Jaio - der "baskische Bauer"

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Jaio: "Ich bin ein einfacher Spieler"

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„Er ist ein super Typ, ein ganz einfacher, ein baskischer Bauer, wie er selbst von sich sagt.“

An Roland Kichlers Beschreibung seines neuen Abwehrchefs Egoitz Jaio lässt sich schon erkennen, dass keinerlei Starallüren von dem Neuzugang von CD Numancia zu erwarten sind.

Dass er „wirklich gut zu uns, den Bauern von Tirol“ passt, wie der Wacker-Trainer anführt, bestätigt der Baske auch im Gespräch mit LAOLA1:

„Ich wurde wirklich gut aufgenommen. Ich habe noch nicht allzu viel mit der Mannschaft trainiert, aber meine ersten Eindrücke sind sehr positiv.“

Startschwierigkeiten überwunden

Die ersten Wochen in Österreich waren für den Innenverteidiger alles andere als einfach. Zunächst gibt es die altbekannte Sprachbarriere, die für einen Fußballer, der das erste Mal ins Ausland wechselt, unabdingbar ist.

Dann sorgte der unterschiedliche Spielplan für Probleme. „Als ich das letzte Training mit meinem Ex-Verein absolviert habe, wurde hier bereits wieder zu trainieren begonnen. Nach 15, 20 Tagen Pause bin ich natürlich zu spät gekommen. Der Rest des Teams hatte zwei Vorbereitungswochen mehr in den Beinen.“

Und schließlich sollte auch das Testspieldebüt im Dress der Innsbrucker auch einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nach einem Zusammenstoß mit Marco Köfler zog sich Jaio eine Zahn- und Kieferverletzung zu.

„Ich hoffe, sofort helfen zu können“

Mit einem speziellen Mundschutz konnte der Routinier nach Tagen einer individuellen Vorbereitung wieder ins Mannschaftstraining einsteigen und steht rechtzeitig zum Bundesliga-Auftakt gegen Sturm Graz wieder zur Verfügung.

„Ich hoffe, der Mannschaft sofort helfen zu können“, zeigt sich der Südländer bereit, bleibt aber geduldig: „Wenn ich nicht aufgestellt werde, versuche ich mich aufzudrängen und so im Training das Level hoch zu halten. Im Fußball ist es eben so, dass du mal spielst, mal nicht. Ich habe schon alles erlebt, deshalb mache ich mir darüber keinen Kopf.“

Mit 32 Jahren hat der Absolvent der Athletic-Bilbao-Akademie schon viel gesehen, wenn auch nicht außerhalb der iberischen Halbinsel.

Sprung ins Ausland keine Flucht

„Ich hatte schon immer die Absicht, ins Ausland zu wechseln. Ich war aber stets vertragsgebunden. In meiner ganzen Karriere habe ich überlegt, es nach Ablauf eines Vertrags im Ausland zu versuchen. Letzten Endes habe ich immer wieder einen neuen Kontrakt unterschrieben“, hat Jaio eine simple Erklärung für den späten Schritt in ein anderes Land.

Getrieben wurde er von der Abenteuerlust und dem Wunsch, „eine Erfahrung zu machen, neue Leute und eine neue Kultur kennenzulernen.“

Während andere Spanier aufgrund der ökonomischen Situation bei den Vereinen ins Ausland flüchten, war dies beim Neo-Tiroler nicht der Fall. „Ich hatte nie Probleme mit meinen Verträgen, vielleicht auch weil sie nie so hoch dotiert waren. Das Bisschen, was mir versprochen wurde, haben sie mir auch immer gezahlt.“

Tore eher nicht zu erwarten

Es ist diese erfrischende Ehrlichkeit, die den 1,87 Meter großen Abwehrrecken, der knapp 200 Spiele in der Segunda Division in den Beinen hat, auf Anhieb sympathisch macht.

Auch seine Eigendefinition liest sich etwas anders als das Gewohnte: „Ich bin ein einfacher Spieler. Da ich nicht der größte Techniker bin, gefällt es mir, den Fußball simpel zu halten.“

Einen Zauberer bekommt Wacker ebenso nicht wie einen Goalgetter – „In meinen elf Jahren in der Segunda Division sind mir vielleicht sechs, sieben Treffer gelungen“ – aber einen soliden Defensiv-Arbeiter, der nicht müde wird zu betonen, sich für die Mannschaft ins Zeug zu legen.

Attribute, die bei Tirolern gefragt sind und daher gut ankommen.

Auch wenn sie von einem „baskischen Bauern“ stammen.

 

Christian Eberle

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