Pyro-Causa: Rapids Suche nach dem Allheilmittel

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„Es wird ein heißer Tanz!“

So die übereinstimmende Prognose von Sportdirekor Andreas Müller, Trainer Zoran Barisic und Co-Kapitän Mario Sonnleitner vor dem Duell mit Sturm.

In anderer Hinsicht steht Rapid auch ein heißer Tanz beim Thema Pyrotechnik bevor. Wieder einmal.

Die immer wieder aufs Neue entstehende Schockstarre ist mittlerweile gewichen. Lösungen sind aber weiterhin nicht in Sicht.

„Das schmerzt den Verein“

„Wir sind nicht glücklich mit illegaler Pyrotechnik“, lautet Geschäftsführer Christoph Pescheks Kommentar, der prompt nach seinem Amtsantritt Anfang Februar in dieser Causa ins kalte Wasser geworfen wurde.

Die Vorfälle im Heimspiel gegen Ried und auswärts bei der Admira kosten den Verantwortlichen nicht nur Nerven, sondern auch sehr viel Geld.

Der finanzielle Schaden, nur wegen Pyro-Delikten, ist laut „Krone“ seit der Saison 2010/11 auf 418.600 Euro angewachsen, bisherige proaktive Maßnahmen blieben ohne Folgen.

„Das schmerzt den Verein, weil es mit hohen Kosten verbunden ist, die wir lieber ins Sportliche investieren würden“, bleibt Peschek objektiv, während Präsident Michael Krammer unter der Woche mit der Aussage „Soll ich die Armee aufmarschieren lassen?“ vorgeprescht ist.

Keine Ausreden erwünscht

Dass nach den 68 gezündeten Bengalen gegen die Innviertler und der darauffolgenden Sektorsperre für ein Spiel keine Einsicht herrschte, macht nachdenklich.

Gegen die Admira ging der Protest der Unbelehrbaren weiter, als Vermummte Fackeln sogar auf das Spielfeld warfen.

Von grün-weißer Seite wird immer wieder betont, dass man mit dem Pyrotechnik-Problem international nicht alleine dastehe.

So weit, so gut. Allerdings sollte dies nicht als Ausrede herhalten, um tatenlos zuzusehen, wie dem Verein Schaden zugefügt wird.

Lösungsvorschläge, aber nicht mehr

Rapid hat Ideen, dieses Thema zu entschärfen, gibt aber offen zu, dass ein Allheilmittel für diese Probleme nicht in Sichtweite ist.

„Es gibt Möglichkeiten, legal Pyrotechnik abzubrennen. Bei anderen Vereinen funktioniert das auch, wir arbeiten an konstruktiven Lösungen und wollen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten eine Lösung finden“, muss sich der 31-jährige Wiener der Öffentlichkeit stellen.

So gäbe es beispielsweise beim kommenden Gegner Sturm Graz spezielle Kommitments, unter welchen Voraussetzungen Pyro legal abgebrannt werden darf.

Zudem wurde für Mittwoch, den 4. März 2015 eine Sitzung mit Vertretern des Innenministeriums, der Polizei, der zuständigen Behörde, Vereins- und Fanszene-Vertretern einberufen.

„Ziel muss das Wohlergehen des Vereins sein“

Laut Rapid hat man die Hoffnung nicht aufgegeben, konstruktiv diese Problematik einzudämmen. In puncto Bestrafung hält man sich jedoch zurück.

Zwar wird auf derzeit 41 Stadionverbote verwiesen, bei den jüngsten Vorfällen will man allerdings keinen Durchblick haben, wer sich schuldig gemacht hat.

Wie so oft in der Vergangenheit macht sich der Eindruck breit, dass sich Rapid mit rigorosem Vorgehen gegen einzelne Personen oder Fanklubs nicht selber schaden will.

„Wir wollen das angespannte Verhältnis normalisieren. Unser gemeinsames Ziel muss das Wohlergehen des Vereins sein“, führt Peschek seine Erläuterungen aus.

Nagelprobe gegen Sturm Graz

Gleichzeitig verweist er auf die jüngsten Erfolge in Bezug auf Böllerattacken, zudem würden die Gewaltvorkommen im Stadion nahezu bei Null liegen.

Nach dem Ried-Urteil wartet man im grün-weißen Lager noch auf die Langfassung des Urteils, Einspruch wurde bereits erhoben. Erst dann wird feststehen, ob die Sektorsperre schon im Heimspiel gegen Altach oder erst später zum Tragen kommt.

Alles in allem steht im Heimspiel gegen Sturm eine Nagelprobe bevor, ob die Aufrufe und Bemühungen der vergangenen Woche Früchte tragen und ob überhaupt ein Miteinander stattfinden kann.

Kein einfaches Unterfangen, schließlich waren die Duelle zwischen Wien und Graz meist von aufwändigen, mit Pyrotechnik untermalten Choreografien geprägt.

Trotz Bemühungen und geplanten Maßnahmen wird die Suche nach dem Allheilmittel weitergehen. Fakt ist, dass so oder so ein heißer Tanz bevorsteht.


Alexander Karper

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