Strebinger sieht die Chance aufs Einserleiberl

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Es läuft bei Richard Strebinger, könnte man neudeutsch sagen.

Nach vielen Jahren in Deutschland kehrt der Keeper nun in die Heimat zurück und nimmt sein erstes Engagement in Österreich in Angriff. Nicht nur sportlich scheint der 22-Jährige die optimale Lösung gefunden zu haben, auch privat spielt dem Neo-Ehemann und werdenden Papa der Wechsel nach Wien in die Karten.

"Es passt ziemlich perfekt", freut sich Strebinger im Gespräch mit LAOLA1. "Neben dem sportlichen Reiz, der bei Rapid sehr hoch ist, trifft es sich nebenbei auch privat gut. Da ich im Herbst Vater werde, ist es ein Bonus für meine Frau und mich, wieder näher bei der Familie zu sein. Darauf freuen wir uns schon", lässt er sich anmerken, dass er im Moment rundum zufrieden ist. "Es könnte schlimmer sein", lacht der 1,94 Meter große Schlussmann.

"Es ist klar, dass man sich für Rapid entscheidet"

Sportlicher Reiz ist das Stichwort. Der war in Bremen, wo Strebinger noch bis 2017 unter Vertrag gestanden wäre, nicht mehr sonderlich hoch.

Nach seinem Bundesliga-Debüt im Herbst ließ er sich im Winter an Drittligist Jahn Regensburg verleihen, um Spielpraxis zu sammeln. Im Sommer wurden die Tormann-Karten bei Werder neu gemischt, Strebinger hielt dabei allerdings nicht das beste Blatt in Händen.

Wolfsburg-Leihgabe Koen Casteels verließ Werder zwar wieder, mit Stammkeeper Raphael Wolf und dem aus Frankfurt geholten Neuzugang Felix Wiedwald, sowie dem aktuell verletzten DFB-U20-Goalie Michael Zetterer waren die Aussichten auf Einsätze im Bremer Kasten aber eher überschaubar.

"Es hat schon Gespräche mit Werder gegeben, aber in dem Moment, in dem das Interesse aus Wien da war, wollte ich nur noch zu Rapid wechseln", stellt Strebinger klar. Der Rekordmeister setzte sich dabei auch gegen andere deutsche Klubs durch, die durch Strebinges starke Leistungen beim Jahn aufmerksam wurden.

Greuther Fürth, Hansa Rostock und Holstein Kiel sollen laut "kicker" Interesse bekundet haben. "Es hat Kontakt mit mehreren Vereinen gegeben, aber wenn man die Klubs vergleicht, ist es denke ich klar, dass man sich, gerade als Österreicher, natürlich für Rapid entscheidet", erklärt Strebinger und fügt hinzu: "Das ist auch die deutlich größere Adresse, als die genannten Vereine."

Kampf um die Nummer eins

Für die Hütteldorfer dürfte vor allem gesprochen haben, dass die Chance auf einen Stammplatz aktuell groß ist. Mit dem Abgang von Marko Maric nach Hoffenheim (bzw. Lechia Gdansk) kam Rapid jener Mann abhanden, den man in der kommenden Saison als zukünftige Nummer eins aufbauen wollte.

Diese Rolle könnte nun Strebinger zuteil werden, der einen langfristigen Vertrag bis 2019 unterschrieben hat und vor wenigen Wochen im LAOLA1-Interview meinte: "Ich habe jetzt gemerkt, wie viel Spaß es macht, Woche für Woche zu spielen und das ist eigentlich auch mein Ziel für das nächste Jahr."

Dass Rapid den ehemaligen Hertha-Nachwuchsspieler nicht nur als hochkarätigen Bankdrücker verpflichtet hat, dafür spricht wohl auch die Ablösesumme, die für Strebinger zu bezahlen ist. Rund eine halbe Million Euro wurde in deutschen Medien spekuliert, vermutlich ein Grund dafür, dass sich der Transfer fast vier Wochen lang zog, ehe sich Werder und Rapid einigen konnten.

Wer beim Bundesliga-Auftakt der Grün-Weißen gegen Ried am 25. Juli zwischen den Pfosten stehen wird, kann Strebinger aber noch nicht sagen.

"Das wird man sehen. Ich will grundsätzlich jedes Training so gut wie möglich bestreiten, mich immer weiterentwickeln und das werde ich auch bei Rapid fortsetzen, so wie ich es bislang überall getan habe - einfach jedes Training Vollgas geben", lautet die Devise. 

"Ich will mich so schnell wie möglich durchsetzen"

Der Neuzugang stellt aber auch klar, dass er viel vor hat. "Ich habe den Schritt gemacht, weil Rapid ein großer, erfolgreicher Verein ist. Und natürlich ist ein Grund, dass ich hier meine Chancen sehe, über kurz oder lang die Nummer eins zu werden. Ich will mich so schnell wie möglich hier durchsetzen und meinen Teil dazu beitragen, dass wir mit der Mannschaft so erfolgreich wie möglich sind. Wohin das dann führen wird, wird man in den kommenden Monaten und Jahren sehen", sagt Strebinger, der Rapid mittelfristig großes Potenzial attestiert. "Wenn man sich die Entwicklung der Mannschaft in den letzten Monaten ansieht, sind wir glaube ich bereits auf einem sehr guten Weg", glaubt der Goalie.

Das Engagement in Wien könnte für Strebinger dabei einen weiteren erfreulichen Nebeneffekt bekommen. Nachdem er zuletzt nicht mehr für die Nachwuchs-Nationalteams spielberechtigt war, verschwand der 22-Jährige ein wenig vom Radar des ÖFB.

Kontakt gab es in letzter Zeit keinen, als Keeper des Rekordmeisters steht Strebinger, der bereits 2008 den Weg nach Deutschland ging, nun aber wieder verstärkt im Fokus und ist auch gewillt, diesen Umstand zu nutzen: "Natürlich hoffe ich, dass ich mich in die Auslage spielen und auf mich aufmerksam machen kann."

Am Montag steigt Strebinger ins Rapid-Training ein und wird dann erstmals gemeinsam mit seinen neuen Kollegen für die Bundesliga-Saison schuften. Trotz seines ausgedehnten Auslandsaufenthalts darf er sich dabei auch auf ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern freuen.

Mit Philipp Prosenik, Maximilian Hofmann, Louis Schaub, Florian Kainz und Mario Pavelic spielte Strebinger etwa bereits im ÖFB-Nachwuchs zusammen. "Ganz unbekannt ist mir die Mannschaft also nicht", freut sich der langjährige Legionär.

Und einmal mehr merkt man ihm an, dass gerade alles passt. Es läuft bei Richard Strebinger.

 

Christoph Kristandl

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