"Muss Leistungen bestätigen"

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"Muss meine Leistungen erst einmal bestätigen"

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„Didi!“, kommt es von der rechten Seite. „Didi“, kommt es von der linken Seite. „Super, Didi“, kommt das Lob von den Trainern.

Didi hier, Didi dort, Didi da. So weit so gut. Nur: Beim Training der SV Ried heißt niemand Dieter, Dietmar, Dietrich oder auch nur annähernd so ähnlich.

Dennoch braucht es keinen Sherlock Holmes, um zu klären, wer auf diesen Namen horcht. Es ist Thomas Reifeltshammer, seines Zeichens seit einem knappen Jahr Abwehrchef der Innviertler.

„Warum ich genau ‚Didi‘ heiße, weiß ich auch nicht“, grinst der Rotschopf mit dem ansteckenden Lachen und verweist auf seinen alten und neuen Vereinskollegen Andreas Schicker.

Warum heißt Thomas „Didi“?

Der Steirer, der diesen Sommer nach sechs Jahren Absenz zurück in Ried ist, trägt die Verantwortung für den Spitznamen des 23-jährigen Abwehrspielers.

„Als Andi seine erste Zeit in Ried verbrachte, hatte er das Bedürfnis, Spitznamen zu verteilen und ich wurde eben zum Didi. Aber warum, das musst du ihn selbst fragen“, schlägt Reifeltshammer vor.

Kein Problem. LAOLA1 fragte beim 25-Jährigen wenig später nach. „Er hat mich schon gewarnt“, grinst Schicker, um Licht in die Sache zu bringen.

„Wir sind schon sehr lange befreundet. Ich kam ja mit 17 nach Ried und die Familie Reifeltshammer hat mich damals sehr herzlich aufgenommen. Es ist richtig, dass ich gerne Spitznamen vergebe und ‚Didi‘ passt einfach für ihn. Ich glaube, das hängt damit zusammen, dass ich früher mit Didi Berchtold zusammengespielt habe. Er hat mir sehr viel weitergegeben und ich dann seinen Namen“, lacht der Linksverteidiger beim Lüften des Geheimnisses.

Was – wie das familiäre Klima in Ried – kein Geheimnis ist: „Didi“ Reifeltshammer hat eine starke, erste komplette Bundesliga-Saison hinter sich. In keinem „Team der Saison“ fand sich sein Name nicht wieder. Kein Wunder, trat er doch in Oliver Glasners Fußstapfen. Ohne größere Probleme.

Warum „Didi“ in Ried blieb

Was wiederum eher ein Geheimnis darstellt, ist, warum der Oberösterreicher allen Lockrufen widerstehen konnte. Vor allem Rapid machte keinen Hehl daraus, Interesse am Aufsteiger der Saison zu haben.

Doch wie es sich für einen echten Rieder „Wikinger“ (seit 1994, Vertrag bis 2014) gehört, blieb „Didi“ bodenständig.

„Es war meine erste Saison und die muss man erst einmal bestätigen“, so der 1,88m-Kicker. „Hier finde ich super Bedingungen vor, komme ich zum Spielen, kriege meine Chance.“

Und so groß das Interesse kolportiert wurde, so wenig hat sich letztlich getan: „Es war nie so konkret, wie es geschrieben wurde. Auch von meiner Seite nicht. Ich habe mit meinem Berater besprochen, was wir vorhaben, und da war Ried eigentlich immer erste Wahl“, blickt Reifeltshammer zurück.

Und was wäre gewesen, wenn es doch sehr konkret geworden wäre? „Natürlich überlegt man sich gewisse Dinge, aber ich denke, ich hätte auf jeden Fall entschieden, dass ich in Ried bleibe.“

Was für einen Wechsel passieren muss

Der Bald-Mittzwanziger (24. Geburtstag am 3. Juli), der wegen einer Gelbsperre in der vergangenen Saison nur 90 Minuten verpasste, weiß auch selbst, dass er noch nicht reif genug ist.

„Ich bin noch nicht so sattelfest, muss auch noch viel lernen und ich glaube, hier in Ried kann ich das am besten.“

Wenn nicht der FC Barcelona kommt, dann bleibe er definitiv über den 31. August – auch als Ende des Transferfensters bekannt – in Ried und dann auch zumindest einmal bis zur nächsten Periode.

Wahrscheinlicher ist, dass erst nach der kommenden Saison wieder über einen Wechsel gesprochen wird. „Ich will erst meine Leistungen bestätigen, dann schauen wir weiter.“

Einfach „Didi“.

 

Bernhard Kastler

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