Zwei Änderungen, zwei Lehren

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Zwei Umstellungen, zwei Erkenntnisse

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Die 15.500 Zuschauer in der „Bullen-Arena“ staunten nicht schlecht.

Chancen im Minutentakt, aggressives Pressing, perfekte Raumbeherrschung – ja, man durfte von den Hausherren schon einiges erwarten.

Zumal es gegen angeschlagene Gäste ging, die noch in der Vorwoche eine herbe 0:3-Derby-Packung erhalten haben.

"Salzburg an die Wand gespielt"

Aber es waren eben nicht die Salzburger, von denen man ein derartiges Feuerwerk erwarten konnte, sondern die Rapidler, die furios in die Partie starteten.

Dass es nicht schon nach der Anfangsviertelstunde 0:3 aus Salzburger Sicht stand, hatten die „Bullen“ Eddie Gustafsson zu verdanken.

„Wir haben die erste Hälfte dominiert und Salzburg teilweise an die Wand gespielt. Unsere Stürmer haben nicht schlecht agiert, sondern Gustafsson hat einfach überragend gehalten“, lobte SCR-Goalie Helge Payer seinen Konterpart.

System-Umstellungen

Die Dominanz der Rapidler hatte zwei Ursachen: Erstens die Systemumstellung von Peter Schöttel. Zweitens die Systemumstellung von Ricardo Moniz.

Während der RBS-Coach wegen Neuzugang Stefan Maierhofer von seinem bevorzugten 4-3-3 zum 4-4-2 (Moniz: "Es war sogar ein 4-2-4") umschwenkte, ließ sein grün-weißer Kollege im 4-2-3-1 statt im 4-4-2-System spielen.

Das Resultat: Eine Rapid-Überzahl im Mittelfeld, mit der Salzburg in Hälfte eins überhaupt nicht zurechtkam.

Moniz reagiert

„Rapid hat uns in der ersten Hälfte einfach überrumpelt. Wir waren darauf nicht eingestellt. Die System-Umstellung hat natürlich auch einiges dazu beigetragen. Für uns Verteidiger ist es schwieriger, da der Gegner im Mittelfeld immer Überzahl hat“, gestand Verteidiger Martin Hinteregger.

Moniz reagierte in der Pause darauf und zog Jakob Jantscher in die Mitte. Alan nahm dessen Part am linken Flügel ein.

"Im Prinzip muss das klappen"

Als gescheitert will der Niederländer das Zwei-Stürmer-System aber nicht betrachten.

„Gegen die Wiener Austria hat das im letzten Spiel der vergangenen Saison auch geklappt. Im Prinzip muss das auch klappen, sonst hätten wir Maierhofer nicht holen dürfen.“

Zum 2,02m-Hünen passe laut Moniz ein System mit zwei Stürmern besser. „Aber wenn wir auf der Seite nicht durchkommen, haben wir mit diesem System ein Problem.“

Durch den Ausfall von Alan (hier geht’s zur Story) könnte der 47-Jährige aber wieder zum 4-3-3 zurückkehren, da im Gegensatz zu den Flügelspielern im Sturmzentrum die Alternativen fehlen.

"Experiment" ging auf

Im Rapid-Lager war man dagegen mit der System-Umstellung und dessen Auswirkungen mehr als zufrieden.

Das Experiment auf links mit Deni Alar (Schöttel: „Er hat seine Sache sehr gut gemacht“) ging weitestgehend auf, dazu durfte Regisseur Steffen Hofmann endlich wieder in der Offensive seine Qualitäten ausspielen.

„Die Umstellung hat bewirkt, dass Steff mehr Freiheiten nach vorne hatte. Er musste nicht so viel nach hinten arbeiten“, stellte auch Schöttel fest.

Zu Hause mit zwei Spitzen?

Wo jetzt aber die ideale Position für das grün-weiße Hirn ist, darüber ist sich der 44-jährige Wiener auch noch nicht im Klaren.

„Steff hat vier Mal eher von hinten gespielt und im Derby rechts. Im Nachhinein betrachtet war das nicht meine glücklichste Entscheidung. Gegen Salzburg hat er auf der Position gespielt, die ihm wahrscheinlich am meisten Spaß macht. Da kann er sich am besten ins Offensiv-Spiel einbinden“, so Schöttel.

Der Haken dabei: Rapid agiert nur mit einer Spitze.

Schöttel: „Gegen Salzburg hat das gut funktioniert, aber in den Heimspielen kann ich mir schon vorstellen, dass wir wieder mit zwei Spitzen spielen.“

Fakt ist, dass beide Mannschaften mit ihren Umstellungen wichtige Erkenntnisse und Alternativen gewonnen haben.

In Stein gemeißelt ist ohnehin nichts.

Kurt Vierthaler

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