"Bin ja nicht irgendein Rotzbua"

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Hitzig: Trainer geraten nach Remis aneinander

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Als wäre es auf dem Platz nicht schon ordentlich zur Sache gegangen.

Aber nach dem spektakulären 4:4-Unentschieden zwischen Admira und Salzburg gingen die Emotionen im Kabinengang erst so richtig hoch.

Didi Kühbauer und Roger Schmidt gerieten heftig aneinander. So heftig, dass die Spieler dazwischen und der LAOLA1-Reporter in Deckung gehen musste.

Polizei-Einsatz in der Kabine

Zu heftig für Schiedsrichter Alexander Harkam.

„Geh bitte, meine Herren, das ist doch nicht notwendig, das muss doch nicht sein“, war der Unparteiische mit der After-Match-Rudelbildung hörbar überfordert.

Weil er selbst nicht mehr Herr der Lage wurde, rief er die Polizei herbei.

Später gab Harkam nach LAOLA1-Informationen beim Einsatzleiter zu Protokoll, dass es weder Sachbeschädigungen noch Körperverletzungen gegeben hätte und dass er auch keinen Bericht schreiben wird.

Jede Menge Ärger

Dabei hätte es einiges für eine Niederschrift gegeben, gab es doch noch weitere "Krisenherde".

Ein Red-Bull-Mitarbeiter filmte die Auseinandersetzung zwischen den beiden Trainern mit seinem iPhone und zog sich so den Ärger der Admira-Spieler zu, die ihn gar nicht freundlich aufforderten, das Video zu löschen.

Und dann brannten auch noch Salzburg-Kapitän David Mendes da Silva die Sicherungen durch.

Wutentbrannt stürmte der Niederländer ohne Vorwarnung aus der Kabine und attackierte zwei vorbeigehende Admira-Spieler.

Stefan Maierhofer hatte von alldem nichts mitbekommen.

Der „Lange“ war noch bei den Fans, um sich für Tor und Assist feiern zu lassen, scherzte danach mit Patrik Jezek und ging dem Tschechen zum Spaß an die Gurgel.

Wie im Kindergarten

Weniger lustig fand Didi Kühbauer, der beim verbalen Infight mit Schmidt seine Tochter an der Hand hatte, die Situation.

Der 41-Jährige verbarrikadierte sich im ersten Stock des Klubhauses und ging erst zum TV-Interview, als sein Gegenüber das Stadion verlassen hatte.

Schmidt hatte sich davor trotz mehrfacher Nachfrage wortkarg zum Grund der Auseinandersetzung gegeben.

„Ich möchte dazu nichts sagen, aber Sie können ja meinen Kollegen fragen, was los war.“

"Bin kein Rotzbua"

Gesagt, getan. Also Herr Kühbauer, was war da los? „Wenn ich mit dem Schiri spreche, braucht er sich nicht einmischen und mir erklären, dass ich mit Harkam verhabert bin und er selbst fordert ständig Gelb und Fouls“, ärgerte sich Kühbauer.

Einmal in Fahrt, legte er nach: „Er braucht nicht glauben, dass er einen Bonus hat oder über den Dingen steht, weil vielleicht Red Bull hinter ihm steht."

"Deshalb braucht er mich nicht wie einen Rotzbuam oder irgendeinen 08/15-Menschen behandeln“, verlangt der Admira-Trainer, selbst kein Kind von Traurigkeit, von Liga-Neuling Schmidt vor allem eines: Respekt.

"In Österreich spricht man Dialekt"

Das Fass zum Überlaufen brachte laut Kühbauer dann neben einigen Schimpfwörtern aus der untersten Schublade von Seiten der Salzburger vor allem eine Aussage von Schmidt in seine Richtung.

„Er hat mir gesagt, dass ich Deutsch sprechen soll, dabei müsste gerade er wissen, dass man in Salzburg und in ganz Österreich Dialekt spricht. Der braucht nicht glauben, dass er mit seinem Deutsch über uns Österreichern steht.“

Aber vielleicht, so Kühbauer weiter, spielen ja deshalb so viele Legionäre in Salzburg, weil Schmidt seine Spieler sonst nicht versteht.

Kein Handshake, keine Entschuldigung

Nicht verstehen konnte Kühbauer auch, warum Schmidt „mit jedem raufen und kämpfen“ wollte. "Mit dem Schlusspfiff war doch eigentlich alles vorbei!"

Auf ein Handshake wollten beide Trainer übrigens explizit verzichten.

Wenigstens in einer Sachen waren sie sich einig: „Es gibt von meiner Seite nichts, wofür ich mich entschuldigen müsste.“

 

Stephan Schwabl

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