, erzielte aus drei Schüssen außerhalb des Sechzehners drei Tore.

„Vielleicht kommt das Glück zurück“

„Wenn uns der Gegner dominiert und aus der Dominanz heraus die Tore schießt, dann wäre es schlecht. Aber das war nicht der Fall. Respekt vor meinen Rieder Kollegen, aber ich glaube, Michael Angerschmid versteht noch immer nicht, warum er heute einen Punkt geholt hat“, gestand Bjelica, der zwar geknickt war, aber seinem Team keinen Vorwurf machte.

„Es war sicher unsere beste Leistung seitdem ich hier bin. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, bei dieser Hitze so viele Chancen herauszuspielen. Ried hatte keine Chance und macht drei Tore. Warum uns das Pech so verfolgt, weiß ich nicht, aber vielleicht kommt das Glück zurück“, so der Kroate.

Für Doppeltorschützen Stankovic war der Grund für die verlorenen zwei Punkte schnell gefunden. „Das Entscheidende war, dass wir das vierte Tor nicht gemacht haben. So ist es. Dennoch haben wir ein gutes Spiel abgeliefert. Wenn der erste Frust verflogen ist, können wir viel Positives aus dieser Partie mitnehmen.“

Bjelica sieht „große Fortschritte“

Und der 27-Jährige versuchte auch, positive Aspekte aus dem Match zu gewinnen: „Wir haben ein sehr gutes Spiel geboten, es ist halt sehr viel gegen uns gelaufen. Es ist auch klar, dass nach so einem 3:3 nicht wirklich Freude aufkommen kann, aber wenn wir so weitermachen und konzentrierter vor dem Tor sind, wird es wieder so werden, wie letzte Saison.“

Trotz des ernüchternden Ergebnisses sah Bjelica jedenfalls „große Fortschritte. Und das ist im Endeffekt wichtig. Eine gute Leistung wird eben nicht immer belohnt. Leider waren wir teilweise etwas lässig und unkonzentriert. Es wird immer wieder solche Spiele geben, wo man als besseres Team nicht belohnt wird. Dafür werden auch Partien kommen, wo man schlecht ist und dennoch gewinnt.“

Volle Konzentration auf CL

Nun gilt es regenerieren und die Ereignisse schnell abhaken, denn am kommenden Mittwoch steigt bereits das enorm wichtige CL-Quali-Rückspiel bei FH Hafnarfjördur.

Der violette Feldherr glaubt nicht, dass seine Jungs nach der Ried-Partie in ein Loch fallen werden.

„Wir wissen, dass wir in der Lage sind, in Island zu gewinnen. Meine Mannschaft ist ehrgeizig genug, um diesen Dämpfer wegzustecken.“

Vielleicht kehrt das Glück schon gegen Islands Meister zu den Veilchen zurück. „Im Fußball gibt es immer einen Grund, warum etwas passiert. Manchmal sind die Dinge halt unerklärlich – so wie jetzt gegen Ried, aber bereits am Mittwoch kann es schon wieder ganz anders aussehen“, so Bjelica abschließend.

 

Martin Wechtl

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