Sonnleitner: "Zur Zeit ist es verhext"

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Nach sechs Spielen ohne vollen Erfolg steht Rapid als einziges Team der Bundesliga im Frühjahr noch ohne Sieg da.

Die Durchhalteparolen sind längst erschöpft, Lösungsvorschläge (noch) nicht vorhanden und der Großteil der Spieler verkriecht sich, bis wieder bessere Zeiten kommen.

Mario Sonnleitner, mit 26 Jahren bei Rapid mittlerweile auch schon zu den Routiniers zu zählen, ist einer, der sich auch in schlechten Zeiten stellt und das Kind beim Namen nennt.

Im LAOLA1-Interview nimmt Sonnleitner Stellung zum prolongierten Negativlauf und der wackelnden Defensive.

LAOLA1: Muss man schlussendlich glücklich sein, zumindest ein 2:2 gegen Mattersburg geholt zu haben?

Mario Sonnleitner: Nein, ich glaube nicht. Wir sind sicher viel besser gewesen. Der Gegner ist wieder mit dem ersten Schuss aufs Tor zur Führung gekommen, dann wird es schwierig. Dann merkt man einfach, dass Verunsicherung in der Mannschaft ist. Wir haben zweite Halbzeit gleich versucht den Ausgleich zu machen, dann ist uns ein dummer Konter passiert, wo der nächste Schuss gleich drin ist. Wir haben weitergekämpft, man hat gesehen, dass Einsatz, Leidenschaft und Wille da ist und die Moral stimmt. Aber es waren einfach zu wenig Punkte, wir müssen einen Dreier holen.

LAOLA1: Sehr ambitioniert begonnen, dann das Spiel hergegeben, viele Fehler gemacht. Baut sich diese Verunsicherung immer wieder aufs Neue auf?

Sonnleitner: Es ist natürlich nicht so einfach, wenn man fünf Spiele nicht gewinnt. Wir wissen ja, was bei Rapid gefordert ist: Das sind Siege. Zur Zeit ist es verhext. Im Herbst haben wir mehr Chancen zugelassen und es ist kein Tor passiert. Mittlerweile ist jeder Schuss ein Treffer. Das müssen wir abstellen. Es ist schwierig, aber wir können und werden auch gemeinsam rauskommen. Dann werden wir wieder viele Siege feiern.

LAOLA1: Ist es ganz normal, dass man mit der Zeit die Geduld verliert und Hektik einkehrt?

Sonnleitner: Man will ja alles dafür tun, um ein Tor zu erzielen. Man versucht den Ball schnell nach vorne zu tragen, aber der Platz ist nicht optimal im Frühjahr. Das ist derzeit überall das gleiche. Dann ist es halt nicht so einfach, wenn der Ball springt und du schnell nach vorne spielen musst. An Willen und Leidenschaft kann man uns nichts vorwerfen. Wir haben gerackert und gekämpft. Aber wir müssen jetzt zielstrebiger werden und hinten einfach weniger zulassen.

LAOLA1: Von außen ist auch sehr viel Unruhe hineingetragen worden. Nicht gerade hilfreich in dieser Situation.

Sonnleitner: Das ist nicht förderlich, aber das ist das Profigeschäft. Wir sind bei Rapid und nicht bei Gramatneusiedl. Wir müssen auch diesem Druck standhalten. Das ist hier in Wien so, deshalb sind wir hierhergekommen. Wir wollen Siege feiern, das müssen wir jetzt schleunigst wieder machen.

LAOLA1: Der Unmut der Fans ist somit in irgendeiner Art und Weise auch verständlich.

Sonnleitner: Verständlich schon. Ich glaube, die Fans haben die Mannschaft auch angefeuert, sie haben halt einen speziellen Grund gehabt, warum sie ein bisschen Unmut reingebracht haben. Ich habe trotzdem bis zum Schluss gemerkt, dass die Fans wollten und uns angefeuert haben. Wir müssen halt einfach das Vertrauen mit Siegen zurückgeben. Dann wird schon wieder alles besser werden.

LAOLA1: Was ist in der Halbzeit passiert, dass noch so ein Ruck durch die Mannschaft geht?

Sonnleitner: Wir haben natürlich versucht nach vorne zu spielen, so wie auch in der ersten Halbzeit. Es ist ein Schlag ins Gesicht gewesen, wenn man gleich das 0:1 kassiert und versucht und versucht und drei Hunderter auslässt. Das zermürbt einen, weil wir auch gegen Wolfsberg das Spiel leider nicht drehen konnten. Das ist halt in den Köpfen drin. Wir müssen versuchen, da gemeinsam raus zu kommen. Nur gemeinsam kommt man aus so einer Krise raus. Die nächsten Spiele werden zeigen, dass wir eine Mannschaft sind und wieder siegen.

LAOLA1: Gemeinsam gut und schön, aber was sind im Einzelnen die Punkte, wo derzeit die größten Defizite zu finden sind?

Sonnleitner: Wir müssen in jedem Training hart arbeiten. Wir müssen jede Chance konsequent nützen, hinten jeden Ball konsequent verteidigen und auch einmal einen auf die Tribüne raushauen. Wichtig ist, dass wir wenig Chancen zulassen, damit wir wieder Siege feiern. Wir kriegen einfach zu viele Tore, das ist uns im Herbst überhaupt nicht passiert. Da müssen wir zusammen jeder an sich arbeiten, dann wird es wieder besser werden.


Das Gespräch führte Alexander Karper

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