"Wir sind viel kaltschnäuziger"

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Daxbacher: "Verständlich, dass Linz enttäuscht war"

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Ungewöhnlich lange ließen sich die Austria-Spieler nach dem Schlusspfiff von ihren Fans feiern.

Doch sie hatten auch allen Grund dafür. Mit dem 3:2-Heimerfolg gegen RB Salzburg fuhren die Violetten den fünften Pflichtspielsieg in Folge ein.

„Wir haben gerade einen guten Lauf, wir wissen aber, dass sich das wieder ändern kann“, wollte Trainer Karl Daxbacher deshalb aber noch lange nicht in Euphorie ausbrechen.

Deshalb saß Linz auf der Bank

Der FAK-Coach überraschte mit seiner Aufstellung, weil er Kapitän Roland Linz zunächst auf der Ersatzbank schmoren ließ, ihn erst in der 65. Minute in Spiel brachte.

„Er war enttäuscht, dass er nicht von Beginn an dabei war. Das ist auch verständlich. Aber ich wollte mit einem schnellen Stürmer beginnen. Das war aber nur eine Entscheidung für dieses eine Spiel und kann sich in der nächsten Runde wieder ändern“, kommentierte der Niederösterreicher.

Und er hielt fest, dass er nichts am Engagement des Torschützenkönigs auszusetzen hatte, es sich tatsächlich um rein taktische Überlegungen gehandelt habe.

Auch Manuel Ortlechner will im LAOLA1-Interview darum nicht viel Aufhebens machen: „Es herrscht bei uns ohnehin ein Kampf um jeden Platz.“

Der Innenverteidiger erklärt außerdem, warum der FAK von Erfolg zu Erfolg eilt und es für die Austria-Defensive zwei völlig unterschiedliche Spielhälften waren.

LAOLA1: Kann man von einer perfekten Woche für euch sprechen?

Manuel Ortlechner: Es ist schon mit dem Sieg gegen Mattersburg losgegangen, da haben wir unsere Serie gestartet. Danach haben wir im Cup gegen Allerheiligen gewonnen, dann gegen Sturm, Malmö und Salzburg. Ich bin sehr happy. Es war ein sehr intensives Spiel. Man hat gesehen, dass die Europacup-Belastung auf beiden Seiten noch in den Knochen gesteckt ist. Unterm Strich haben wir mehr investiert, mehr gegeben, wollten den Sieg vielleicht auf mehr. Deswegen haben wir den Sieg verdient, wenn er auch glücklich war.

LAOLA1: Trotz dieser Müdigkeit hattet ihr offenbar Kraft bis zur letzten Minute…

Ortlechner: Wir haben gewusst, dass wir alles reinwerfen müssen. Uns war klar, dass die Mannschaft als Sieger vom Platz geht, die mehr Leidenschaft zeigt. Das hat sich auch bewahrheitet.

LAOLA1: Wie groß war die Umstellung von der ersten auf die zweite Hälfte, als zur Pause der großgewachsene Stefan Maierhofer gekommen ist?

Ortlechner: Das ist natürlich ein ganz anderes Spiel. Wenn er spielt, weiß man, dass er die Bälle mit seinem Körper gut abschirmt – da hat er brutale Vorteile. Vor der Pause war das ganz anders, da hatte Salzburg drei schnelle Spitzen, die immer wieder variiert haben. Wir haben es aber ganz gut gelöst und können auf dieser Defensivleistung sicher aufbauen.

LAOLA1: Mit Roland Linz ist euer Kapitän zu Beginn nur auf der Bank gesessen. Warum?

Ortlechner: Der Trainer hat so entschieden. Es herrscht bei uns ohnehin ein Kampf um jeden Platz. Es ist schon schwer, überhaupt unter den ersten 18 dabei zu sein. Der Trainer rotiert dann und wann. Das war diesmal der Fall. Ich denke, dass das jeder wie ein Profi nimmt, auch der Roli. Im nächsten Spiel sieht es vielleicht schon wieder ganz anders aus.

LAOLA1: Was muss eigentlich passieren, dass die Austria wieder einmal ein Spiel verliert?

Ortlechner: Jetzt sind wir einmal glücklich, die letzten fünf Spiele gewonnen zu haben. Nach der Admira-Pleite und dem Spiel gegen Wiener Neustadt hat es ja nicht so rosig ausgesehen. Da sind schon die ersten Stimmen aufgekommen, dass es bei uns oft so ist, dass wir nach guten Spielen immer wieder schlechte abliefern. Zum Glück haben wir diese Serie gestartet. Jetzt ist einmal zehn Tage Ruhe, einige fahren zu den Nationalteams. Es ist gut, mit einem Erfolgserlebnis in diese Länderspielpause zu gehen.

LAOLA1: Was hat sich seit diesem Unentschieden in Wiener Neustadt geändert?

Ortlechner: Der Trainer hat schon richtig angesprochen, dass wir zum Teil nur gefällig spielen. Dafür ist die Austria immer schon bekannt: Gefällig, gefällig, gefällig. Wir haben viel Ballbesitz, lassen das Leder gut zirkulieren, haben ein super Passspiel. Aber – das haben wir uns selbst oft vorgeworfen – der Endzweck hat gefehlt. Wir waren zu wenig geil auf das Tor. Daran haben wir gearbeitet. Oft ist das ja auch Kopfsache. Jetzt gehen wir viel kaltschnäuziger zu Werke.


Das Gespräch führte Harald Prantl

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