LAOLA1: Dahin geht derzeit der Trend in der Bundesliga – auch die vermeintlich Kleinen wollen offensiven Fußball spielen.

Pfeifenberger: Das ist klass‘! Man schaut sich Fußball wieder viel lieber an. Wenn ich Salzburg spielen sehe, geht mir das Herz auf. Diese ganze Zurückzieherei hat ein Ende, es geht wieder in die andere Richtung. Es schalten aber auch alle sehr schnell wieder in die Defensive um. Das lange Fallenlassen geht dem Ende zu. Diesen Trend muss man mitmachen, sonst hat man keine Chance, zu überleben.

LAOLA1: Wie weh tut es Ihnen – nicht zuletzt in diesem Zusammenhang –, wenn Wiener Neustadt einen Zuschauerrückgang von fast 20 Prozent zu verzeichnen hat?

Pfeifenberger: Jeder Fan, den man verliert, tut weh. Es ist generell ein Abwärtstrend erkennbar. Keine Ahnung, warum. Wir sollten alle noch einmal das Ganze überdenken. Wir müssen schauen, dass wir die Leute wieder ins Stadion kriegen. In Wiener Neustadt haben wir eh nicht sehr viele Fans… Dann hat man Beginnzeiten, die nicht förderlich sind, wodurch man noch einmal Zuschauer verliert. Trotzdem ist es unsere Aufgabe, die Fans ins Stadion zu bringen. Das gelingt uns noch viel zu wenig.

LAOLA1: Was kann man konkret machen?

Pfeifenberger: Wir sind ein einfacher, sehr bodenständiger Verein mit sehr bescheidenden Mitteln. Genau diese Schicht muss man ansprechen. Nur glauben die das oft nicht. Die hören nur Bundesliga und glauben, die Spieler verdienen so und soviel Geld. Wenn man es genau weiß, weiß man, dass es das in Wiener Neustadt nicht gibt. Da muss man wirklich bei zehn Euro Gedanken machen, ob man sie ausgeben kann. Das ist irgendwo ja toll, weil viele Spieler dadurch erzogen und runtergeholt werden. Die sehen einfach das wirkliche Leben ganz anders. Die Aufgabe jedes einzelnen im Verein ist, das jeden Tag zu leben. Vielleicht springt ja irgendwann der Funke zu den Leuten, die vor Jahren vergrämt wurden, wieder über und wir bringen sie wieder ins Stadion.

LAOLA1: Viele „Aufreger“ gibt es in Wiener Neustadt ja nicht. Einer davon war die Suspendierung von Peter Hlinka und Jörg Siebenhandl nach deren Kritik im Anschluss an das 0:5 bei der Austria. Würden Sie heute wieder genauso handeln?

Pfeifenberger: Selbstverständlich. Ab und zu muss man als Trainer unpopuläre Entscheidungen treffen, um ein Zeichen für die anderen im Team zu setzen. Das ist sehr gut gelungen.

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