Wacker: Die zwei Fragezeichen

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FC Wacker: Schwierige Suche nach Verstärkungen

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Nägel mit Köpfen machen könnte so einfach sein. Wenn man über ein entsprechendes Budget verfügt.

Dann würde sich Oliver Prudlo abends vor den Fernseher setzen, zur EURO 2012 zappen und sich seinen Wunschstürmer einfach aussuchen.

Der Wacker-Sportdirektor hätte die Qual der Wahl: Klaas-Jan Huntelaar hat Schalke 04 wissen lassen, dass er nur dann bleibt, wenn Verstärkungen kommen.

Robert Lewandowskis Berater hat in den letzten zwei Wochen bei fast jedem Top-Klub in Europa die Klinke geputzt und sogar Real-Trainer Jose Mourinho die Hand geschüttelt.

Und Robin van Persie ist nach dem frühen EURO-Aus der Niederländer für 37 Millionen Euro zu haben. Ein Schnäppchen … Wenn man über ein entsprechendes Budget verfügt.

Fernandes darf bleiben

Weil der FC Wacker Innsbruck das natürlich nicht tut, studiert Sportdirektor Prudlo auch während der EM-Partien Angebote, telefoniert mit Spielerberatern und verhandelt mit Managern.

Der Robin van Persie des FC Wacker soll Marcelo Fernandes heißen und spielt zur Zeit auf Probe bei den Tirolern vor.

>>> LAOLA1-Transferliste: Wer kommt, wer geht? <<<

Im Test gegen den SV Kirchdorf zeigte der Angreifer einige gute Szenen, blieb aber ohne Torerfolg.

„Er bekommt jetzt noch eine Woche lang die Möglichkeit, sich zu präsentieren und wird auch im Test gegen St. Gallen dabei sein“, will Prudlo dann eine Entscheidung treffen, wie er im Gespräch mit LAOLA1 verrät.

Ein Restrisiko bleibt

Trainer Walter Kogler ist mit dem Brasilianer bislang zufrieden: „Er ist sehr engagiert, tritt genauso auf, wie man sich das als Trainer von einem Testspieler wünscht“, hat der Wacker-Trainer „einige gute Ansätze“ gesehen.

Kogler weiß aber auch, dass trotz guter Zwischenbeurteilung ein Risiko dabei ist. Denn eine Saison in Österreich ist lang und die Winter in Innsbruck können kalt sein.

„Je weiter ein Spieler von daheim weg ist, desto mehr Fragezeichen gibt es. Das müssen wir in die Entscheidung miteinbeziehen.“

Diab körperlich zu schwach

Eine andere Entscheidung ist bereits gefallen: der Franzose Babis Diab, Torschütze zum 1:1 gegen den SV Kirchdorf wird nicht verpflichtet. Er wurde auch schon wieder nach Hause geschickt.

„Diab ist ein guter Fußballer, aber körperlich war das einfach zu wenig“, hätte es laut Sportdirektor Prudlo einfach zu lange gedauert, bis der 21-jährige Angreifer konditionell auf dem Niveau gewesen wäre, um den Tirolern helfen zu können.

Spekulationen gab es auch um eine Rückkehr von Hannes Aigner, dessen LASK-Vertrag aber noch zwei Jahre läuft.

Die sportliche Führung spricht von „einer schwierigen Situation“ und ist zumindest skeptisch.

"Sind nicht der Liga-Krösus"

Dringender Handlungsbedarf herrscht (noch) nicht: „Es gibt ein, zwei weitere Optionen im Angriff, die wir gerade prüfen“, lässt Prudlo wissen, dass es keine Schnellschüsse geben wird.

„Wir sind nicht der Krösus der Liga! Wir müssen sehr genau überlegen, was wir machen, damit es auch wirklich passt.“

Trainer Kogler hat mit dieser Art der Transferpolitik kein Problem, im Gegenteil: „Mir ist klar, dass wir nicht zwei, drei Spieler verpflichten und dann sagen: Einer wird schon passen! Aber ich bin überzeugt, dass wir, auch wenn wir behutsam mit unseren Ressourcen umgehen, etwas Vernünftiges bekommen.“

Erfahrung für das zentrale Mittelfeld

Auf der Suche nach „etwas Vernünftigem“ ist der FC Wacker auch für das Mittelfeld.

Trainer Kogler wünscht sich einen Routinier für das Mittelfeld, der denkt und lenkt und die Fäden zieht. Wenn der neue Mann Bundesliga-Erfahrung hat, umso besser.

„Wir brauchen noch einen Spieler, der die jungen Talente wie Simon Piesinger und Christian Schilling führt. Uns schwebt vor, dass wir jemand bekommen, der etwas Erfahrung in unser Mittelfeld reinbringt“, so Kogler.

Saurer: "Ein interessanter Spieler"

Dass man da in eine andere Preiskategorie vordringt als bei einem 20-Jährigen aus der Regionalliga, ist dem Wacker-Trainer bewusst.

Aber die Mittel stehen bereit. Vielleicht für Christoph Saurer, der beim SK Rapid am Abstellgleis steht, mit dem man in Wien-Hütteldorf nicht mehr plant?

„Er ist sicher ein interessanter Mann“, möchte sich Oliver Prudlo nicht in die Karten schauen lassen.

Denn er weiß, wie schwer es ist, Nägel mit Köpfen zu machen.

 

Stephan Schwabl

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