Salzburgs traurige Meister

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Gustafsson und Co.: Salzburgs traurige Meister

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Dort, wo normalerweise die Ergometer gelagert werden, saßen am Sonntag Salzburgs traurige Meister.

Auf der Ladefläche eines weißen Kastenwagens verfolgten Petri Pasanen, Chema Anton und Simon Cziommer die letzten Minuten des 5:1-Sieges gegen Wiener Neustadt.

Auch den Meistertrubel sah sich das Trio anfänglich aus der Entfernung an, nach feiern war keinem so richtig zumute.

„Hatte eine unglaublich schöne Zeit“

„Bei mir ist schon ein gemischtes Gefühl dabei. Ich habe bis zum Winter fast alles gespielt, danach kaum noch. Mir war schon im Winter klar, dass es für mich schwer wird. Ich habe alles gemacht, aber es hat nicht gereicht“, erklärt Simon Cziommer sichtlich enttäuscht.

Der 31-Jährige wird so wie Pasanen und Anton den Verein mit Saisonende verlassen, blickt aber im Gegensatz zu den beiden Verteidigern positiv auf die vergangenen drei Jahre zurück.

„Ich hatte eine unglaubliche schöne Zeit in Salzburg. Es waren fantastische Spiele dabei – vor allem in der Europa League. Wir haben starke Gegner ausgeschaltet und zwei Mal in Europa überwintert.“

Einen neuen Verein hat der Deutsche bereits gefunden, nennen will bzw. darf er ihn noch nicht.

Schwieriges Jahr für Gustafsson

So weit ist es bei Eddie Gustafsson noch nicht, wenngleich der Schwede ebenfalls zu den traurigen Meistern gehört.

Ausgerechnet seine Ausbootung im Herbst war der Anfang des Erfolgslaufes und das Ende der Negativserie.

„Für mich persönlich war es ein sehr schwieriges Jahr“, gibt der Schlussmann offen zu.

Nach seiner schweren Verletzung (Schien- und Wadenbeinbruch 2010) konnte der Kapitän und Publikumsliebling nie mehr so richtig an die Leistungen vergangener Tage anschließen.

Gustafsson machte zwar keine entscheidenden Schnitzer, ließ aber die nötige Sicherheit vermissen.

Bester Torhüter der Liga

Angesichts von Walkes Bilanz wird das aber ein schwieriges Unterfangen.

Der Deutsche hat in 20 Liga-Partien nur elf Gegentreffer kassiert und ist mit einer Fangquote von knapp 84 Prozent der mit Abstand beste Torhüter.

Bleibt für Gustafsson als letzter Ausweg nur mehr eine Flucht aus Salzburg? Schließlich neigt sich seine Karriere schon dem Ende zu.

„An einen Vereinswechsel möchte ich noch nicht denken. Ich habe noch zwei Jahre Vertrag und freue mich auf die nächste Saison.“

Sie wird für Gustafsson aber vermutlich so beginnen, wie die alte endete: Auf der Bank.

Kurt Vierthaler

„Alex hat fantastisch gehalten“

Ricardo Moniz reagierte nach sieben Spielen ohne Sieg und stellte Alexander Walke ins Tor. Der Ausgang ist bekannt.

„Alex hat fantastisch gehalten“, zollt auch Gustafsson seinem Konkurrenten Respekt.

Überhaupt präsentierte sich der 35-Jährige immer als fairer Sportsmann, sorgte nie für Ärger, sondern half der Mannschaft, wo immer er auch konnte.

„Ich bin Teil der Mannschaft und muss ihr helfen – auch, wenn ich nicht spiele. Ich will Alex unterstützen, damit er gut spielt.“

Kampf um die Nummer eins

Ein Dauerzustand soll die Reservistenrolle allerdings nicht werden.

Gustafsson will wieder die Nummer eins werden. Kampflos gibt er seinen Platz nicht her.

„Es wird für Alex nicht einfach werden, weil ich weiter versuchen werde, wieder im Tor zu stehen. Ich bin im besten Torhüter-Alter und will spielen.“

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