Eine Frage des Willens

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Schmidt: "Wir müssen uns alle hinterfragen"

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Zum ersten Mal in seiner exakt siebenwöchigen Amtszeit war Roger Schmidt in der Öffentlichkeit richtig sauer auf seine Mannschaft.

Konsterniert und geschockt war er bereits nach dem peinlichen CL-Aus gegen Düdelingen, nun zeigte der Deutsche nach der 0:2-Heimniederlage gegen Rapid erstmals seine harte Seite.

„Wir müssen uns alle hinterfragen“

„Das war ein Auftritt, der so nicht akzeptabel ist“, erklärte der 45-Jährige ruhig, aber sichtlich angefressen.

„Wir müssen uns alle hinterfragen. Wenn man über Red Bull Salzburg redet, spricht man sehr schnell über die große Qualität. Aber die theoretische Qualität ist völlig uninteressant. Was zählt ist, was ich tatsächlich auf dem Platz zeige. Und davon habe ich gegen Rapid wenig gesehen. Für mich zählt nur Qualität, die man auch zeigt.“

„So macht Fußball keinen Spaß“

In der Tat präsentierten sich Leitgeb und Co. gegen die Hütteldorfer äußerst lust- und emotionslos.

Keine Spur von Laufbereitschaft, keine Spur von Spielfreude.

„Der Mann am Ball war die ärmste Sau. So funktioniert Fußball nicht und so macht Fußball auch keinen Spaß“, fuhr Schmidt fort.

Schöttel von Harmlosigkeit überrascht

Auch Rapid-Trainer Peter Schöttel war von der Harmlosigkeit der „Bullen“ überrascht: „Salzburg war heute nicht so stark, die Partie nicht so hitzig wie sonst.“

Und weil RBS-Goalie Alexander Walke in Minute 26 bei einem Hofmann-Schuss nicht unbedingt eine gute Figur machte und Rapid derzeit einen Deni Alar in Hochform hat, gab es schon früh eine Vorentscheidung.

Schöttel: „Das 1:0 ist im Fußball immer wichtig. Es hat Salzburg sichtlich weh getan und uns in die Karten gespielt. Wir haben dadurch viel Sicherheit bekommen.“

Zwei lange Serien beendet

Spätestens nach dem verschossenen Soriano-Elfmeter war sich der 45-jährige Wiener sicher, dass seine Mannschaft endlich zwei lange Serien beenden wird.

Zum einen feierten die Grün-Weißen ihren ersten Sieg in Salzburg seit dem legendären 7:0 im März 2008, zum anderen kassierten die „Bullen“ ihre erste Liga-Niederlage nach 17 ungeschlagenen Partien.

„Jeder Sieg schmeckt süß, aber dieser natürlich ganz besonders. Beim regierenden Meister zu gewinnen ist nie einfach. Vor allem, da der letzte Erfolg schon lange her ist“, weiß SCR-Kapitän Steffen Hofmann.

Positives Ende

Damit endete eine Woche, die für Rapid mit der 0:3-Derby-Niederlage äußerst ungünstig begann, letztlich doch noch positiv: Mit dem Aufstieg ins Europa-League-Playoff, dem Auswärtssieg in Salzburg und sogar mit der Tabellenführung.

Für Schmidt und sein Trainerteam heißt es dagegen, die erste Saisonniederlage aufzuarbeiten.

Gesprächsbedarf gibt es jedenfalls zur Genüge.

Kurt Vierthaler

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