Der Flankengott der Wikinger

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Der Flankengott der Wikinger

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Marco Meilinger hat das, was im Volksmund als Lauf bezeichnet wird.

In den vergangenen drei Spielen verzeichnete der 21-Jährige nicht weniger als sieben Scorer-Punkte. Vier Mal traf der Linksfuß ins Netz, drei Mal lieferte er die Vorlage zu einem Treffer.

„Es läuft nicht nur bei mir, sondern bei der ganzen Mannschaft. Ohne Team kann ich auch keine Assists erzielen“, bleibt der Offensivspieler der SV Ried im Gespräch mit LAOLA1 bescheiden.

Muss er aber eigentlich nicht sein.

An der Effizienz erfolgreich gearbeitet

Mit elf Torvorlagen ist Meilinger gemeinsam mit Wolfsbergs Michael Liendl, auf den der Salzburger am Samstag im direkten Duell treffen wird, Nummer zwei der Liga hinter Austrias Tomas Jun.

„Man sieht es schon gern, wenn man weiter vorne ist“, gibt er zu, setzt sich aber nicht die Assist-Krone zum Ziel: „Ich blicke nicht darauf, wenn es sich anbietet, schließe ich schon selbst ab.“

Mit seinen zusätzlichen sechs Saison-Treffern findet sich der Blondschopf in der Scorer-Wertung auf Rang sechs (wie Teamkollege Robert Zulj) wieder. Nicht schlecht, könnte man meinen.

„Es ist sicher nicht schlecht, aber es geht immer besser“, sagt Meilinger, der am Feld sichtlich vor Selbstvertrauen strotzt. Zuletzt gesehen beim 4:1 zu Hause gegen die Admira. In seiner ersten Saison bei Ried hielt Meilinger am Ende noch bei sechs Punkten, an der Ausbeute hat er gearbeitet.

„Früher war ich nicht so effizient, das haben mir die Trainer gesagt und bin ich jetzt mehr. Ich versuche das umzusetzen, das gelingt mir gut und gibt mir Selbstvertrauen“, so der Flankenmann.

Direkte Duelle mit Wolfsbergern

88 Mal hat Meilinger („Bei mir ist die Seite, wo ich spiele, eh nicht so tragisch“) in dieser Saison schon von der Seite geflankt, nur Wolfsbergs Manuel Kerhe hat es öfter probiert (90). 75 Mal legte die Nr. 16 einen Torschuss auf, nur Liendl tat das häufiger (89). Am Samstag kann sich Meilinger persönlich messen.

„Wir haben dort schon gewonnen (5:2, Anm.), warum sollen wir keine Punkte mitnehmen? Verstecken werden wir uns nicht“, so der Offensive, der dem WAC ein tolles Frühjahr attestiert.

Hadzic wird Ried verlassen - aber auch wirklich zu Rapid?

Wenngleich die Konkurrenz auf den Außenposition deutlich höher ist. Stichworte: Sadio Mane und Kevin Kampl. Am Willen zum Durchbeißen würde es beim Ronaldo-Fan sicherlich nicht scheitern.

„Wenn ich zurückkommen würde, dann würde ich auch alles probieren. Da sind sicher super Spieler, aber wenn Salzburg mich zurückholt, dann würde das auch nicht aus irgendeinem Grund passieren.“

Seine Verbundenheit mit Salzburg zeigte Meilinger erst kürzlich, als er bei seinen beiden Treffern im direkten Duell nicht jubelte. Zumindest äußerlich – wie es der ungeschriebene Kodex im Kontext mit eigentlichen Arbeitgebern oder Ex-Klubs vorsieht – nicht.

„Man freut sich immer, aber ich wollte es eben nicht zeigen.“

Wird Anel Hadzic und Rapid nichts?

Ob Meilinger kommende Saison in Ried spielt, ist offen. Bei Anel Hadzic nicht mehr.

Aber dessen angeblicher Transfer zu Rapid lässt weiter auf sich warten. Der Allrounder will nichts mehr dazu sagen, bis es was zu sagen gibt. Gegenüber LAOLA1 meint der 23-Jährige lediglich, dass „noch nichts unterschrieben“ sei und es „auch andere Klubs“ gäbe.

Es scheint so, als würde der Mittelfeldspieler die Entwicklung der Krise bei Rapid (und einen möglichen Trainer-Wechsel) abwarten wollen. Einzig klar, eine Verlängerung bei Ried ist definitiv kein Thema mehr: „Ich werde definitiv gehen, ich brauche eine neue Herausforderung.“

Wie diese und jene von Meilinger zukünftig heißen werden, darauf darf man gespannt sein.

 

Bernhard Kastler

Einen internationalen Startplatz zu erreichen, wäre „super und ist sicher ein Ziel, aber wir müssen von Spiel zu Spiel schauen.“ Fünf Punkte beträgt aktuell der Rückstand auf beide Europa-League-Plätze.

Und den Cup gibt es auch noch, die Chance auf das Final-Triple lebt. Der Cupsieger 2011 und Zweite von 2012 trifft kommenden Dienstag im Viertelfinale im OÖ-Derby auf Regionalligist LASK.

Was auch in naher Zukunft liegt, ist die Entscheidung, wie es mit Meilinger selbst im Sommer weitergeht. Der Außenspieler ist von Salzburg, wo er mit Beginn der Red-Bull-Ära die Akademie-Laufbahn einschlug, an Ried verliehen. Die Zügel haben die Mozartstädter selbst in der Hand.

Zurück nach Salzburg?

„Salzburg hat eine Option“, schildert Meilinger hinsichtlich seines Vertrages. Wird sie gezogen, dann würden die Mozartstädter ihn bis 2014 binden. Entscheidung gibt es noch keine.

„Aktuell weiß ich nicht, wie es weitergeht. Es werden Gespräche geführt, dann wird man weitersehen“, will sich Meilinger vorerst auf seine Aufgabe bei den Innviertlern konzentrieren.

Aus Salzburg selbst ist zu vernehmen, dass die „Bullen“ die Option ziehen wollen. Zumal man mit der Entwicklung zufrieden sei. Wenn das unter Dach und Fach ist, kann man weitersehen. Ein neuerlicher Verbleib in Ried für ein Jahr ist nicht auszuschließen. Das kann sich auch Meilinger vorstellen.

„Ich habe mich die letzten beiden Saisonen in Ried sehr wohl gefühlt, habe hier meine Spiele in der Bundesliga gemacht“, bestätigt der „Wikinger“, der auch einer Rückkehr nicht abgeneigt ist.

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