Safety first! Rapids Welle der Sicherheit

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Elf Spiele hat Rapid in der noch jungen Saison auf dem Buckel. Sieben davon in der Meisterschaft, vier in der Europa-League-Quali.

Bisher war eine klare Linie zu erkennen: Wenn sich die Hütteldorfer den Sieg sichern, steht die Null.

Das war in dieser Spielzeit bereits sieben Mal der Fall. Auch beim 3:0-Heimerfolg gegen den SV Mattersburg ließ man nichts anbrennen.

Die Devise des Teams von Peter Schöttel: Safety first! Und offensiv läuft es derzeit sowieso von alleine.

Das Wissen um die eigene Sicherheit

„Es ist wichtig für den Kopf, zu wissen, dass hinten nichts anbrennt und wir gut stehen. Offensiv versuchen wir nach Lust und Laune zu treffen“, erklärte Terrence Boyd im Gespräch mit LAOLA1, warum sich das Team derzeit so sicher fühlt.

Gegen die Burgenländer hätte die Partie aber in ganz andere Bahnen gelenkt werden können.

Denn die Strapazen der Aufstiegsschlacht gegen PAOK Saloniki steckten den Spielern anfangs noch sichtlich in den Knochen.

Thorsten Röcher, Martin Rodler und Manuel Seidl erwischten die Hausherren beinahe am falschen Fuß, ließen aber in den ersten fünf Minuten drei absolute Top-Chancen aus.

Fünf Minuten, die alles verändern hätten können

„Wir haben es uns in den ersten Minuten sehr schwer gemacht. Wir waren nicht so konzentriert. Sie haben uns ein bisschen überrascht, aber es ist gut ausgegangen“, war Lukas Königshofer gleich zu Beginn gefordert.

„Wir hatten in den ersten fünf Minuten drei Mal Riesenglück“, wusste auch Trainer Schöttel.

Auf Seiten Mattersburgs trauerte man natürlich diesen vergebenen Möglichkeiten nach. Denn in weiterer Folge konnten die Gäste den Rapid-Schlussmann nur noch selten vor Probleme stellen.

„Wir haben sehr gut angefangen, aber haben auch rasch nachgelassen. Nach dem ersten Tor haben wir uns ganz verloren. Mit dem Druck sind wir nicht klargekommen“, stellte Kapitän Adnan Mravac klar.

„Dann steigern wir uns immer mehr rein“

Vor allem der ausgelassene Sitzer von Rodler aus kürzester Distanz war für SVM-Coach Franz Lederer ein gutes Beispiel, warum es im Hanappi-Stadion nicht sein sollte.

„Er geht mit dem Fuß hin, dabei wäre es für ihn mit dem Kopf eine Pflichtübung gewesen. Das war symptomatisch für unsere Fehlentscheidungen an diesem Abend.“

Mit dem Glück auf seiner Seite baute Rapid danach von Minute zu Minute wieder jene Sicherheit auf, die Schöttels System schon seit Wochen prägt.

Oder wie es Doppel-Torschütze Boyd ausdrückt: „Je mehr erfolgreiche Aktionen wir haben, desto sicherer werden wir. Dann steigern wir uns immer mehr rein.“

Hinten die Null, vorne die Torlaune

Mit seinem frühen Führungstor nach zwölf Minuten und Trimmels 2:0 kurz nach der Pause (49.) war Rapid bereits auf der sicheren Seite. Boyds Treffer zum Endstand war nur mehr Draufgabe (66.)

„Wir sind von Minute zu Minute noch selbstbewusster geworden und haben ein sehr kontrolliertes und gutes Spiel abgeliefert“, resümierte Schöttel zufrieden.

Und das obwohl im Gegensatz zu Donnerstag erneut drei Umstellungen vorgenommen wurden – Stefan Kulovits für Markus Heikkinen, Louis Schaub für Deni Alar und Lukas Grozurek für Guido Burgstaller.

Schlussendlich war es nach Erfolgen gegen Wacker (h), Neustadt (a), Novi Sad (h), Salzburg (a), Sturm (h) und Saloniki (h) der nächste Zu-Null-Sieg – zudem das dritte 3:0, abgesehen von einem 4:0.

„Wie eine Welle, die sich immer mehr verstärkt“

„Die Null steht. Das ist wichtig für die Mannschaft und gibt auch der Abwehr Selbstvertrauen. Umso leichter kann man Spiele gewinnen“, meinte Markus Katzer.

Die Abstimmung zwischen der Viererkette unter der Regie von Gerson und Mario Sonnleitner und Keeper Lukas Königshofer stimmt, wie Letzterer bestätigt:

„Wir geben uns selber die Sicherheit und bringen uns selber dorthin. Das ist wie eine Welle, die sich immer mehr verstärkt.“

Sicherheit geht vor, so auch bei den Hütteldorfern. Bevor Rapid aber auf die nächste Welle aufspringt, winkt die Länderspielpause. Während Burgstaller beim ÖFB-Team sowie Grozurek und Alar bei der U21 weilen und Boyd das US-Team verstärkt, begibt sich auch Schöttel auf Reisen.

Der Rapid-Trainer beobachtet am Montag in Oslo beim Spiel Stabaek IF gegen Rosenborg Trondheim schon einmal den kommenden Gruppengegner in der Europa League – sicherheitshalber.


Alexander Karper

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