Lösungsansätze gesucht

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Lösungsansätze für Salzburgs Pressing gesucht

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„Die Gegner sollen sich etwas einfallen lassen, aber es ist enorm schwierig. Das ist aber nicht unser Problem.“

Christian Schwegler strotzt angesprochen auf das praktizierte Extrem-Pressing stellvertretend für RB Salzburg nur so vor Selbstvertrauen.

Ajax Amsterdam war mit dieser Spielweise überfordert, auch in der Liga hatten bisher nur wenige eine Lösung parat.

Am ehesten noch Rapid, das als einzige Mannschaft gegen Salzburg ungeschlagen ist. Doch in den bisherigen Duellen war Salzburgs Rezept noch nicht so ausgereift wie aktuell.

Extrem-Pressing erfordert Gegenmaßnahmen

Somit wurden bei den Hütteldorfern die Köpfe zusammengesteckt, die bisherigen Auftritte des souveränen Tabellenführers analysiert und versucht, ein Konzept dagegen zu erstellen.

„Wir wissen, wie sie spielen und müssen Gegenmaßnahmen treffen“, kündigt Trainer Zoran Barisic vor dem Spitzenspiel in Wals-Siezenheim an.

Ohne auf genaue Details einzugehen, ist man sich im grün-weißen Lager aber sicher, dass man die Reise nach Salzburg gut vorbereitet antritt.

„Wir haben uns speziell darauf eingestellt und Lösungen gefunden, wie man das umspielen kann. Man wird sehen, ob wir damit Nadelstiche setzen können“, ist Sportdirektor Andreas Müller gespannt.

Salzburgs B-Garnitur als härtester Gegner?

Ein derartig hohes Pressing mit drei bis vier Spielern, die bereits am gegnerischen Strafraum attackieren, ist derzeit kaum wo zu finden.

Salzburg hingegen nützt dieses Alleinstellungsmerkmal in Österreich und ist von der neuen „Wunderwaffe“ überzeugt, wie Christoph Leitgeb unter der Woche in der „Kleine Zeitung“ posaunte:

„Im Moment ist es für jede Mannschaft schwer, wie man gegen Ajax gesehen hat. Und in Österreich ist unsere B-Garnitur derzeit wohl der härteste Gegner.“

Starker Tobak für die Konkurrenz, die sich von den Sticheleien und der Aussage „wir brauchen keinen Plan B“ nicht anstecken lässt.

Mehrere Varianten gegen Salzburgs „Wunderwaffe“

Zumindest Barisic lässt die Mozartstädter in diesem Glauben. „Salzburg hat keine Schwächen. Sie sagen ja selbst, sie werden nur von der B-Elf gefordert.“

Der 43-jährige Wiener sieht darin keine Extra-Motivation für seine Schützlinge und konzentriert sich lieber darauf, das Erfolgsrezept der „Bullen“ außer Kraft zu setzen.

„Es gibt mehrere Varianten, sich schnell aus dem Pressing und Gegen-Pressing zu lösen. Wir müssen uns auf den zweiten Ball konzentrieren“, gibt er die Marschroute vor.

Die Viererkette weiß, was auf sie zukommt und dass der kleinste Fehler im Aufbauspiel bereits fatale Folgen haben könnte.

Mit Mut und Risiko

Trotzdem ist Innenverteidiger Christopher Dibon, der von den Salzburgern leihweise bei Rapid geparkt wurde, überzeugt, dass es wie zuletzt ein knappes Spiel wird.

„Ich habe selber erlebt, wie es ist, wenn Rapid nach Salzburg gekommen ist. Das war immer ein schwieriges Spiel.“

Um sich dem hohen Pressing nicht zu beugen, sei Mut gefordert. „Wichtig ist, dass wir auch Risiko um den Strafraum nehmen. Wir dürfen nicht Bälle spielen, auf die sie warten. Wenn sie diese bekommen, geht es sonst ziemlich schnell nach vorne.“

Für Rapid ist Salzburg jener Gradmesser, den man in der aktuellen Situation benötigt, um zu sehen, wie groß der Abstand zum Spitzenreiter tatsächlich ist.

Birgt Salzburgs System gewisse Gefahr?

Ob Roger Schmidts „ungewöhnliche Taktik“ auch gegen die Hütteldorfer aufgeht, bleibt abzuwarten. Der Salzburg-Trainer baut jedoch weiter auf den Fakt, dass dieses System nur wenige spielen und aufgrund dessen keine Lösungs-Vorkenntnisse vorhanden sind.

Thanos Petsos sieht in Salzburgs Vorgehensweise jedoch auch eine nicht unwesentliche Brise an Risiko.

„Es ist immer eine kleine Gefahr, wenn man so hoch attackiert, dass einmal einer durchrutscht. Sie hatten in jedem Spiel auch ein, zwei Hundertprozentige gegen sich. Ich denke schon, dass wir die eine oder andere Chance kriegen werden.“

Zeigt Salzburg dem Gegner erneut die Grenzen auf? Fruchten Rapids Lösungsansätze oder handelt es sich nur um einen Bluff?

Fragen über Fragen, die erst nach 90 schweißtreibenden Minuten beantwortet werden können.


Alexander Karper

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