"Für Akademie und Burschen ist es ein Zeichen“

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Am Sonntag wurde die SV Ried 100 Jahre alt. Einen Tag zuvor stellte sie noch einen Klubrekord auf.

Die Mannschaft, die beim 0:0 in Kapfenberg auflief, war die jüngste Elf der Innviertler Bundesliga-Geschichte. Das Durchschnittsalter betrug 23,27 Jahre.

Allen voran gab Thomas Burghuber (18) sein Debüt von Beginn an, in der zweiten Hälfte gesellte sich Julian Baumgartner (17) kurz vor Spielende dazu. Beide kommen aus der eigenen Akademie.

„Coole Buam“

„Es sind einfach coole Buam. Sie haben es ganz trocken heruntergespielt“, war Gerhard Schweitzer mit den Jungspunden mehr als zufrieden.

Der Interimstrainer gibt aber auch zu: „Man muss ehrlich sein: Die Situation des Kaders hat es erzwungen.“

Emanuel Schreiner war gesperrt, Alternative Nacho wurde geschont. Und so konnten die Innviertler auch ein Signal in die Richtung ihres Nachwuchses der Wenzel-Schmidt-Akademie setzen.

„Es ist für sie ein Zeichen gewesen, auch für andere Spieler.“ Aktuell trainieren immer zwei bis vier der Jungspunde oben mit, das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Dabei wird auch die Schule nicht vergessen, schließlich ist sie ein ebenso wichtiger Teil der Rieder Nachwuchs-Philosophie wie der Fußball selbst. Auch hinsichtlich der nahen Zukunft.

„Wir wägen alles ab, ob der Junge in dem Jahr Matura hat oder zum Bundesheer muss, davon hängen auch Kooperationen ab. Wenn er Matura hat, ist es besser, er bleibt bei uns. Klar ist, die Entscheidung fällt immer für den Buben aus“, so Schweitzer.

Manager Stefan Reiter war über die Debüts naturgemäß ebenfalls erfreut und hielt bei der 100-Jahr-Feier klipp und klar fest: „Es werden noch viele nachfolgen.“

Spannung muss erhalten werden

In dieser Saison werden sie allerdings keine große Rolle mehr spielen. Nur noch drei Partien sind vor dem großen Rieder Showdown, dem ÖFB-Cup-Finale gegen Salzburg, zu absolvieren.

Geschont wird bei der Spielvereinigung niemand. „Wir haben drei Meisterschaftsspiele, zwei davon zu Hause. Wir werden Gas geben, das ist sicher“, betont Schweitzer.

Eigentlich könnten sich die Innviertler aber schonen, schließlich steht Salzburg als Meister so gut wie fest und sichert damit seinem Cup-Finalgegner das Ticket für den Europacup.

Schweitzer geht hier aber den Rieder Weg: „Man muss im Fußball immer am Boden bleiben.“

Außerdem wollen die Oberösterreicher zum zweiten Mal en suite Cupsieger werden. Auf die Bremse getreten wird deshalb nicht.

„Wir müssen auf Spannung bleiben. Das geht nicht, sich zwei Wochen zu schonen und dann Vollgas gehen zu wollen“, weiß Schweitzer.

„Aber wir werden bei keinem Spieler ein Risiko eingehen. Sei es hinsichtlich Verletzung oder drohenden Sperren.“

Beim Cup-Finale wird Schweitzer vorerst das letzte Mal als Cheftrainer auf der Rieder Trainerbank Platz nehmen, denn kommende Saison rückt der 48-Jährige wieder ins zweite Glied.

Einen neuen Trainer gibt es noch nicht. Schweitzer wird wohl erst nach einer Vorauswahl durch Reiter eingebunden. Und hat dann auch Mitspracherecht? „Wenn er mich fragt und wir setzen uns zusammen, dann ist es okay, wenn nicht, dann ist es nicht so.“

 

Bernhard Kastler

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