Der Wind hat sich gedreht

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Sascha Horvath stand zuletzt auf dem Abstellgleis.

Im Herbst 2013 durfte der Mittelfeldspieler im Alter von 17 Jahren, acht Monaten und 29 Tagen sein Bundesliga-Debüt für die Austria feiern, hätte gegen Saisonende unter Herbert Gager sogar so etwas wie einen Stammplatz.

Doch es folgte ein Herbst zum Vergessen – die Vorbereitung wegen der U19-EM verpasst, danach immer wieder krank und die Weigerung, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag vorzeitig zu verlängern.

Schwierige Monate

Drei Mal saß der 18-Jährige auf der Ersatzbank, auf dem Rasen stand er für die Profis nie. Der nächste Rückschlag erfolgte im Winter, als Horvath nicht mit ins Trainingslager der Profis genommen wurde.

„Wir müssen auch jetzt in der Vorbereitung schon schauen, wie es über den Sommer hinaus aussieht. Ich muss davon ausgehen, dass er den Verein verlassen will. Also konzentriere ich mich auf jene Spieler, von denen ich weiß, dass ich sie länger habe“, sagte Sportdirektor Franz Wohlfahrt am 21. Jänner.

Horvath meint: „Die letzten paar Monate waren ein bisschen schwierig.“ Immerhin habe er im Oktober und November für die Amateure spielen können: „Das war für mich überhaupt kein Problem. Wichtig war nur, dass ich wieder Spielpraxis sammle.“

Der Wind hat sich gedreht

In den vergangenen zwei Wochen hat sich der Wind überraschend gedreht. Beim 1:1 im Auswärtsspiel gegen die Admira wechselte Gerald Baumgartner das Talent ein, am Wochenende darauf stand der Youngster im Heimspiel gegen die SV Ried sogar in der Startelf.

Horvath: „Es hat mich überrascht, dass ich auf einmal wieder von Beginn an gespielt habe. Ich war dem Trainer für diese Chance sehr dankbar. Das hat mir Selbstvertrauen gegeben.“

"Man kann mit Ogris offen sprechen"

Mittlerweile ist Baumgartner in Wien-Favoriten Geschichte, Amateure-Coach Andreas Ogris hat interimistisch bis Saisonende übernommen.

Horvath kennt ihn gut: „Er war selbst Fußballer, kennt sich also sehr gut aus. Er hat einen sehr guten Draht zu den Spielern. Unter ihm macht das Training immer Spaß. Man kann mit ihm immer offen sprechen.“

"Es ist wirklich alles offen"

Gesprochen wird auch noch einmal über eine Vertragsverlängerung beim FAK. „Wir werden uns Mitte oder Ende April noch einmal zusammensetzen“, bestätigt Horvath, der sich mit dem Jahrgang 1996 des ÖFB zum dritten Mal für ein Großereignis qualifiziert hat.

Wie seine Zukunft aussieht, vermag er noch nicht zu sagen: „Es ist wirklich alles offen. Mal sehen, was kommt.“

Harald Prantl

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