Neu auf der großen Bühne

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Wenn Markus Kuster in der neunten Runde gegen Grödig im Tor des SV Mattersburg steht, ist das mittlerweile ein gewohntes Bild.

Es wird das 55. Meisterschaftsspiel in Folge sein, das der 21-Jährige für die Burgenländer bestreitet.

Unumstrittene Stammkraft im SVM-Gehäuse zu sein, gelang zuletzt Thomas Borenitsch. „Es ist eine Ehre für mich, ihn abzulösen“, sagt Kuster.

Wobei auch das kurze Zwischenspiel von Thomas Dau nicht vergessen werden darf. Der Keeper, der von 2008 bis 2010 im Nachwuchs von Aston Villa aktiv war, hatte in der schwierigen Saison 2013/14 den Platz als Nummer eins erobert, konnte mit Fortdauer der Spielzeit aber nicht überzeugen.

Vastic‘ mutige Entscheidung

Also setzte Trainer Ivica Vastic am 4. April 2014 erstmals auf Kuster. Eine mutige Entscheidung, dem damals 20-Jährigen die Chance zu geben. Der Youngster hatte keinerlei Profi-Erfahrung und der SVM lag nur einen Punkt vor dem Relegationsplatz, musste also befürchten, in der Ersten Liga als Absteiger durchgereicht zu werden.

Der Erfolg gab Vastic aber Recht. Kuster überzeugte, Mattersburg blieb sieben Partien in Folge ungeschlagen und entledigte sich aller Abstiegssorgen. „Ich muss mich beim Trainer für das Vertrauen damals bedanken“, sagt der Keeper rückblickend.

"Es muss schon viel zusammenpassen"

Behutsam an die Profis herangeführt wurde das SVM-Eigengewächs aber schon viel früher. Im März 2011 saß er beim Auswärtsspiel gegen Wiener Neustadt erstmals auf der Ersatzbank der Profis. Doch als Keeper braucht man eben Geduld. Und so musste der Burgenländer mitansehen, wie sein Klassenkollege Christian Gartner schon als Teenager Spielpraxis sammeln durfte und zum Düsseldorf-Legionär wurde, noch bevor er selbst mit den Profis einen Fuß auf den Rasen setzen durfte.

Er sagt: „Es gibt drei Spieler im Kader, die diese Position bekleiden. Einer spielt und die anderen müssen warten. Das ist zwar bitter, aber man muss einfach im Training aufzeigen. Man braucht Glück und muss sein Können beweisen, wenn es soweit ist. Es muss schon viel zusammenpassen.“

"Riesen-Ehre, den Bundesadler auf der Brust zu tragen"

In Kusters Fall hat alles zusammengepasst. 2014/15 ging er als Nummer eins in die Saison. Und es lief perfekt. