"Beim Aufwärmen hatte jeder ein grinsendes Gesicht"

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Die Vorfreude auf das 302. Wiener Derby war groß im grün-weißen Lager.

Endlich wieder Hanappi-Stadion! Alle fieberten dem Showdown mit der Austria entgegen.

Doch die Rückkehr an die gewohnte Heimstätte nach einjähriger Abstinenz endete für Rapid in einem Fiasko.

 0:3 – damit hatte niemand gerechnet.

“Ich brauche einige Minuten, um das zu verdauen. Wie lange die anderen brauchen, weiß ich nicht“, war Lukas Königshofer nach der Abfuhr die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

„Haben uns sehr auf das Hanappi gefreut“

Eine Derby-Niederlage tut immer weh, daheim, noch dazu bei der Rückkehr ins eigene Wohnzimmer und in dieser Höhe schmerzt sie jedoch dreifach.

„Ja, natürlich, wenn man 0:3 verliert, ist das eh klar. Da braucht man nicht mehr dazu sagen“, ließ der Rapid-Keeper seinen Emotionen freien Lauf.

Auch Peter Schöttel war geknickt: „Es tut umso mehr weh, weil wir uns gefreut haben, wieder im Hanappi zu spielen.“

Mario Sonnleitner ergänzte: „Wir haben versucht, von Anfang an dominant zu sein, haben in der ersten Halbzeit auch die besseren Phasen gehabt. Dann machen wir uns selber das Tor. Ab diesem Zeitpunkt war es extrem schwer.“

„Atmosphäre ist hier sicher besser“

Auf Seiten der Veilchen gab es nach Spielende selbstverständlich nur glückliche Gesichter. Nicht nur, weil man seit März 2010 kein Auswärtsderby mehr verloren, sondern weil das Derby im Westen Wiens einfach einen ganz besonderen Flair hat.

„Die Atmosphäre ist hier sicher besser als im Happel-Stadion, das ist keine Frage. Es ist einfach ein Derby, da ist jeder bis in die Haarspitzen motiviert“, erklärte Doppeltorschütze Roman Kienast (Hier geht’s zur Story des Matchwinners).

Schon vor Spielbeginn knisterte es auf den Rängen – im positiven Sinn. Beide Fanlager feuerten ihr Team intensiv an, während der Begegnung wurde die Schlagzahl dann noch einmal erhöht. Und im Gegensatz zum abgebrochenen Skandalderby vom  23. Mai 2011 blieb alles friedlich.

Stögers Auftrag

„Zu Beginn waren wir auch ein bisschen von der Kulisse beeindruckt“, gestand FAK-Coach Peter Stöger, der seine Truppe mit dem Auftrag das „Spiel zu genießen“ aufs Feld schickte.

„Wir haben uns auch gedacht, haben wir doch Spaß draußen. Ich muss ehrlich sagen: Es ist hier schon cooler zu spielen, als im Happel, weil die Atmosphäre um einiges intensiver ist. Beim Aufwärmen im Kreis hat jeder ein grinsendes Gesicht gehabt, weil es einfach saugeil ist, hier zu spielen“, strahlte Manuel Ortlechner.

„Geil“, war die Derby-Rückkehr ins Hanappi-Stadion auch für Markus Suttner. „Es geht um die Stimmung. Und man muss schon sagen, dass die hier sehr gut ist. Die Austria- und die Rapid-Fans feiern dieses Spiel. Das hat man heute vom Aufwärmen bis zum Ende gemerkt.“

Wobei zum Schluss nur noch die Violetten feierten…

Martin Wechtl/Harald Prantl/Alexander Karper

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