Die zehn Liga-Gebote

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Die zehn Liga-Gebote

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Die Bundesliga startet in ihre neue Saison.

Damit wir nach den 36 Runden auch von einer guten Saison sprechen können, gilt es aber einiges zu beachten.

LAOLA1 hat die zehn Gebote für Bundesliga, Vereine, Spieler und Fans:

  • Du sollst Leipzig die Daumen drücken.

Wer kann die Dominanz der „Bullen“ am ehesten stoppen? Ein deutscher Zweitliga-Aufsteiger. Dass sich die Priorität des Konzerns bei weiteren Erfolgen seiner deutschen Mannschaft immer mehr in Richtung Leipzig verschieben wird, wird zwar nicht offen kommuniziert, ist aber sehr wahrscheinlich. Dementsprechend könnten die Salzburger dann für Spieler die Vorstufe für ein Engagement in der deutschen Bundesliga werden. Also eine noch jüngere Mannschaft in der Mozartstadt zu sehen sein. Das wiederum würde die Liga spannender machen, weil es der Salzburger Truppe hie und da an Konstanz fehlen könnte. Und eine spannende Liga ist eine attraktive Liga.

  • Du sollst topfit sein.

Wer härter presst, ist früher tot. Das könnte die Erkenntnis der ersten Wochen werden. Darf es aber nicht! Dass rund die Hälfte aller Bundesliga-Teams in der neuen Saison noch höher und aggressiver verteidigen will als bisher, ist soweit bekannt. Dass es aber auch der körperlichen Voraussetzungen bedarf, um diesen Stil 90 Minuten lang praktizieren zu können, hat nicht zuletzt die WM 2014 in Brasilien gezeigt. Also gilt es, körperlich in einem Top-Zustand zu sein.

  • Du sollst die Offensive suchen.

Wir wollen euch stürmen sehen! Die Torflut aus der abgelaufenen Saison ist uns noch in guter Erinnerung. Nullnummern waren Raritäten. So soll es weitergehen. Und so wird es auch weitergehen. Denn Salzburg wird mit seinem Pressing der halben Liga als Vorbild dienen. Das wird zu früheren Balleroberungen, besseren Torchancen und mehr Treffern führen. Oder auch durch hoch stehende Abwehrreihen zu Lücken in der Defensive, besseren Torchancen und mehr Treffern führen. Und mit den Toren verhält es sich wie mit der Spannung – je mehr, umso attraktiver die Liga.

  • Du sollst den Jugendwahn nicht übertreiben.

Zugegeben, es gibt jede Menge Argumente für junge Spieler. Sie haben in den Akademien eine ausgezeichnete Ausbildung genossen. Sie sind dynamischer und allgemein körperlich belastbarer. Sie können teurer weiterverkauft werden. Und – für viele Klubs entscheidend – auch billiger. Doch jede Mannschaft braucht auch ihre Routiniers. Sie haben in ihren Karrieren schon mehr erlebt, bewahren deshalb in Schwächephasen einen kühleren Kopf und spielen konstanter. Das sollte dann auch den einen oder anderen Euro mehr wert sein.

  • Du sollst ins Stadion gehen.

Es gibt nichts Geileres, als ein Fußballspiel live im Stadion zu erleben. Keine TV-Übertragung, kein Live-Ticker kann die Emotionen, die vor Ort herrschen, übermitteln. Freilich ist es manchmal hart, sich bei Eiseskälte aufzuraffen, um zum Stadion zu fahren. Doch die Bundesliga ist bei weitem nicht so schlecht wie sie gemacht wird. Also ab in die Stadien! Und wenn es gar nicht geht, dann doch der Live-Ticker. Wir haben übrigens einen neuen, mit noch mehr Live-Statistiken. Aber selbst diese kann man vom Handy aus abrufen. Auch im Stadion.

  • Du sollst den (Auswärts-)Fan ehren.

