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Trainerdiskussion? „Das ist überhaupt kein Thema"

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Quo vadis, Rapid?

Die verpasste Gruppenphase der Europa League war bisher nur der Gipfel einer durchwachsenen Saisonstarts.

Durchhalteparolen, Ausreden und der ständige Verweis auf die „junge Mannschaft“ ziehen sich wie ein roter Faden durch die letzten Wochen.

Trotz der Negativerlebnisse und sechs Spielen ohne Sieg bleibt (vorerst) alles beim Alten. Der eingeschlagene Weg soll irgendwann doch einmal Früchte tragen.

Wiederholter Neustart vorerst kein Thema

Ein neuerlicher Neustart nach dem x-ten Drücken des Reset-Knopfes ist für Sportdirektor Andreas Müller kein Thema.

„Dieser Prozess ist ja schon vor einiger Zeit eingeleitet worden. Mit einer Mannschaft, die sich in der Entwicklung befindet“, meinte der Deutsche nach dem 3:3 gegen HJK Helsinki.

„Deswegen wäre es für uns aus sportlicher Sicht sehr wichtig gewesen, dass sie sich für die Gruppenphase qualifiziert, um zu lernen und mehr Reife aus diesen Spielen zu bekommen, was sicherlich auch hilfreich für die Bundesliga gewesen wäre.“

Das angestrebte Ziel wurde jedoch klar verpasst. Kein Wunder, dass somit auch Coach Zoran Barisic immer mehr in die Kritik gerät.

Barisic steht nicht zur Diskussion

Für Müller stellt sich allerdings keine Trainerfrage, er spricht dem Betreuerstab das vollste Vertrauen aus.

„Das ist jetzt überhaupt kein Thema. Wir haben ein Ziel, das wir uns gesteckt haben, nicht erreicht. Aber man muss trotzdem sehen, wie die Mannschaft Fußball spielt. Das ist für mich das Wichtigste und dass die Mannschaft lebt und guten Fußball zeigt. Die Mannschaft hat sich für vieles, was sie zuletzt abgeliefert hat, nicht belohnt.“

Barisic sieht das ähnlich und lobt immer wieder sein „hochtalentiertes Team“. Angesprochen auf begangene Fehler nimmt er sich und nicht die Mannschaft in die Pflicht.

„Ich habe mir alles vorzuwerfen, ich trage die Verantwortung, alles geht auf meine Kappe. Wir haben uns gemeinsam für diesen Weg entschieden, aber wir sind noch nicht so weit.“

Frust, aber keine Kurzschlussreaktion

Bereits kurz nach dem Schlusspfiff steckten der Chefbetreuer und der Sportdirektor die Köpfe zusammen. Die Unzufriedenheit war auf beiden Seiten groß.

Trotzdem lässt sich im grün-weißen Lager keiner zu einer Kurzschlusshandlung hinreißen. Die gewechselten Worte bleiben aber im Verborgenen.

„Das ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Aber die Enttäuschung bei uns beiden ist sicherlich sehr groß – wie im gesamten Klub und bei den Anhängern. Man ist im ersten Moment sehr frustriert, weil die Gelegenheit gerade nach der 2:0-Führung sehr groß war.“

Glück und Pech will man in die Berechnungen nicht einfließen ließen. Viel mehr vermisste man die nötige Cleverness und Abgebrühtheit.

„Daran wird man gemessen“

Auf Dauer reicht es allerdings nicht, ein Spiel 90 Minuten lang zu dominieren, ohne Zählbares einzufahren. Das ist auch den Verantwortlichen bewusst.

Denn ein einziger Pflichtspielsieg in dieser Saison gegen Ried ist für die Ansprüche der Grün-Weißen eindeutig zu wenig.

„Die Ergebnisse gehen mit unserem Spiel bisher nicht einher“, wusste auch Barisic, dass die Effizienz bisher noch auf sich warten ließ.

Müller fordert nun ebenfalls die nötigen Resultate: „Man ist immer abhängig von zwei Zahlen auf der Anzeigetafel, das ist das Ergebnis. Daran wird man gemessen, das wissen wir auch. Deswegen müssen wir in nächster Zeit so arbeiten, dass wir gute Ergebnisse liefern. Natürlich mit Zoran Barisic.“

r² x π = Zukunft Rapids?

Dass dieser Prozess ein schleichender wird, war Barisic schon klar, als der oft kritisierte Weg inklusive Sparkurs eingeschlagen wurde.

Somit ist auch keine Prognose möglich, wann denn schlussendlich ein Rad ins andere greifen soll und sich nach langem Warten der Erfolg einstellt.

„Ich kann keine Formel aufstellen, etwa r² x π = die Zukunft Rapids. Ich habe von Anfang an gewusst, dass der Weg steinig wird.“

Gründe, warum bisher Details fehlten, gibt es genug. Das betont auch Müller, der längst nicht mehr gelten lässt, „dass die Mannschaft im Entwicklungsprozess oder noch zu jung ist“.

Stellt sich nur die Frage, wie lange Rapids Erfolglosigkeit noch andauern darf, um den eingeschlagenen Weg nicht zu gefährden. Quo vadis, Rapid?


Alexander Karper

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