Das Runde will nicht ins Eckige

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In punkto Torflaute gehen Rapid die Argumente aus

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Dass den Erwartungen alles andere als gerecht gewordene 300. Wiener Derby war für Rapid in punkto Torausbeute nur das Tüpfelchen auf dem „i“.

Zum vierten Mal in den letzten fünf Spielen mussten sich die Grün-Weißen mit einem 0:0 zufrieden geben. Eine Abschlussschwäche kann beim Tabellenführer nicht mehr verleugnet werden.

Auch Trainer Peter Schöttels Begründungen fielen schon mal optimistischer aus. „Wir dürfen den Glauben an uns nicht verlieren und müssen als Mannschaft sehr eng zusammenrücken. Wir haben auch in der Offensive genug Qualität, aber mit vier 0:0 in den letzten fünf Spielen gehen auch dem Trainer bald die Argumente aus.“

An seinem 4-2-3-1-System hält der 44-jährige Wiener fest – trotz Kritik von allen Seiten und der Torflaute der vergangenen Wochen.

„Uns ist wieder viel zu wenig eingefallen“

Gegen die Austria gaben die Hütteldorfer 14 Torschüsse ab, zehn mehr als der violette Erzrivale. Trotz allem kam man nur bei zwei Trimmel-Kopfbällen und einem „Luftloch“ von Burgstaller in eine aussichtsreiche Position.

„Es hat die eine oder andere Strafraumsituation gegeben, aber schlussendlich haben wir mit dem Lattenköpfler in der 88. Minute wieder den Matchball gehabt, leider aber wieder nicht den Lucky Punch setzen können“, hadert der Trainer mit zwei verlorenen Punkten und ergänzt:

„Uns ist wieder viel zu wenig eingefallen, um richtig gefährlich vor das Tor zu kommen.“

Guido Burgstaller gab gegenüber LAOLA1 zu, dass er den Ball schon im Tor sah. „Gestern im Training hat Trimmel zwei oder drei von denen hintereinander reingemacht. Heute leider nicht. So ist das halt.“

Stürmer im 4-2-3-1-System alleingelassen

Der „Stürmer“, der eigentlich kein gelernter ist, steht sinnbildlich für die vergebene Liebesmühe in der Offensive. Im neuen System muss sich der Kärntner oftmals alleine auf weiter Flur behaupten.

Ob er sich alleingelassen fühlt? „Natürlich. Wenn man alleine vorne ist, ist es schwierig. Da kriegt man nicht so viele Bälle. Aber das wird sich schon wieder ändern.“

Schöttel verteidigt die taktische Ausrichtung. Ihm ist aber auch bewusst, dass es so nicht weitergehen kann.

„Wir müssen besser spielen. Wir sind stabil, im Moment ist es schwierig, uns zu schlagen. Das zeigt auch die Serie (elf Spiele in Folge ohne Niederlage, Anm. d. Red.). Andererseits müssen wir uns natürlich vorne mehr herausspielen, kreativer und im Abschluss konsequenter sein.“

Rapid hinkt in punkto Effizienz zurück

Mit 333 Torschüssen hat Rapid ligaintern die mit Abstand meisten Versuche abgegeben, herausgekommen ist bisher jedoch verhältnismäßig wenig.

Bei 29 selbst erzielten Treffern (plus ein Eigentor) schlägt der Ball nur bei jeder 11,5 Torannäherung ein. Mit dieser Quote liegt der Rekordmeister in punkto Effizienz nur auf Rang sieben.

Kein Kurswechsel in Sicht

Auch Thomas Prager will sich trotz widrigen Bedingungen in Wiener Neustadt, einem Stangentreffer und dem Lattenknaller von Trimmel im Derby nicht auf fehlendes Glück ausreden.

„Wir haben unsere Chancen vorgefunden, aber man hat halt nicht in jeder Partie zehn Top-Chancen. Wir hatten zwei, drei sehr gute, da müssen wir halt auch mal eine reinhauen.“

Mit Hamdi Salihi wurde der Torgarant der vergangenen Spielzeiten in die MLS verkauft, Atdhe Nuhiu kam auch im Derby nur als Joker zum Einsatz. Der große „Goleador“ wird weiterhin gesucht.

Ein Kurswechsel ist vorerst nicht zu erwarten. Zu groß ist das Vertrauen des Trainers in die Offensive. Fehlen nur noch die Erfolgserlebnisse.


Alexander Karper/Martin Wechtl/Harald Prantl

Spielerisch präsentiert sich die Elf in guter Form, zumindest bis zum gegnerischen Strafraum. Bisher fehlt jedoch ein „Knipser“, der in der entscheidenden Phase zuschlägt.

„Wir haben halt zur Zeit auch ein bisschen Pech im Abschluss. Im Derby hat auch das Tore schießen nicht geklappt, sonst war eigentlich alles okay“, schilderte Burgstaller. Das Umfunktionieren eines Stürmers wie Deni Alar in einen Mittelfeldspieler und umgekehrt (Burgstaller) könnte aber auch seinen Teil dazu beigetragen haben.

Wann geht der Knoten auf?

Der Trend, nicht mehr nur auf reine Strafraumstürmer zu setzen, hat sich in letzter Zeit international etabliert. Aus Rapid-Sicht ging das Konzept, mit der Zeit zu gehen, aber noch nicht wirklich auf.

Schon im Sommer blieb die Schöttel-Truppe zwischen der dritten und sechsten Runde ohne Torerfolg, zog sich jedoch mit 24 Treffern in den darauffolgenden elf Runden an den eigenen Haaren aus dem Sumpf.

Christopher Drazan ist davon überzeugt, dass es auch mit dem Tore schießen endlich wieder klappt, „wenn der Knoten aufgeht“.

Eine Begründung, warum das Runde nicht ins Eckige will, hat derzeit aber kein Akteur parat. „Wir haben phasenweise gut kombiniert, waren die bessere Mannschaft. Ich weiß aber nicht, warum wir im Strafraum nicht zu einer richtigen Chance kommen“, wirkt Deni Alar ratlos.

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