"Ich schalte den Kopf mehr ein"

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Es war nicht der Herbst des Stefan Lexa.

Der Mittelfeldspieler, der in den vergangenen drei Saisonen bei der SV Ried stets gesetzt war, rückte ins zweite Glied zurück.

Lediglich acht Mal brachte Trainer Paul Gludovatz den 35-Jährigen in der Liga von Beginn an. Durchgespielt hat er gar nur vier Mal. Die durchschnittliche Einsatzzeit pro Spiel beträgt 27 Minuten.

Pech mit den Verletzungen

„Der Herbst hätte besser laufen können. Alles hat ein bisschen gegen mich gespielt“, sagt der SVR-Profi.

Die Gründe dafür kennt Lexa: „Es hat mit einer Wadenverletzung angefangen, daher hatte ich keine richtige Vorbereitung. Dann ist der Rippenbruch dazu gekommen.“

„Eine Verletzung wirft einen zurück. Da muss man erst wieder aufholen und seine Linie finden“, meint er.

Kein Zweifel an der Qualität

An seinen Qualitäten zweifelt der Routinier keineswegs: „Ich bin davon überzeugt, dass ich wie in den Saisonen davor gespielt hätte, wenn ich nicht verletzt gewesen wäre.“

Und wenn er gespielt hat, waren seine Leistungen durchaus beachtlich. Fünf Torschussvorlagen lieferte der Kärntner im Herbst pro 90 Minuten. Nur Steffen Hofmann und Samir Muratovic sind in dieser Kategorie effektiver.

Im Frühjahr will der sechsfache Internationale wieder seine gewohnte Rolle spielen: „Ich gebe in der Vorbereitung Gas, um in der Rückrunde durchzuspielen, wenn das möglich ist. Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht aufgebe.“

"Ich muss mich nicht verstecken"

Zum alten Eisen zählt sich der langjährige Legionär sowieso noch nicht: „Ich glaube, ich muss mich vor den Jungen noch nicht verstecken. Ich habe noch keine Probleme.“

Vielmehr täten sich die Youngster manchmal schwer, mit ihm mitzuhalten: „In den Laufeinheiten ist es teilweise eher so, dass die Jungen jammern, wenn ich vorne weglaufe.“

Karriereende kein Thema

Deswegen will Lexa trotz seiner 35 Jahre die Fußballschuhe noch lange nicht an den Nagel hängen. „Wieso sollte ich ans Karriereende denken? Ich habe Spaß am Fußball und fühle mich fit. Noch zwickt und zwackt es nicht so, dass ich es beim Aufstehen merken würde“, stellt er klar.

Sein Verhalten habe sich im Laufe der Zeit aber geändert: „Ich höre besser in meinen Körper hinein, gehe nicht auf den Platz und holze sofort ein paar Bälle raus, wie ich das mit 18 Jahren gemacht habe. Ich dehne zuerst und gehe es langsamer an. Ich schalte den Kopf mehr ein.“

Lexa will verlängern

Ob der Mittelfeldmann auch noch eine fünfte Saison im Innviertel verbringt, steht allerdings noch nicht fest. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Gespräche hat es bislang noch keine gegeben.

Für den „Wikinger“ steht aber fest, dass er noch nicht von Bord gehen möchte: „Ich hätte auf jeden Fall noch Lust. Mal schauen, ob es für den Verein auch passt.“

Das beste Argument für einen Verbleib bei den Oberösterreichern wäre, dem durchwachsenen Herbst einen guten Frühling folgen zu lassen.


Harald Prantl/Kurt Vierthaler

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