"Eine Situation, die wir sicher nicht einreißen lassen"

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Spätestens nach der 1:2-Auswärtsniederlage gegen den Wolfsberger AC schrillen bei Rapid die Alarmglocken.

Nur zwei Punkte aus den ersten vier Frühjahrspartien, kein einziger Sieg, zudem ebenso viele Punkte Rückstand auf Tabellenführer Austria wie Vorsprung auf den Tabellenletzten Wiener Neustadt, nämlich 20.

Nach der dritten Saisonniederlage im dritten Spiel gegen den Aufsteiger schlagen die Rapid-Verantwortlichen kritische Töne an, um nicht endgültig im Mittelmaß der Liga zu verschwinden.

Während sich die Trainerfrage nach der erst vor kurzem bekanntgewordenen Vertragsverlängerung von Peter Schöttel nicht stellt, soll den Spielern ab sofort ein rauerer Wind entgegenwehen.

„Das ist schwach"

„Wenn es ein WAC-Trauma gibt, sind wir selber schuld. Diese Partie nach dem guten Beginn so aus der Hand zu geben und so nachlässig zu agieren, ist schwach“, musste Schöttel gegenüber „Sky Sport Austria“ gestehen.

Nachdem sich der 45-jährige Wiener immer schützend vor seine Schützlinge gestellt hatte, ließ er erstmals kein gutes Haar an dem einen oder anderen, dessen Namen er nicht nennen wollte.

„Es ist eine sehr schwierige Situation, weil man den Eindruck hat, dass einige in den Zweikämpfen zurückziehen und nicht bereit sind, alles zu geben. Das ist eine Situation, die wir sicher nicht einreißen lassen.“

Tatsächlich blieben mehrere Leistungsträger einiges schuldig, obwohl Rapid mit der Führung in der zehnten Minute einen optimalen Start in die Partie hatte.

Trainer und Sportdirektor kritisieren Spieler

Anstatt die Situation für sich zu nützen, die Konter der Gegner abzuwarten und dann selbst aktiv zu werden, lief man ins offene Messer.

Schöttel: „Da haben wir uns taktisch ganz falsch verhalten.“ Die Kritik gilt aber bei weitem nicht nur den jungen, aufstrebenden Akteuren im Kader.

Sportdirektor Helmut Schulte macht auch vor den Routiniers nicht Halt und nimmt sie vor allem in dieser punktearmen Phase in die Pflicht.

„Es ist unverständlich, dass die erfahrenen Spieler solche Fehler machen, die zu Gegentoren führen. Das war deutlich zu wenig heute“, meinte der Deutsche. So ging etwa dem spielentscheidenden Treffer durch Christian Thonhofer ein Fehlpass von Steffen Hofmann voraus.

„Irgendwie ist der Wurm drin“

Auch von Spielerseite zeigt man sich nachdenklich. Vor allem deshalb, weil es nicht die erste schwache Vorstellung gegen die Kärntner war.

„Wenn man drei Mal gegen den WAC verliert, dann kann irgendwas nicht passen. Wir haben alles probiert, aber irgendwie ist der Wurm drin“, suchte Torschütze Guido Burgstaller, der einzige gegen Wolfsberg in dieser Saison, nach Gründen.

Schulte zeigte sich redselig wie eh und je, erstmals jedoch sehr kritisch und konnte sich mit der Spielweise Rapids an diesem Nachmittag nicht anfreunden. Vor allem taten sich die Protagonisten unglaublich schwer Torchancen zu kreieren.

„Es muss möglich sein, Leute im Strafraum frei zu spielen. Mit der Qualität, die wir auf dem Platz haben, muss uns einfach mehr einfallen.“

Attraktiveres Spiel weniger erfolgreich

Den Trainer nimmt Schulte in Schutz und meint, dass es höchstens „ungemütlich für die Spieler werden könnte.“ Zwar werden „keine Köpfe abgerissen“, aber es müsse alles analysiert werden.

Schöttels Analyse brachte Unstimmigkeiten im System zutage. Die attraktivere Spielweise hätte sich keinesfalls als erfolgreichere herausgestellt.

„Man muss über die Art und Weise nachdenken, wie wir Fußball spielen. Ich persönlich bin oft kritisiert worden, dass es nicht attraktiv genug ist. Dafür waren die Ergebnisse in Ordnung. Jetzt versuchen wir initiativer zu sein und spielen sehr offensiv.“

Bis dato mit mäßigem Erfolg. „Wenn das das Ergebnis ist, dass wir mit viel Offensivspielern nicht in die Zweikämpfe gehen und glauben, uns fällt alles in den Schoß, dann werden wir es wieder ändern.“

Bei Rapid kriselt's. Platz zwei ist in weite Ferne gerückt und selbst die Absicherung des dritten Rangs könne laut Schöttel nur gelingen, „wenn wir endlich zu siegen beginnen.“

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