Magath und Pyro-Lösung als Rapids Derby-Anheizer

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Derby-Time ist Trash-Talk-Time!

Normalerweise, denn irgendwie ist vor dem 313. Stadtderby die Luft raus. Trotz Respektes auf beiden Seiten dürften die Rollen aufgrund der Tabellensituation klar verteilt sein.

Während die Austria höchstens noch mit dem Cupsieg in den Europacup vorstoßen könnte, konnte Rapid zuletzt mit vier Punkten gegen Sturm und Altach Platz 2 absichern. Aber Vorsicht!

„Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die auf Augenhöhe sind – egal, wie die Tabellensituation derzeit ausschaut“, versucht Trainer Zoran Barisic zu beruhigen.

„Werden aber nicht todunglücklich sein“

Zudem sei der CL-Startplatz noch nicht abgesichert. Da würde der erste Derby-Sieg in dieser Saison gerade recht kommen.

„Erreichen wir den zweiten Platz und beenden die Saison ohne Derbysieg, werden wir aber nicht todunglücklich sein“, will „Zoki“ die sieglose Serie gegen die Austria nicht überbewerten.

Der Chefbetreuer erwartet einen hart spielenden Gegner, das Überraschungspotenzial ist in der vierten Begegnung dieser Spielzeit jedoch überschaubar. Außerdem ist ihm die Austria schlichtweg egal.

„Ich erwarte mir von meiner Mannschaft viel. Wir sind sehr gut drauf und ich bin optimistisch, dass wir eine gute Leistung bringen werden.“

Wieder ohne Kuen, dafür schon bald mit Schaub

Thanos Petsos, der nach einer Gelbsperre in den Kader zurückkehrt, will die Spielzeit aber trotz allem nicht ohne Derbysieg beenden.

„Bisher hat das nicht so geklappt. Aber wir haben jetzt eine neue Chance, für die wir uns alle zusammenraufen werden“, so der Deutsch-Grieche, der mit seinem Treffer in Graz neues Selbstvertrauen tankte.

Nicht im Happel-Stadion dabei sein werden Andreas Kuen und Louis Schaub. Ersterem bleibt das Verletzungspech erhalten. In einem Zweikampf im Training erlitt der 20-jährige Offensivakteur erneut eine Knieverletzung (Meniskus) nach zwei überstandenen Kreuzbandrissen. Eine Operation ist für Montag angesetzt.

Auch Schaub wird fehlen. Nach seiner Rückkehr ins Training wird er jedoch zumindest in der Regionalliga Ost bei Rapid II sein Comeback geben. Im Finish kann er laut Barisic den Profis dann wieder zur Verfügung stehen.

„Sollte für alle Riesenmotivation sein“

Offen ist noch die Torhüterfrage, ob mit Marko Maric und Austrias Osman Hadzikic zwei 19 Jährige zu Derby-Ehren kommen oder doch Jan Novota bzw. Heinz Lindner.

„Torhüter sind eine eigene Spezies, aber das spricht für die gute Nachwuchsarbeit in Österreich. Beide haben schon bewiesen, dass sie es können“, so Barisic.

Sportdirektor Andreas Müller ist mit der aktuellen Verfassung des Teams zufrieden, doch noch sei das große Ziel ebenso wenig erreicht, wie der erste Derbysieg 2014/15.

„Wir haben die Austria in dieser Saison noch nicht schlagen können. Das sollte für alle eine Riesenmotivation sein.“

„Magath ist immer für Überraschung gut“

Apropos Müller! Das Gerücht, dass sein deutscher Landsmann Felix Magath, den er bestens aus Zeiten in der deutschen Bundesliga kennt und der ihm bei Schalke 2009 als Manager nachfolgte, erheitert Rapids Sportchef.

„Felix wäre für die Bundesliga toll, eine große Aufwertung, eine Bereicherung für die Bundesliga. Aber meine Vorstellungskraft ist zu gering, dass das wirklich passiert.“

Beim 314. Wiener Derby könnte der aufgrund seiner Trainingsmethoden oft „Quälix“ genannte Trainer und Manager bereits in Amt und Würden sein. Obwohl er es unrealistisch findet, will Müller dies nicht ausschließen.

„Felix ist immer für eine Überraschung gut. Ich freue mich schon, wenn er mit einem Flugzeug voller Medizinbälle ankommt“, scherzt der 52-Jährige.

Neue Lösung im Pyrotechnik-Streit

Weniger zum Scherzen waren in der jüngsten Vergangenheit die finanziellen Belastungen durch Pyrotechnik-Vergehen der eigenen Anhänger. In dieser Hinsicht habe man laut Geschäftsführer Christoph Peschek jetzt jedoch eine Lösung gefunden, die mit dem Derby in Kraft tritt.

„Wir haben versucht, im konstruktiven Dialog mit den Behörden zu einer vernünftigen Lösung zu kommen. Dafür ist eine Ausnahmebewilligung von Nöten, es wurde ein Commitment mit den Fangruppen für Pyrotechnik im Stadion vereinbart.“

Dieses sieht vor, dass unter Einhaltung der Sicherheitszonen mit entsprechenden Abständen Bengalen abgebrannt werden dürfen, während man sich vehement gegen Böller wehrt.

Für das Derby wurde wegen Pyro-Choregrafien zu Beginn der zweiten Halbzeit sowie in Minute 75 zu Beginn der Rapid-Viertelstunde angefragt.

Angemeldete Pyro, aber kein Freibrief

Dies könne von Spiel zu Spiel unterschiedlich und je nach Bedarf gehandhabt werden, müsse jedoch im Vorfeld jeweils angemeldet werden.

Als Möglichkeiten stehen der Beginn der ersten und zweiten Halbzeit, die 75. und 90. Minute sowie Pyro beim Torjubel zur Verfügung.

Die Sicherheit der Zuschauer soll jederzeit gewährleistet. Abseits der angemeldeten Pyro-Shows soll es jedoch kein Pardon mehr geben. „Das heißt jetzt nicht, dass alle einen Freibrief haben und Fackeln halten dürfen“, so Peschek.

Es darf also wieder gezündelt werden. Wenn schon nicht verbal im Vorfeld des Wiener Derby, dann zumindest auf der Fantribüne.


Alexander Karper

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