Heimkehrer Okotie: "Die Austria ist mein Verein"

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"Wir werden ein, zwei neue Spieler vielleicht schon in den nächsten Tagen präsentieren“, kündigte Austrias AG-Vorstand Thomas Parits im Rahmen der Präsentation von Neo-Coach Nenad Bjelica am Montag bei LAOLA1 an.

Der Burgenländer hielt sein Versprechen. Am Dienstag-Vormittag gaben die Veilchen die Verpflichtung von Rubin Okotie bekannt (Alle Infos).

Der „verlorene Sohn“ kehrt nach drei Jahren zu seiner Austria zurück und unterschreibt für zwei Jahre plus Option.

Laut Parits sei der Transfer unabhängig von der weiteren Kaderentwicklung zu betrachten. „Es hängt nicht davon ab, ob Spieler den Klub verlassen – anderseits muss ich einen Abgang von Philipp Hosiner miteinkalkulieren“, erklärte der 66-Jährige.

Status Quo bei Hosiner

Denn Hoffenheim zeigt trotz der Verpflichtung des norwegischen Offensivspielers Tarik Elyounoussi nach wie vor Interesse am Torschützenkönig der Bundesliga.

Doch obwohl sich die Deutschen mit dem violetten Goalgetter grundsätzlich einig sind, spießt sich der Wechsel an der Ablösesumme.

Parits: „Wir haben immer gesagt, dass wir Philipp nicht verkaufen wollen. Wir sind auch nicht gezwungen, ihn verkaufen zu müssen. Wenn wir die dritte CL-Quali-Runde überstehen, sind wir fix in der Europa-League-Gruppenphase.  Schaffen wir sogar den Sprung in die Gruppenphase der Königsklasse gibt es noch mehr Geld. Wir wollen Philipp – so wie bei Peter Stöger  auch – die Chance ins Ausland zu wechseln aber nicht verbauen. Wenn wir uns mit Hoffenheim einigen, bin ich der Letzte, der ihn blockiert. Dann kann er gehen. Doch wenn wir uns nicht einigen, wird er bei uns bleiben.“

Am Mittwoch wird Hosiner-Berater Wolfgang Rebernig in der Austria-Geschäftsstelle erwartet. Er soll als Vermittler fungieren, damit die aktuell unterbrochenen Verhandlungen zwischen Austria und Hoffenheim wieder aufgenommen werden.

Okotie ist glücklich

Wenige Meter neben dem violetten Headquarter absolvierte Okotie indes seine ersten beiden Trainingseinheiten in neuer, alter Umgebung.

„Ich freue mich sehr hier zu sein – ich bin glücklich“, zeigte sich der 26-Jährige im Gespräch mit LAOLA1 sichtlich erfreut, wieder bei seinen Violetten tätig zu sein.

„Ich war jetzt drei Jahre weg. Es waren schwierige, aber sehr lehrreiche Jahre“, blickt der Sohn einer Österreicherin und eines Nigerianers zurück.

Nach einem unbefriedigenden ersten Jahr in Nürnberg, wo er noch die Nachwirkungen seiner schweren Knieverletzung spürte und dadurch kaum Einsatzzeit bekam, wechselte er im August 2011 leihwiese nach Belgien zu St. Truiden, ehe es ihn die restlichen 18 Monate zu Sturm Graz verschlug.

Sein Fazit: „Man muss durchhalten und an sich glauben. Man darf einfach nie aufgeben.“

Unschöner Abschied abgehakt

Nun gibt er sein Comeback in Wien-Favoriten. Die unschönen Szenen bei seiner Verabschiedung vor drei Jahren, als es Pfiffe seitens der Austria-Fans gab, sind längst vergessen.

„Der Abschied damals war nicht schön, da musste ich einiges schlucken. Doch das ist längst abgehakt. Es hat sich auch nie etwas an der Tatsache geändert, dass Austria mein Verein ist. Hier bin ich groß geworden, daher habe ich dem Klub auch viel zu verdanken.“

Dass es nicht nur positive Reaktionen auf seine Rückkehr gibt, stört ihn nicht. „Jeder hat das Recht, seine Meinung zu äußern. Ich kann mir nichts vorwerfen, habe mich immer korrekt verhalten. Man kann sich die Liebe der Fans nur durch gute Leistungen erarbeiten. Das war vorher so und wird auch jetzt so bleiben.“

Gespräche mit Stöger geführt

Seine Mannschaftskollegen haben den fünffachen Internationalen jedenfalls bestens willkommen geheißen.

„Ich kenne ja den Großteil des Teams, habe mit vielen schon zusammengespielt. Die Spieler, die ich nicht kannte, haben mich super aufgenommen“, bestätigt Okotie die hervorragende Integration ins Mannschafts-Gefüge.

Seine Rückkehr sei bereits längere Zeit geplant gewesen. „Das erste Gespräch gab es im Winter, dann noch einmal in der Sommerpause“, bestätigt der Angreifer. Federführend sei dabei Peter Stöger gewesen.

„Er hat um mich geworben, doch dann war er weg. Ich wollte schon wissen, wer Trainer wird. Die Entscheidung mit Herrn Bjelica finde ich sehr gut. Ich bin sehr positiv gestimmt, was die Zusammenarbeit betrifft“, glaubt der Vierte der U20-WM von 2007 an eine rosige Zukunft.

Interesse aus Israel?

Von einem kolportierten Interesse aus Israel hörte er in diesen Tagen zum ersten Mal. „Darüber bin ich von meinen Mitspielern informiert worden. Sie wollten wissen, wie genau das ausgesehen hat. Ich selbst habe davon aber nichts gewusst.“

Es spielt für Okotie auch keine Rolle mehr, denn sein ganzer Fokus liegt auf seinen Aufgaben bei der Austria.

„Austria ist letztes Jahr Meister geworden – ich bin noch nie Meister geworden. Es ist daher ein großes Ziel von mir, den Titel zu verteidigen. Es wird schwer, aber die Jungs haben es letztes Jahr vorgezeigt.“

Traum von der Champions League

Und dann wäre da noch die Champions League. „Ich kann mich noch erinnern, als ich klein war und die Champions-League-Hymne gehört habe. Es war immer mein Traum, da einmal mitzuspielen. Diese Chance besteht nun. Und wir werden alles unternehmen, um in die Gruppenphase einzuziehen.“

Mal schauen, ob so wie Parits auch Okotie sein Versprechen halten kann…

 

Martin Wechtl

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