Hier Glaube, da Hoffnung

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Für die einen ist es das wichtigste Spiel der Saison. Für die anderen ist es das Spiel der letzten Chance.

Und das bereits zum x-ten Mal in diesem Frühjahr. Sollte nichts Unglaubliches passieren, hören die Austria-Spieler Ersteres und die Salzburg-Profis Zweiteres aber zum letzten Mal.

Die Ausgangslage ist klar. Der Titelverteidiger muss gewinnen und der Spitzenreiter gleichzeitig verlieren – in allen anderen Fällen steht der FAK zum 24. Mal als Meister fest.

„Es wird klappen“, ist sich Peter Stöger sicher. Natürlich ist er das, er sagt schon seit einiger Zeit, dass seine Mannschaft am Ende ganz oben stehen wird.

Die letzten Züge der Hoffnung

„Wir müssen unser Spiel gewinnen und hoffen, dass Mattersburg die Sensation schafft“, erklärt Roger Schmidt. Natürlich tut er das, bekanntlich stirbt ja die Hoffnung zuletzt.

Mittlerweile liegt diese aber schon in den letzten Zügen. Wettanbieter zahlen teilweise mehr als das Zehnfache des eingesetzten Betrags aus, wenn die Veilchen gegen den SVM versagen. Das Risiko, das sie damit nehmen, ist denkbar gering.

Ein Blick auf die Statistik verrät: 19 Mal haben es die Burgenländer in der Bundesliga am Verteilerkreis versucht, ein Mal sind sie als Sieger wieder auf die Autobahn aufgefahren. Ein zweiter Blick auf die Statistik sagt: Die Austria hat von ihren vergangenen 29 Pflichtspielen nur ein einziges Mal verloren.

Kein Gijon, aber ein Lauda

Und diesmal reicht ja auch ein Unentschieden. Mattersburg übrigens auch, um den Klassenerhalt endgültig zu fixieren. Für Stöger brauchen die Gäste aber auch jetzt schon „zu 99,9 Prozent keinen Punkt mehr“.

Diese Konstellation rief zuletzt einige Leute auf den Plan, die davon sprachen, dass sich die beiden Teams ja ein Unentschieden ausmachen könnten. Das tun sie aber nicht.

„Das ging vielleicht in den 80er Jahren gegen Deutschland“, sagt Manuel Ortlechner. Der Kapitän, der am Mittwoch als erstes Veilchen den Meisterteller übernehmen wird, spricht die „Schande von Gijon“ im Jahr 1982 an. Anschließend zitiert der Oberösterreicher Niki Lauda, der sich während der WM 1982 übrigens auf den Niederlande-GP vorbereitete: „Wir haben ja nichts zu verschenken.“

Nicht das Spiel der Austria

Das denkt sich auch Mattersburg-Coach Franz Lederer: „Wir spielen um wichtige Punkte. Das ist Profifußball, höchste Spielklasse. Da geht es um Prämien.“

Auch Stöger denkt an den Sieg: „Wir werden die Jungs nicht mit dem Gedanken in die Partie schicken, dass wir ein Unentschieden über die Zeit bringen. Es ist nicht unser Spiel, auf Zeit zu spielen.“

Dass sein Team aber nicht in jeder Situation blindlings gen SVM-Tor stürmen wird, ist aber auch klar: „Wenn es in der 91. Minute 1:1 stehen sollte, werden wir garantiert nicht alle nach vorne schicken.“

Der Schlusspfiff beendet ein Spiel

Gedanken machen sich die Verantwortlichen der Wiener auch über ihre Fans. Die dürfen nämlich auf dem Rasen feiern, wenn der Titel fixiert ist. Aber eben erst dann. 2003 hat das im letzten Spiel gegen Bregenz bekanntlich nicht so gut funktioniert, da hielten einige violette Anhänger die 80. für die 90. Minute und stürmten vorzeitig den Rasen.

Also sagt AG-Vorstand Markus Kraetschmer zur Sicherheit noch einmal: „Die Leute müssen wissen, dass das Spiel aus ist, wenn der Schlusspfiff ertönt.“ Sollte jemand mit diesen Regeln nicht vertraut sein, würde Stöger eingreifen: „Notfalls stehe ich vor der Ost. Dann müssen sie über mich drüberrennen. Und das machen sie in der aktuellen Situation eher nicht.“

Ein Dementi und kein Kommentar

Apropos: Aktuell sind auch die Gerüchte, wonach der Austria-Trainer bei Werder Bremen hoch im Kurs stehen würde. Und wo ein Gerücht, da auch ein Dementi (LAOLA1 hat berichtet).

Der Wiener gibt angesichts der Spekulationen zu: „Das tut mir gut. Auch ich habe ein gewisses Ego, das befriedigt werden muss. Das gibt mir den letzten Kick für die finalen Spiele.“

Salzburg-Trainer Schmidt kennt das. Auch er wird mit den Norddeutschen in Verbindung gebracht. Wenig überraschend will auch er nichts davon wissen: „Ich habe mich diesbezüglich deutlich positioniert und werde nun nicht jedes Mal etwas kommentieren.“

Selbstverständlich gilt in der Mozartstadt die volle Konzentration dem Auswärtsspiell gegen die SV Ried: „Wir können noch eine Saison schaffen, die es so in der Red-Bull-Ära noch nie gegeben hat. Von den Punkten, von den Toren her und von den Siegen hintereinander. Alleine das ist schon große Motivation.“

Außerdem ist es ja das Spiel der letzten Chance. Und für die anderen das wichtigste Spiel der Saison. Man kennt das…

Harald Prantl/Bernhard Kastler

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