"Kristl ist kein zweiter Foda"

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"Es war nicht immer einfach unter Foda, aber..."

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Rapid trifft in den „Wochen der Wahrheit“ am Sonntag (16 Uhr) auf Meister Sturm Graz. Mittendrin Mario Sonnleitner, der der Abwehr zusammen mit Harald Pichler in dieser Saison die nötige Stabilität verlieh.

Das Ende von Franco Foda bei den Grazern ging am 25-jährigen Steirer nicht spurlos vorbei, schließlich kickte er von 2007 bis 2010 bei den „Blackies“ und erlebte unter dem Deutschen bei viel Sonne auch Schattenseiten.

Seinem ehemaligen Trainer zollt er trotz allem Respekt. „Ich habe sehr, sehr viel unter ihm gelernt. Es war nicht immer einfach, aber trotzdem waren die Leistungen damals so, dass wir gut miteinander ausgekommen sind“, verrät „Sonni“ im Gespräch mit LAOLA1.

Zudem nimmt er dazu Stellung,  warum sich Foda einen ganz anderen Abgang verdient hätte, warum auch in Thomas Kristl ein bisschen Foda steckt und wie unberechenbar Sturm für Rapid werden könnte.

LAOLA1: Mario, sind die Wunden nach dem 301. Wiener Derby schon verheilt?

Mario Sonnleitner: Ja, sicher. Wir haben das sehr kritisch analysiert. Es war kein gutes Spiel von uns, aber das Wichtigste ist, dass wir trotzdem einen Punkt geholt haben. Jetzt müssen wir nach vorne blicken und das nächste Spiel ist das wichtigste.

LAOLA1: Geht man richtig in der Annahme, dass es gegen Sturm ein ganz anderes Spiel wird?

Sonnleitner: Sicherlich. Sturm muss offensiver spielen, noch einen Tick offensiver als die Austria. Durch den Trainerwechsel will sich jetzt jeder Spieler zeigen, bei vielen geht es auch noch um neue Verträge. Das wird sicher ein ganz schwieriges Spiel.

LAOLA1: Gegen Sturm war immer viel los und es gab für diese Bundesliga-Saison verhältnismäßig viele Tore. Ist das wieder zu erwarten?

Sonnleitner: Ich glaube schon. Es werden sicher mehr Tore als im Derby fallen, ich bin mir sicher, dass zumindest eines fallen wird. Es sind sehr unterschiedliche Ausgangspositionen, es geht um sehr viel in dieser Meisterschaft. Es ist sehr eng beieinander, deswegen will keine Mannschaft verlieren. Ich glaube aber, dass wir am Sonntag sicher Tore sehen werden.

LAOLA1: Wie unberechenbar ist Sturm nach dem ganzen Wirr-Warr um Franco Foda?

Sonnleitner: Sie haben sowieso eine gute Mannschaft. Egal, ob Franco Foda jetzt noch da ist oder nicht. Es ist natürlich für ihn ein bisschen schade, dass das so zustande gekommen ist und dass mit einem verdienstvollen Trainer wie ihm so umgegangen wurde. Das liegt aber nicht in meiner Hand, das haben jetzt die Verantwortlichen zu ertragen. Für uns heißt es aber trotzdem, das Spiel gegen Sturm zu gewinnen.

LAOLA1: Du kennst Sturm, du kennst Foda. Wieviel Foda steckt noch in der Mannschaft?

Sonnleitner: Sicherlich ist das die Truppe von Franco Foda. Er ist gerade einmal seit einer Woche beurlaubt und hat jahrelang super Arbeit geleistet. Natürlich ist es noch die Truppe von Franco Foda. Man wird sehen, wie stark sie am Sonntag ist. Aber daran dürfen wir nicht denken. Wir müssen versuchen, unser Spiel durchzuziehen und die drei Punkte holen.

LAOLA1: Du hast unter Foda nicht immer leichte Zeiten gehabt. Wie bewertest du seine Arbeit?

Sonnleitner: Ich glaube, dass er ein richtiger Fußball-Fachmann ist. Ich habe sehr, sehr viel unter ihm gelernt. Es war nicht immer einfach, aber trotzdem waren die Leistungen damals so, dass wir gut miteinander ausgekommen sind. Aber ich finde es eben schade, dass die Verantwortlichen so mit ihm umgehen. Ich habe eigentlich ein gutes Verhältnis zu ihm.

LAOLA1: Hat ihn ausgemacht, dass er seine Linie unbeirrt durchgezogen hat – auch wenn er damit womöglich aneckt?

Sonnleitner: Man muss auch hin und wieder kritisch mit den Spielern umgehen, weil sonst einfach kein Prozess oder keine Entwicklung stattfindet. Wir sind auch hin und wieder aneinandergeraten, aber das vergisst man sowieso schnell wieder. Das Wichtigste ist, das sich die Mannschaft und die Spieler weiterentwickeln. Dass er das kann, hat er oft genug bewiesen. Ich bin eigentlich sehr traurig darüber, dass das so entstanden ist.

LAOLA1: Ist der bisherige Assistent und Foda-Intimus Thomas Kristl ein zweiter Foda?

Sonnleitner: Thomas Kristl ist der Co-Trainer von Franco Foda gewesen. Ich glaube, dass er natürlich auch Merkmale von Foda hat, weil das einfach passiert, wenn man so lange zusammenarbeitet. Dann nimmt man die Schemen von den anderen Trainern an. Er wird ihn sicher gut vertreten, aber er ist kein Franco Foda.

LAOLA1: Wie richtungsweisend bewertest du die Auslosung, die Rapid nach dem Derby Sturm, Ried und Salzburg beschert?

Sonnleitner: Die nächsten drei Spiele sind natürlich eine kleine Vorentscheidung. Wir müssen versuchen, das Punktemaximum zu holen. Dann ist die Chance auf den Titel gewährt, ansonsten müssen wir schauen, wo wir landen. Aber der Fokus muss auf diese drei Spiele gelegt werden. Dann werden wir sehen, wo es hingeht.


Das Gespräch führte Alexander Karper

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