"Es ist schön, wenn Neustadt das zusammenbringt"

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Rapid, Sportklub, Vienna.

Peter Schöttel hat bei drei der großen vier Wiener Klubs eine Vergangenheit. Dabei bleibt es auch, denn als grün-weißer Rekordteamspieler wird er nie für den Erzrivalen Austria arbeiten.

„Das würde sie nicht wollen und ich auch nicht“, hält es der Trainer des SK Rapid im Gespräch mit LAOLA1 genauso wie sein ehemaliger Teamkollege und Admira-Coach Didi Kühbauer.

Bislang war Schöttel ansonsten nur bei einem vierten Verein tätig: Wiener Neustadt. Dem Gegner Rapids am Samstag im Hanappi-Stadion (18:30 Uhr).

„Tolles Sprungbrett, tolle Möglichkeit“

Den Niederösterreichern hat der 45-Jährige, der damals im Dezember 2009 das Amt von Helmut Kraft  übernahm, einiges zu verdanken. Schließlich war diese Trainer-Station seine wichtigste vor der Rückkehr zu Rapid.

Auch sein Nachfolger profitiert von dieser Arbeit. Peter Stöger übernahm im Sommer Schöttels Job und gilt nun als jemand, der für höhere Aufgaben bereit ist.

„Es war für mich eine ganz wichtige Station, es ist für Peter Stöger ein tolles Sprungbrett, eine tolle Möglichkeit, sich zu präsentieren“, weiß Schöttel.

Stöger wurde in den vergangenen Wochen mit dem vakanten Trainer-Amt in Ried in Verbindung gebracht. Auch mit der Austria, sollten die „Veilchen“ nicht mit Ivica Vastic verlängern.

Auch für die Spieler

Doch nicht nur Trainer spielen sich in Neustadt ins Rampenlicht, auch die Spieler.

„Zu meiner Zeit war sicher eine andere Mannschaft da, wie sie jetzt ist. Aber da waren auch Spieler da, die irgendwo schon einmal gescheitert waren oder durch Verletzungen zurückgeworfen wurden“, erinnert sich Schöttel.

„Bei Grünwald und Simkovic hatte man etwa bei der Austria keine Geduld und das ist dann schön, wenn Spieler wie die beiden wieder zur Austria gehen. Oder wenn Neustadt es zusammenbringt, dass Rapid einen Guido Burgstaller holt oder ein Patrick Wolf zu Sturm geht und dort Meister wird.“

Die niedrige Erwartungshaltung kommt der Arbeit aller Protagonisten entgegen.

„Weil der Druck dort eben ein anderer ist. Du solltest halt nicht absteigen, was auch heuer nicht passieren wird. Die Qualität der Spieler ist aber dennoch eine gute, weil sie gut ausgebildet sind.“

Deswegen vor Neustadt gewarnt

Das wird Rapid wohl auch am Samstag zu spüren bekommen.

„Wir sind gegen Neustadt natürlich Favorit, aber diese Spiele sind heuer jedem Spitzenverein schwer gefallen. Es ist genauso ein extrem unangenehmer Gegner, zumal sie wenige Tore bekommen. Da müssen wir für den defensiv eingestellten Gegner gute Lösungen finden. Wenn das gelingt, kommt das Derby. Vorher ist es nicht in unserem Kopf“, ist sich Schöttel der Schwere der Aufgabe bewusst.

Die guten Lösungen müssen ohne Steffen Hofmann gefunden werden. „Er ist natürlich nicht eins zu eins ersetzen“, so Schöttel, der den Kapitän wie Stöger am aufsteigenden Ast sah.

Ausreden gibt es jetzt keine mehr, die entscheidende Phase in dieser Meisterschaft hat begonnen.

„Ich finde es ein wenig amüsant, wenn im August die ersten ernsthaften Diskussionen geführt werden – etwa die Admira wird Meister, sie wird vorne weg ziehen. Wir diskutieren über Testspielergebnisse, die völlig egal sind. Jetzt geht es erst darum“, hält der Rapid-Coach fest.

Und vor allem nach dem Neustadt-Spiel startet für den Tabellenzweiten eine entscheidende Phase: Austria (a), Sturm (h), Ried (a), Salzburg (h) heißen dann die Gegner.

Nach dem 4:0 bei der Admira heißt es gegen Neustadt nachlegen. Um vielleicht den finalen Siegeslauf zu starten.

 

Bernhard Kastler

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