"Wir müssen uns den Arsch aufreißen"

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Die Situation spitzt sich zu.

Die Sorgenfalten werden immer größer.

Wacker Innsbruck steckt mehr denn je in der Krise.

Nach der 1:4-Niederlage am Wochenende gegen Admira und dem gleichzeitigen überraschenden Punktgewinn des SC Wiener Neustadt bei Rapid beträgt der Rückstand des Schlusslichts auf die Niederösterreicher bereits vier Punkte.

Dank der Drei-Punkte-Regel eigentlich keine große Sache, doch angesichts der gezeigten Leistungen in den letzten Wochen erscheint die Lage in einem anderen Licht.

Erschreckende Defensiv-Fehler wohin das Auge reicht und so gut wie keine zählbaren Offensiv-Aktionen. Geht es in dieser Tonart weiter, droht die Situation noch aussichtsloser zu werden.

„Müssen uns den Arsch aufreißen“

Im „Heiligen Land“ muss daher etwas passieren, wie auch Tormann-Routinier Szabolcs Safar gegenüber LAOLA1 betont:

„Wir müssen die Kurve kriegen - durch Leistung, durch Kämpfen. Wir müssen uns jede Minute den Arsch aufreißen, damit wir wieder punkten.“

Der 38-Jährige hat zwar damit gerechnet, „dass es heuer schwieriger wird als letzte Saison, aber so schlimm habe ich es nicht erwartet. Dass es so schief geht, hat niemand geglaubt.“

Durchhalteparolen

Der Ist-Zustand hat sichtlich seine Spuren hinterlassen. „Wenn man immer wieder verliert, wird es immer schwieriger, weil das Selbstvertrauen fehlt. Wir können das nur selber umdrehen. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis. Dann steigt auch wieder das Selbstvertrauen.“

Ähnlich sieht es Teamkollege Daniel Schütz: „Wir lassen uns nicht hängen. Die Stimmung ist immer noch gut. Wir müssen an unseren Fehlern arbeiten, müssen nach vorne schauen. In der Länderspielpause heißt es: Hart arbeiten. Danach steht ein Heimspiel am Programm. Das müssen wir gewinnen.“

Torsperre geknackt

Der 21-Jährige sorgte wenigsten für einen kleinen Lichtblick, indem er gegen die Admira die 9 Stunden und 19 Minuten anhaltende Torsperre der Innsbrucker durchbrach und zum zwischenzeitlichen 1:3 traf.

Für ihn persönlich ein schwacher Trost. „Es ist positiv, dass wir diese Negativserie beendet haben. Im Endeffekt nehmen wir aber nichts mit. Das Tor ist schön, nicht mehr und nicht weniger in dieser Situation.“

Der Steirer lechzt ebenfalls nach einem vollen Erfolg. „Wenn man so viele Spiele verliert, ist es klar, dass das Selbstvertrauen nicht unbedingt vorhanden ist. Die Mannschaft hat aber genug Erfahrung. Es wird wieder aufwärts gehen. Davon bin ich überzeugt.“

Kogler vor Ablöse

Ob Trainer Walter Kogler seinen Teil dazu beitragen kann, ist hingegen offen.

Denn es verdichten sich die Anzeichen, dass ein Trainerwechsel ansteht. "Ob Kogler in zwei Wochen noch auf der Bank sitzen wird, kann ich noch nicht sagen. Nicht zu 100 Prozent“, lässt Obmann Kaspar Plattner in der „Krone“ die Zukunft des Kärntners offen.

Hinter den Kulissen dürfte die Suche nach einem Nachfolger längst begonnen haben. Als heißester Kandidat gilt Michal Streiter, der aktuell sehr erfolgreich bei Erste-Liga-Klub SV Horn arbeitet.

 "Ich bin es gewohnt, dort Thema zu sein", meint der 46-Jährige gegenüber den "NÖN".

Safar stärkt dem Trainer den Rücken

Safar glaubt aber nicht, dass mit einem neuen Trainer alle Probleme vom Tisch wären. „Man kann nicht immer dem Trainer die Schuld geben. Wir müssen am Platz unsere Leistungen bringen.“

Neben dem Chefcoach steht aber auch Sportdirektor Oliver Prudlo seitens der Vereinsführung in der Kritik. Kasper bezeichnete den Wiener in einem „Sky“-Interview als Hauptschuldigen für die Misere.

Eine kühne Behauptung, schließlich war es der Vorstand, der im Sommer, anstatt eines Verteidigers, das ohnehin knappe Geld in Angreifer Roman Wallner investierte.

Dem Wunsch des Trainers, die Defensive zu stabilisieren, wurde nicht nachgekommen. Eine Entscheidung, die sich jetzt rächt.

Martin Wechtl

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