Aufgeschoben, nicht aufgehoben

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Hosiner: "Vielleicht haben einige schon überlegt“

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Die Meisterfeier ist vertagt.

Dabei sah es am Samstagabend zwischenzeitlich nach einer großen violetten Party aus – zumindest für knapp eine Stunde. Während die Austria gegen Wiener Neustadt zur Pause mit 2:0 führte, lagen die Salzburger gegen Wacker mit 0:1 hinten.

Schlussendlich gelang es den Bullen, die Partie zur drehen, wodurch die Titelentscheidung verschoben werden musste.

Sowohl die Austria, als auch Salzburg, feierten jeweils einen 3:1-Erfolg. Damit beträgt der Vorsprung  der Veilchen weiterhin sechs Punkte.

Die Freude im violetten Lager war nach Schlusspfiff dennoch groß. „Ich bin einfach nur glücklich über diese drei Punkte. Denn Spiele, die man im Vorfeld als Siege einplant, sind die Schwierigsten. Es war ein mittelgroßer Schritt Richtung Meistertitel“, gestand Peter Stöger.

„Vielleicht haben einige schon überlegt“

Nach einer starken ersten Hälfte mit  Toren von Philipp Hosiner (29.) und Alexander Grünwald (37./Elfmeter) und der gleichzeitigen Info des Zwischenstands in Salzburg, riss ein wenig der Faden. Erst recht, als Dario Tadic der Anschlusstreffer (50.) gelang.

„Natürlich haben wir mitbekommen, dass Wacker geführt hat. Es war wahrscheinlich zu schön für uns. Vielleicht haben einige schon überlegt, wie man heute feiern kann. Dadurch ist ein bisschen der Schlendrian reingekommen. Wir waren etwas unkonzentriert“, gab Hosiner zu.

Alexander Grünwald ergänzte: „Im Unterbewusstsein spielt sich sehr viel ab. Man weiß: Innsbruck führt 1:0, es könnte also heute soweit sein. Es sind viele Gedanken im Kopf. Man versucht, sie auszublenden, aber das gelingt nicht immer so, wie man es will."

Die Sache mit der Blockade

Daher konnte sich auch Stöger in seine Spieler hineinversetzen und verstand, warum es nach dem Seitenwechsel einen gut 20-minütigen Leerlauf gab.

„Wir wollten das Spiel verwalten, waren nach vorne hin nicht mehr so konsequent, weil man einfach die drei Punkte gerne hätte. Das ist schon sehr guten Mannschaften passiert. Sobald man das Ergebnis hat, das man braucht, kommt eine kleine Blockade.“

Der 47-Jährige hatte kein Problem damit, dass auf der Video-Wall im Stadion die Zwischenstände aus der Mozartstadt durchgegeben wurden, gab auch im Vorfeld sein Okay dafür.

„Die Zuschauer sind ja heutzutage mit Handys bewaffnet und bekommen die Ergebnisse aus den anderen Stadien sowieso mit. Und wir bekommen mit, was sich auf den Rängen abspielt.“

Erlösendes 3:1

Erst das 3:1 von Roman Kienast (85.) löste die Anspannung. „Das war eine Erlösung. Ich glaube aber, dass wir auch das 2:1 über die Zeit gebracht hätten“, so der Torschütze.

Nach dem 24. Sieg in der laufenden Meisterschaft reicht der Austria somit am kommenden Mittwoch im Heimspiel gegen Mattersburg bereits ein Punkt, um den 24. Meistertitel unter Dach und Fach zu bringen.

An ein abgesprochenes Remis (SVM benötigt ebenfalls nur noch einen Zähler, um den Klassenerhalt zu fixieren) denkt in Favoriten niemand.

„Das war vielleicht in den 80er-Jahren so, dass man sich ein X ausmachen konnte. Wir haben ja nichts zu verschenken, wie Niki Lauda sagen würde. Wir sind den Fans einen Sieg schuldig und wollen die Partie gewinnen und danach feiern“, versprach Manuel Ortlechner.

Austria peilt Punkterekord an

Zumal die Wiener den Punkterekord von Sturm Graz (81) im Visier haben. Sollte die Lederer-Elf am 35. Spieltag bezwungen werden, hätten die Veilchen 82 Zähler auf ihrem Konto.

„Ich werde den Herrn Pucher sicher nicht anrufen. Wenn wir schon so eine überragende Saison spielen, wollen wir auch den Punkterekord angreifen und mit einem Sieg im eigenen Stadion Meister werden“, gab Stöger die Marschrichtung vor.

Zudem sei es nicht die Ausrichtung seiner Truppe: "Ein Ergebnis verwalten und schauen, dass die Zeit vergeht, das ist nicht unser Spiel“, verdeutlicht der 47-Jährige, der seinem Team schon jetzt ein Kompliment für dieses Saison macht.

„Dass gleich zwei Mannschaften so klar über allen anderen stehen, das hat es noch nie gegeben in der Geschichte. Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft, denn ich weiß wie stark Salzburg ist und trotzdem sind wir diese sechs Punkte vorne. Das sagt alles.“

Am Mittwoch soll gefeiert werden

Der Ex-Internationale ist sich auch sicher, dass seine Jungs im kommenden Spiel den Sack zu machen werden.

„Wir haben in dieser Saison noch keine zwei Spiele hintereinander verloren, warum sollte uns das jetzt passieren? Wir werden es am Mittwoch fertig machen."

Florian Mader: „Es ist etwas Besonderes, kurz vor Schluss der Meisterschaft im eigenen, ausverkauften Stadion aufzulaufen und zu wissen, dass man alles in den eigenen Händen hat. Das passiert nicht so oft.“

Und Hosiner verspricht abschließend: „Wir werden es am Mittwoch richten. Wenn man Meister werden will, muss man daheim gegen Mattersburg zumindest einen Punkt holen.“

Und dann steht der Meisterfeier im 10. Wiener Gemeindebezirk endgültig nichts mehr im Weg.

 

Martin Wechtl / Harald Prantl

Austria Wr. Neustadt
Torschüsse Gorgon 5 Tadic 3
Torschuss-Vorlagen Dilaver 5 Hofbauer, Martschinko je 2
Ballkontakte Rogulj 96 Berger 82
Zweikampfquote Ortlechner 81,8 % (9/2) Berger 66,7 % (12/6)
Passquote Rogulj 93,6 % (73/5) 96,2 % (25/1)
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