Barisic' Experimente am laufenden Band

Aufmacherbild
 

Es kommt auf das Wesentliche an!

Drei Spiele, sieben Punkte – die Grün-Weißen sind damit im Kalenderjahr 2015 weiterhin noch ungeschlagen.

Während gerade Rapid in der jüngeren Vergangenheit immer die Entwicklung des Teams in den Vordergrund stellte, um Ergebniskrisen zu kaschieren, stellen sich momentan auch die Resultate ein.

Die Leistungen bleiben hingegen schwankend, auch wenn die Duelle gegen schlussendlich neun Rieder und zehn Grazer schwer einzuordnen sind.

270 Spielminuten, 18 Kaderspieler

Rotation ist für Trainer Zoran Barisic nichts Neues, einige personelle Experimente gehören aber zumindest einmal hinterfragt. Der 44-jährige Wiener hat in der Rückrunde bisher drei unterschiedliche Startformationen ins Rennen geschickt.

Insgesamt kamen im Frühjahr in 270 Spielminuten bereits 18 Kaderspieler zum Einsatz - Tendenz steigend. Denn durch die Sperre von Robert Beric bahnen sich in der 23. Runde gegen Altach neuerliche Wechsel an.

"Es besteht die Möglichkeit, dass wir in dieser englischen Woche frische Spieler ins Team bringen. Wir haben einen Kader, bei dem sich derzeit mehr als elf Spieler einen Platz in der Anfangsformation verdienen. Alle brennen darauf und haben die Qualität. Wir lassen uns alle Optionen offen“, kündigte der Chefbetreuer an.

Bisher wusste er mehrmals zu überraschen. Auch aufgrund der Tatsache, dass einige Leistungsträger derzeit keinen guten Stand haben.

  • PLATZ MACHEN IM TOR:

Marko Maric durfte aufgrund der Verletzungspause von Jan Novota seine Liga-Einsätze zwei und drei feiern – durchaus mit positiver Bilanz. Ein einziges Gegentor, das ihm einige Leute umschrittenerweise ankreiden wollten, bleibt als Beigeschmack. Ansonsten überzeugte der 19-jährige, vorgesehene Thronfolger (hier geht’s zur Story) mit Strafraumbeherrschung, starken Paraden und hinterließ einen sicheren Eindruck. Viele spekulierten auch gegen Sturm mit dem Youngster, da sein Konkurrent erst am Spieltag den Fitness-Test bestehen sollte. Über zusätzliches Vertrauen hätte sich der kroatische U19-Teamspieler sicher nicht beschwert, so muss er erneut auf seine Chance warten, sich aufzudrängen.

  • DER DIBON-ERSATZ:

Da Christopher Dibon seit 9. November des Vorjahres kein Bundesliga-Spiel mehr für Rapid bestreiten konnte, wurde Max Hofmann viel Verantwortung aufgetragen. Seit seinem unglücklichen Startelf-Debüt am 4. August 2013 gegen Sturm Graz, als er nach zwei Minuten mit Rot vom Platz flog, ist der Innenverteidiger gereift und mittlerweile an der Seite von Mario Sonnleitner zu einer verlässlichen Defensivkraft geworden. Dass das Duo durchaus harmoniert, beweist ein einziges Gegentor in drei Spielen im Frühjahr. Auf LAOLA1-Nachfrage geht es Dibon immer besser, wie lange seine Pause noch dauern wird, ist allerdings nicht klar. Das Experiment mit seinem 21-jährigen Ersatz kann aber durchaus als gelungen bezeichnet werden.

  • DIE RECHTE PROBLEMSEITE:

Während Thomas Schrammel auf links gesetzt ist, hat Rapid auf rechts so seine liebe Not. Mario Pavelic konnte mit Fortlauf des Herbstes nicht mehr an seine anfangs starken Leistungen anknüpfen. Das führte sogar so weit, dass auf seiner Position mit Ferdinand Weinwurm ein gelernter Stürmer ausprobiert wurde. Der universell einsetzbare Debütant hinterließ gegen die Admira aber auch keinen bleibenden Eindruck. In der Hinrunde fuhr man mit Schrammel auf rechts und Stefan Stangl auf links ganz gut. Zudem hatte man sich im grün-weißen Lager erhofft, dass sich das Problem mit der Rückkehr von Michael Schimpelsberger von selber löst. Dieser muss aber erst einmal bei den Amateuren den Härtetest für sein Comeback bestehen.

  • DIE DEFENSIVEN VARIANTEN:

Petsos-Wydra, Petsos-Schwab, Schwab-Wydra und dann gibt es auch noch Srdjan Grahovac. Etwas überraschend rotierte Barisic in den ersten beiden Rückrunden-Spielen Schwab hinaus, der dem Rapid-Spiel im Herbst den Stempel aufdrückte und zu einer Führungspersönlichkeit heranreifte. „Es gibt überhaupt keine Probleme“, meinte „Zoki“ darauf und ließ ihn gegen Sturm wieder von Beginn an ran. Wirklich erklärbar war diese Entscheidung allerdings nicht. Für Petsos spricht, dass sich der Grieche wieder halbwegs erfangen hat, allerdings ähnliche Schwankungen wie Wydra aufweist. Zudem war die Variante Wydra-Schwab bisher weniger überzeugend. Eine ständige Rochade ist die Folge dieses Wirr-Warrs. Bliebe noch Grahovac. Doch der bosnische U21-Teamspieler scheint sich vom angepriesenen Ausnahmetalent eher zum Mitläufer zu entwickeln, zumindest hinterließ er bisher keinen bleibenden Eindruck.

  • DAS SCHAUB-RÄTSEL:

Spielt er? Spielt er nicht? Louis Schaub bereitet Rapid derzeit einige Sorgen. Nach einer mittelmäßigen Herbstsaison drang von den Verantwortlichen durch: „Wir erwarten uns mehr von ihm.“ Davon ist bisher wenig zu sehen. Eher unauffällig gegen Ried und Sturm, gegen die Admira sogar zum Zuschauen verdammt. Es läuft derzeit nicht. Ob rechts oder zentral – der mittlerweile 20-Jährige hat kaum Zugriff auf das Spiel, lässt seine energischen Dribblings vermissen und wählt oftmals die falschen Entscheidungen. Eine solche hätte ihm gegen Sturm fast zum Verhängnis werden können, als er bei einem Konter den freistehenden Florian Kainz vollkommen übersah und die Chance vernebelte. Noch vor dem Schlager spielte der Trainer das Thema herunter: „Er hat sehr gut trainiert und einen guten Eindruck hinterlassen.“ Aktuell ist davon im Spiel aber nur wenig zu sehen.

  • DER LÜCKENFÜLLER:

Deni Alars Lieblingsposition im Angriff ist durch Torgarant Robert Beric blockiert und wird nur aufgrund seiner Gelbsperre im Duell mit Altach vakant. In diesem Fall findet der Steirer ebenso eine Lücke, um in die Mannschaft zu rücken, wie bei seinen bisherigen zwei Einsätzen. In Runde eins nach der Winterpause fehlte Steffen Hofmann, Alar sprang ein. Gegen die Admira wurde er anstatt des schwächelnden Schaubs in die Startelf rotiert. Gegen Sturm wurde er nur eingewechselt. Trotz ansprechender Leistungen muss derzeit Platz für ihn geschaffen werden, ansonsten bleibt ihm die Reservistenrolle. Trotz langer, überstandener Verletzungspause mit Sicherheit keine zufriedenstellende Rolle für den technisch versierten Offensivspieler.


Alexander Karper

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen