Salzburg: 69 Tage Krisengerede sind vorbei

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69 Tage lang mussten sich Salzburgs Kicker immer wieder das Gleiche anhören.

Ein Krisengerede in der Dauerschleife.

Natürlich nicht zu Unrecht, wenn man als großer Meisterschafts-Favorit sieben Liga-Spiele in Folge ohne Sieg bleibt.

Gegen Kapfenberg dann der langersehnte Befreiungsschlag: Leitgeb und Co. schenkten dem Schlusslicht gleich sechs Stück ein und schossen sich damit den Frust der letzten Monate von der Seele.

„Jetzt ist der Knoten geplatzt“, jubelte Doppeltorschütze Stefan Maierhofer nach dem Sixpack. „Uns hat zuletzt einfach das Erfolgserlebnis gefehlt. Gegen Kapfenberg haben wir das Glück erzwungen.“

Erzwungen ist ein gutes Stichwort. Denn Trainer Ricardo Moniz hat mit einem radikalen Umbau den Umschwung tatsächlich erzwungen.

  • Umbau #1: Walke statt Gustafsson

Für Fans und Medien sicher die signifikanteste Veränderung. Moniz verbannte ausgerechnet Kapitän und Publikumsliebling Gustafsson auf die Bank und brachte stattdessen Zweier-Goalie Walke. Doch der Wechsel war, so schmerzhaft es für Gustafsson auch sein mag, sogar überfällig. Der Schwede leistete sich in den letzten Wochen immer wieder Aussetzer, strahlte keine Sicherheit mehr aus und trug zur gesamten Verunsicherung in der Defensive bei. „Es war letztlich ein Bauchgefühl“, rechtfertigte Moniz seine Entscheidung. „Ich musste eingreifen. Du kannst nicht ewig warten. Eddie hat immer das Vertrauen bekommen, aber manchmal musst du gewisse Autoritäten draußen lassen.“

  • Umbau #3: Die Flügel-Rochade

Eine wichtige Erkenntnis von Moniz aus den letzten Wochen war: Wollen wir mit Maierhofer im Zentrum spielen, brauchen wir die richtigen Flügelspieler. Und so brachte der 47-Jährige mit Jantscher (rechts) und Svento (links) zwei Akteure, die Maierhofer perfekt fütterten. Denn anders als Zarate und Leonardo ziehen Jantscher und Svento nicht in die Mitte, sondern versuchen den „Langen“ mit Flanken in Szene zu setzen. Gegen Kapfenberg klappte das ausgesprochen gut. Jantscher servierte Maierhofer das 2:0 perfekt auf den Kopf und traf dann selbst nach Svento-Flanke. „Die Mannschaft hat endlich gezeigt, welch‘ Qualitäten sie hat. Es ist eine gute Bestätigung und wichtig für das Selbstvertrauen, aber wir sind noch lange nicht dort, wo wir hin wollen“, stellte Moniz klar. Immerhin gibt es jetzt in der Mozartstadt wieder andere Gesprächsthemen als diese unsägliche Unserie. Pünktlich zum ersten Advent kehrt also auch bei den „Bullen“ etwas Ruhe ein.

Kurt Vierthaler

  • Umbau #2: Da Silvas in der Startelf

Moniz ließ nicht nur Gustafsson draußen, sondern änderte im Vergleich zum Rapid-Spiel fast die gesamte Viererkette. Linksverteidiger Ulmer schaffte es nicht einmal in den Kader, Pasanen nur auf die Bank. Für ihn feierte der lange verletzte Douglas da Silva sein Pflichtspieldebüt. Und der Brasilianer zeigte gleich, warum er Salzburg im Winter dieses Jahres rund 2,6 Millionen Euro wert war. 17 seiner 22 Zweikämpfe entschied er für sich, dazu spielte er keinen einzigen Fehlpass! „Es ist einfach großartig, nach so einer langen Zeit wieder zu spielen. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte, denn wir waren in einer schwierigen Situation“, sagte der 27-Jährige. Nicht weniger wichtig war das Startelf-Comeback von David Mendes da Silva. Der Niederländer hatte die meisten Ballkontakte (82) und eine starke Passquote (96 Prozent, 67 von 70 Pässen kamen an). Moniz: „Man hat gesehen, wie wichtig die Beiden für uns sind. Mit ihnen haben wir eine ganz andere Qualität in der Mannschaft.“

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