Der Schlager als "Schachspiel"

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"Mannschaften haben sich gegenseitig neutralisiert"

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Das Spitzenspiel der österreichischen Bundesliga hatte ein bisschen etwas von einer Schachpartie.

Da Red Bull Salzburg, der Verfolger, der 92 Minuten nach einer Lücke suchte – dort die Wiener Austria, der Tabellenführer, der meistens eine passende Antwort hatte.

Die Nullnummer war somit die logische Konsequenz des Sonntags-Schlager.

Fußball für Anspruchsvolle

„Im Endeffekt haben sich beide Mannschaften gegenseitig neutralisiert“, brachte es FAK-Schlussmann Heinz Lindner, der das Unentschieden mit zwei starken Paraden in der Schlussphase sicherte, auf den Punkt.

Auch Kapitän Manuel Ortlechner wusste, dass es für die meisten Zuschauer wohl kein attraktives Spiel war, „aber vielleicht war es für den anspruchsvollen Fußball-Fan eine interessante Partie. Es wurde viel und gut verschoben, taktisch konnte man einiges erkennen.“

Offensive Aufstellungen

Dabei ließen die Aufstellungen durchaus auf einen munteren Schlagabtausch hoffen.

Bei Salzburg kehrten Kevin Kampl und überraschend auch Goalgetter Jonathan Soriano zurück, Austria-Trainer Peter Stöger setzte mit Alexander Gorgon, Marko Stankovic, Dare Vrsic, Tomas Jun und Tormaschine Philipp Hosiner gleich auf fünf Offensiv-Kräfte. Dazu erhielt der offensivere Florian Mader den Vorzug vor Emir Dilaver.

„Ich wollte kein falsches Zeichen setzen, sondern zeigen, dass wir uns in Salzburg nicht verstecken“, erklärte Stöger.

„Es war kein meisterschaftsentscheidendes Spiel“

Dass die „Veilchen“ mit dem Unentschieden letztlich besser leben konnten, war wenig überraschend.

„Der Vorsprung ist geblieben, das war unser Minimalziel“, so Lindner.

Auf Salzburger Seite war schon eine gewisse Enttäuschung, den Rückstand nicht auf zwei Punkte reduziert zu haben, spürbar, realistisch betrachtet ist aber noch nichts passiert.

„Es ist weiterhin alles möglich und noch nichts verloren. Es war kein meisterschaftsentscheidendes Spiel“, sagte Ex-Austrianer Florian Klein.

„Es gibt noch eine Rückrunde“

Torhüter Alexander Walke sah es ähnlich: „Die Saison ist noch lang und der Fußball schreibt oft seine eigenen Dinge. Es ist schade, dass wir heute nicht gewonnen haben, aber es ist jetzt keine Katastrophe.“

Bei der Austria wollte ebenfalls noch keiner ansatzweise von einer Vorentscheidung sprechen – es wäre bei noch 18 zu spielenden Runden auch reichlich absurd.

„Es ist schön, dass wir fünf Punkte Vorsprung haben“, meinte Lindner, „aber wir dürfen nicht vergessen, dass es noch eine Rückrunde gibt.“

Die beginnt offiziell schon kommendes Wochenende. Dann muss die Austria bei Wolfsberg ran, Salzburg bei Sturm.

Kurt Vierthaler

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