Trauerspiel gibt zu denken

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Schöttel: "Wir haben sehr unrund gewirkt"

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Kälte, Regen, Wind und mit 18:30 Uhr eine unbeliebte Anpfiffszeit am Sonntag Abend – unter diesen Umständen konnte kein Fußballfest stattfinden.

Die 13.600 Zuschauer, die trotzdem den Weg ins Stadion fanden, wurden zudem keinesfalls für ihr Kommen belohnt, sondern wurden Zeugen eines Trauerspiels.

„Heute waren wir nicht gut“, musste auch Rapid-Trainer Peter Schöttel nach dem erzitterten 1:1 gegen Wiener Neustadt zugeben.

Es hätte der große Tag von Heimo Pfeifenberger an seiner alten Wirkungsstätte werden können, doch schlussendlich reichte die zwischenzeitliche Führung knapp doch nicht zum Sieg.

„Es war nicht der Plan, Beton anzurühren“

Wie schon in der 6. Runde wurde der haushohe Favorit kalt erwischt. Damals feierten die Niederösterreicher einen Punktgewinn in Salzburg, diesmal in Hütteldorf.

„Wir sind mit der ersten Aktion in Führung gegangen, haben uns aber danach aufs Verteidigen beschränkt. Nach vorne ist viel zu wenig gegangen“, fasste der Coach der Wiener Neustädter zusammen.

Nach dem Führungstreffer durch Rakowitz in der 9. Minute rührte Pfeifenberger entgegen seiner Vergangenheit als Stürmer Beton an. Dies war jedoch nicht beabsichtigt.

„Es war nicht ganz der Plan, Beton anzurühen. Wir hatten keine Ruhe am Ball und viele Ballverluste.“

Probleme in der mannschaftlichen Breite

Und Rapid? Die Schöttel-Elf wirkte nach den Strapazen beim Auswärtsspiel in Kharkiv müde, obwohl mit Harald Pichler, Thomas Schrammel und Terrence Boyd drei Veränderungen vorgenommen wurden.

Unkonzentriertheit, Ungenauigkeit und kaum Ideen prägten das Spiel der Grün-Weißen zu Beginn. Erst mit Fortdauer der Partie konnten die Hausherren den Druck erhöhen.

„Wenn der Gegner mit der ersten Chance in Führung geht und auf Konter spielt, wird es schwierig. Vor allem, wenn man so einen Tag wie wir erwischt. Wir haben sehr unrund gewirkt und viele Fehler gemacht“, analysierte Schöttel.

Einmal mehr stellte sich unter Beweis, dass Rapid in der Breite keineswegs so gut aufgestellt ist, wie das am Anfang der Saison noch vermutet wurde.

Schöttel fordert Geduld der Fans

Vor allem die neu in die Mannschaft gerückten Spieler wirkten verunsichert. Schrammel – für den Katzer 45 Minuten auf der Bank Platz nahm, ehe er sich zu seiner hochschwangeren Frau ins Spital verabschiedete - und Pichler wirkten alles andere als sattelfest. Boyd explodierte nur bei seinem Ausgleich in der 85. Minute.

Trotz allem konnte Trainer Schöttel die Unmutsäußerungen von den Tribünen nicht verstehen.

„Es ist schade, dass die Zuschauer so wenig Geduld haben. Die Tribünen hinter den Toren haben uns großartig unterstützt, aber von der Seite sind Spieler ausgepfiffen worden.“

Seine Rotation verteidigt der 45-jährige Wiener indes. „Bis jetzt hat das gut funktioniert. Ich will nicht sagen, dass die Änderungen schuld an unserer schlechten Leistung waren. Jeder Einzelne kann besser spielen als heute.“

Kopfsache statt körperlicher Schwäche

Prompt nach den Europa-League-Auftritten hatte Rapid zuletzt immer Probleme, ins Spiel zu finden.

Schöttel sieht darin allerdings keine körperliche Schwäche, da seine Mannschaft vor allem in der zweiten Halbzeit immer wieder zulegen konnte.

„Da geht es ums Umschalten im Kopf. Man muss wieder bereit sein, gegen einen hoch motivierten Gegner anzutreten."

Dieser war Wiener Neustadt auf alle Fälle. Einen Meilenstein in seiner noch jungen Trainerkarriere vor Augen, war Pfeifenberger aber 90 Minuten klar:

„Im Hanappi-Stadion rutscht dann schon einmal einer durch.“


Alexander Karper

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