Rapid zieht die Reißleine

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Schöttel muss seinen Hut nehmen

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Die sportliche Talfahrt des SK Rapid hat erste personelle Konsequenzen gefordert.

Der Verein hat Cheftrainer Peter Schöttel (46) am Mittwoch mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden.

Nachfolger ist der bisherige Amateure-Trainer Zoran Barisic (42/Steckbrief).

Der Ex-Internationale hatte schon im Frühjahr 2011 vor der Bestellung Schöttels interimistisch als Chefcoach fungiert und wird die Hütteldorfer vorläufig zumindest bis Saisonende mit Carsten Jancker als Co-Trainer an seiner Seite betreuen.

Krise 2013

Rapid hat von den vergangenen zehn Ligaspielen nur eine einzige (2:0 zuletzt gegen Wr. Neustadt) gewonnen.

Zu allem Überfluss setzte es am Dienstag im Cup-Viertelfinale eine blamable 0:1-Heimniederlage gegen den Regionalligisten FC Pasching.

Schöttel leitete am Tag danach zwar noch das Vormittagstraining, die Vereinsführung entschloss sich unterdessen aber zur Trennung.

Seit Sommer 2011 im Amt

Dabei hatte Schöttel erst im Jänner eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2015 unterschrieben - eine der ersten Amtshandlungen von Sportdirektor Helmut Schulte.

Der Deutsche hatte Schöttel bis zuletzt öffentlich den Rücken gestärkt. Der Druck auf die Funktionäre war nach der anhaltenden sportlichen Misere aber zu groß. Am Mittwochnachmittag (16.00 Uhr) wollte sich die Clubführung in einer Pressekonferenz erklären.

Schöttel hatte die Hütteldorfer im Sommer 2011 übernommen, in der Vorsaison zum Vizemeistertitel und im Herbst in die Europa-League-Gruppenphase geführt. Sieben Runden vor Schluss liegt Rapid in der Bundesliga auf dem dritten Tabellenplatz.

Fans waren sauer

Vor dem Wiener Derby am Sonntag fehlen aber bereits 20 Punkte auf Tabellenführer Austria. Mit dem Cup-Aus gegen Pasching war auch die letzte Chance auf einen Titel dahin.

Die Rapid-Fans hatten ihrem Ärger bereits vor dem Heimspiel gegen Wr. Neustadt mit einer Demonstration Luft gemacht. Waren die Unmutsäußerungen anfangs hauptsächlich gegen die Vereinsführung gerichtet, mehrten sich in den vergangenen Tagen auch die "Schöttel raus"-Rufe.

Der Rekordspieler des Vereins war von 2003 bis 2006 bereits als Sportmanager bei Rapid tätig gewesen - und nach Fan-Aufständen abgetreten.

Auch Baholli muss gehen

Mit Schöttel muss auch dessen Assistent Dritan Baholli gehen. Aus dem bisherigen Trainerteam bleiben Thomas Hickersberger und Tormanntrainer Raimund Hedl. Neuer Co-Trainer ist der frühere Stürmerstar Carsten Jancker, zuletzt als Nachwuchschef tätig.

Dazu steht Alexander Steinbichler zur Verfügung, der bereits bei den Amateuren als Athletiktrainer mit Barisic gearbeitet hatte.

Platzsturm und Rang fünf

Barisic war nach der Trennung von Peter Pacult im April 2011 zum interimistischen Chefcoach bestellt worden. Unter seiner Führung kamen die Hütteldorfer in acht Ligaspielen auf lediglich elf Punkte, dazu gab es im Derby gegen die Austria einen unrühmlichen Platzsturm der Fans.

Am Ende reichte es nur zu Platz fünf - den Platz, auf dem Barisic die Mannschaft übernommen hatte. Einen derartiger Absturz, der sogar den Europacup-Startplatz in Gefahr bringen könnte, soll "Zoki" in den kommenden Wochen vermeiden.

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