"Wir müssen das jetzt hinnehmen"

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"Das Ergebnis hilft keinem der beiden Teams so richtig weiter, wir können mit dem Punkt wahrscheinlich besser leben."

Steffen Hofmann brachte es - wie seine beiden Assists beim 3:3 in der Mozartstadt - präzise auf den Punkt. Wenn dieses Unentschieden schon jemandem wirklich nicht geholfen hat, dann Red Bull Salzburg.
 
Für Rapid war das Titelrennen "mit der Derby-Niederlage erledigt" (Schöttel), für Salzburg hätte es mit dem ersten Spiel 2013 neu beginnen sollen.
 
Vor und während dem Spiel war die Anspannung andauernd spürbar, auch die Nervosität am Platz ab und zu zu sehen. Für den regierenden Meister ging es bereits im ersten Spiel des Frühjahrs einfach um verdammt viel.
 
Aufgrund der Absage des WAC-Gastspiels hatten die Salzburger bei einem Spiel weniger vor der Partie gegen Rapid 13 Punkte Rückstand auf den überlegen führenden Leader Austria Wien.
 
Austria jubelt über Rapid-Tor
 
Ein Sieg sollte her, um den Abstand zumindest wieder auf die zehn Punkte zu minimieren. Bereits das 1:0 nach 34 Sekunden durch Premieren-Torschütze Kevin Kampl ("Am Anfang habe ich mich richtig gefreut, am Ende hätte ich lieber gewonnen als getroffen") glich einer Befreiung für die Hausherren. Einer ersten.
 
Ebenso das 2:1 durch Jonathan Soriano. Und vor allem das 3:2 durch Martin Hinteregger in Minute 86. Doch auch hierfür hatte Rapid noch eine Antwort.
 
Und als Marcel Sabitzer zum 3:3 traf, da wurde ausnahmsweise auch ein Rapid-Treffer von der Austria bejubelt. Kein Wunder, stehen nun 14 Runden vor Schluss die Chancen auf den ersten Meistertitel seit 2006 besser denn je.
 
"Es ist natürlich sehr viel", musste auch Kampl eingestehen.

Und der Slowene weiß auch, dass der Blick auf die Austria aktuell kein angenehmer ist.

"Wir haben jetzt nicht mehr auf die Austria zu schauen, wir müssen auf unser Spiel schauen und diese Sachen aufarbeiten. Dann schauen wir von Partie zu Partie und auf drei Punkte", hält der Mittelfeldspieler ob der Fehler (vor allem in der Defensive) fest.

An Gratulationen nach Wien denken die "Bullen" noch lange nicht, an ein Aufgeben allerdings auch nicht.

"Es ist natürlich enttäuschend, aber wir müssen das jetzt hinnehmen und das bis Mittwoch aus den Köpfen bekommen", dachte ein geknickter Roger Schmidt schon wieder weiter, nämlich an das Gastspiel bei der Admira.

"Setzen weiterhin auf ein großes Finale"

Nichtsdestoweniger blieb dem Deutschen auch nicht verborgen, dass die "Austria konstant punktet, den Vorsprung wieder vergrößert hat und es ein Spiel weniger geworden ist" - aber die Lage sei vor dem Rapid-Spiel auch ähnlich gewesen.

Andreas Ulmer bleibt kämpferisch: "Es wird am Ende abgerechnet und wir setzen alles daran, dass wir am Ende hier in Salzburg ein großes Finale (gegen die Austria) haben."

Mit einem Sieg im Nachholspiel gegen den WAC, einem Sieg am Ostersonntag bei der Austria sowie am letzten Spieltag zuhause, wären während der restlichen Saison neun Punkte gegenüber der Veilchen aufzuholen. Völlig unwahrscheinlich ist also auch etwas anderes, nichtsdestoweniger weiß jeder im "Bullen"-Lager, wie schwierig dieses Unterfangen ist.

Auch "dank" Rapid.

Salzburgs Sargnagel Rapid

Denn auch wenn gegen den Angstgegner in dieser Saison der erste Zähler eingefahren wurde, so ist dieser dennoch irgendwo auch bereits ein Sargnagel in diesem Titelrennen.

Während die Austria ihre drei Duelle gegen den Erzrivalen gewann und folglich neun Punkte machte, kam Salzburg nur auf einen. Acht Zähler Unterschied. Ein Blick auf die Tabelle sagt, wie sehr das den "Bullen" schmerzt.

Ähnlich wie der 3:3-Ausgleich durch Sabitzer in der Nachspielzeit...

 

Bernhard Kastler

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