Michele Polverino: Halb Gattuso, halb Federer

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Michele Polverino gefällt es in Österreich.

„Es freut mich, dass ich hier bin“, sagt der Kicker vom Wolfsberger AC.

Der Mittelfeldspieler ist im Sommer zu den Kärntnern gekommen und hat sich sofort durchgesetzt.

Bis er es in die Bundesliga geschafft hat, hat der 28-Jährige schon eine interessante Laufbahn hinter sich gebracht.

LAOLA1 weiß zehn Dinge über Michele Polverino:

  • „Ich bin der einzige Ausländer in der Familie Polverino“, lacht der Mittelfeldspieler. Tatsächlich sind seine Eltern und auch sein Bruder italienische Staatsbürger. „Ich habe mich aber für Liechtenstein entschieden, weil ich hier aufgewachsen bin“, so der 28-Jährige.
  • Bruder Daniele ist rund neun Jahre älter und in gewisser Weise auch sein Vorbild. Er spielte nämlich ebenfalls Fußball – bei St. Gallen, Chur 97, dem FC Vaduz, dem FC Balzers und dem FC Schaan. Mittlerweile ist der Ex-Stürmer 37 Jahre alt und arbeitet als Trainer.
  • Während es bei Daniele für das italienische Nationalteam doch recht deutlich nicht gereicht hat, kommt Michele, weil er sich ja für Liechtenstein entschieden hat, regelmäßig zu Länderspiel-Ehren. 30 Mal trug er bereits das Teamtrikot. Im Juni 2007 gab er beim 1:1 auf Island sein Debüt. Drei Tore hat der WAC-Profi für sein Land auch schon erzielt – je eines gegen Finnland, San Marino und Litauen.
  • „Wir sind eigentlich in jedem Spiel chancenlos. Und genau das reizt uns. Ein Punkt ist für uns schon ein sehr großer Erfolg“, sagt Polverino über das Nationalteam. Nichtsdestoweniger sind die Spiele immer wieder ein Erlebnis: „Plötzlich kannst du dich mit Spielern messen, die du sonst nur im Fernsehen in der Champions League siehst.“ So hat er etwa schon mit Sergio Ramos und Andres Iniesta Dressen getauscht.
  • Vor seinem Engagement in Kärnten spielte der Liechtensteiner ein Jahr lang im Iran beim Steel Azin FC. Der Sommer 2011 war schon weit fortgeschritten, die Zeit drängte und das Angebot war finanziell überaus ansprechend. Oder wie es Polverino formuliert: „Ich würde überall hingehen, um Fußball zu spielen.“ Jedenfalls war es für den Mittelfeldmann eine interessante Erfahrung: „Dort gelten andere Gesetze! Man muss darauf achten, wie man sich auf der Straße verhält. Man muss eine lange Hose anhaben und darf seine Freundin nicht an der Hand halten, geschweige denn küssen. Ich weiß mittlerweile gewisse Kleinigkeiten mehr zu schätzen.“
  • Einer seiner Teamkollegen im Iran war ein gewisser Mario Mijatovic. Der Kroate war in Österreich von 2006 bis 2010 beim ASK Kottingbrunn, dem LASK und dem FC Lustenau tätig. Bei den Vorarlbergern kickte er unter Nenad Bjelica. Und im vergangenen Sommer hatte er für den nunmehrigen WAC-Coach einen Tipp parat. „Er hat mich in Wolfsberg empfohlen“, weiß auch Polverino.


  • Mit seinem ersten halben Jahr in der Bundesliga ist nicht nur Polverino selbst „sehr zufrieden“. Das sehen auch die Liechtensteiner so. Denn im Winter durfte er sich über die Ehrung zu „Liechtensteins Fußballer des Jahres 2012“ freuen. „Das hat mich überrascht. Ich war ein halbes Jahr im Iran, da konnten mich die Liechtensteiner ja nicht verfolgen. Aber dieses Halbjahr beim WAC hat die Leute anscheinend dazu bewogen, mich zu wählen.“ Damit ist er Nachfolger des Ex-Rieders Martin Stocklasa. „Ich habe den Preis meinen Eltern überlassen. Ich bin sicher, sie haben einen guten Platz gefunden“, grinst der WAC-Kicker.
  • Selbstverständlich ist der 28-Jährige ein großer Fan des italienischen Fußballs. Mit dem Nationalteam ist er allerdings noch nie gegen die „Squadra Azzurra“ angetreten. Doch: „Solange ich spiele, gebe ich die Hoffnung nicht auf. Ich hätte am liebsten das Leibchen von Andrea Pirlo.“ Immerhin war er aber schon in Italien aktiv, nämlich 2005/06 in der Serie C2 bei Olbia Calcio.
  • Der Durchbruch bei seinem Stammklub FC Vaduz gelang Polverino schon davor, nämlich 2003/04, als er in der zweithöchsten Schweizer Spielklasse in 25 Spielen immerhin sieben Tore erzielen konnte. Zudem spielte er in der Schweiz beim FC Aarau. Insgesamt hat es der Liechtensteiner in der Schweizer Super League auf 54 Einsätze gebracht.
  • In Wolfsberg hat der Legionär einen interessanten Spitznamen bekommen, nämlich „Gattuso“. „Wenn du so einen Namen trägst, musst du versuchen, hart zu bleiben“, grinst er. Seine Mutter vergleicht ihn indes viel lieber mit dem Schweizer Tennisspieler Roger Federer.


Harald Prantl

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