Alle sind sie traurig, weil die Fans ausbleiben. Doch es gibt Mittel und Wege, um das zu ändern. Über bessere Infrastruktur, anderen Anpfiffzeiten, etc. soll hier gar nicht zu viel geschrieben werden. Ein wichtiges Thema, das sich schnell lösen lässt, sind allerdings die Kartenpreise. Wenn 90 Minuten heimischer Kick genauso viel kosten wie 90 Minuten deutsche Bundesliga, dann muss über dieses Thema zumindest intensiv diskutiert werden. Ganz zu schweigen von den Kartenpreisen für die Auswärtssektoren, die teilweise in indiskutablem Zustand sind. Einigt euch auf einheitliche, billige Kartenpreise für Auswärtsfans. Und merkt euch: Auch Auswärtsfans können eure Zuschauerzahlen in die Höhe treiben.

  • Du sollst von Grödig nicht zu viel erwarten.

Das zweite Jahr ist das schwerste. Das mag abgedroschen klingen, hat seinen Wahrheitsgehalt deswegen aber nicht eingebüßt. Die Schlüsselspieler von besseren Vereinen abgeworben, der Trainer ebenfalls – das vereinfacht die Aufgabe, die Sensation aus der Vorsaison zu wiederholen, nicht gerade. Frag nach beim WAC. Oder bei der Admira, wenngleich diese zumindest ihren Coach halten konnte. Der Grödiger Kader ist dünn und Michael Baur muss seine Bundesliga-Tauglichkeit als Trainer auch erst beweisen. Da könnte das Abstiegsgespenst durchaus vorbeischauen.

  • Du sollst Altach nicht unterschätzen.

Nein, es sind kaum klingende Namen im Kader des Aufsteigers zu finden. Und Trainer Damir Canadi hat abgesehen von seinen zweieinhalb Jahren in der zweiten Liga auch „nur“ Erfolge in der Regionalliga und darunter gefeiert. Kurzum, der SCR Altach wird gemeinhin nicht unbedingt als sexy wahrgenommen. Doch man darf sich nicht täuschen. Die Truppe ist eingespielt, taktisch sehr stark und hat die Aufstiegseuphorie im Rücken. Die jüngere Vergangenheit hat gezeigt, dass Aufsteiger grundsätzlich überraschen – die Admira wurde Dritter, der WAC verpasste nur durch ein kurioses letztes Spiel den Europacup und an Grödigs Vorsaison können sich sowieso alle noch gut erinnern.

  • Du sollst weiter über das Ligen-Format diskutieren.

Nein, wir können die Patentlösung nicht anbieten. Aber diverse Umfragen lassen darauf schließen, dass das aktuelle Format mit zehn Bundesligisten und zehn Erste-Liga-Klubs nicht ideal und noch weniger beliebt ist. Deswegen sind die Verantwortlichen gefragt, diese Diskussion nicht schon im Keim zu ersticken, sondern sie intensiv und offen zu führen.

  • Du sollst den Abstand zu Salzburg verringern.

Die Kluft zwischen Krösus Salzburg und dem Rest der Liga scheint immer größer zu werden. Doch jammern hilft nichts! Dass der Titelverteidiger finanziell über andere Mittel verfügt als die Konkurrenz, ist nun mal nicht zu ändern. Nun gilt es, längerfristig Strategien zu entwickeln, um dennoch irgendwann wieder um den Meistertitel mitzuspielen. Doch dafür müssen einige Grundvoraussetzungen erfüllt werden. Der SK Rapid muss seine ambitionierten Projekte beharrlich weiterverfolgen, die Austria muss eine schlaue Entscheidung fällen, wenn es um den Nachfolger von Thomas Parits als Sport-Vorstand geht, und der SK Sturm muss beim Aufbau einer schlagkräftigen Mannschaft Geduld beweisen und darf sich nicht nach den ersten Rückschlägen sofort wieder in interne Machtkämpfe flüchten. Und der Rest sollte sich die Frage stellen, ob man taktisch als Salzburger Kopie jemals besser werden kann als das Original, oder ob es nicht doch schlauer ist, innovativere Strategien zu verfolgen.

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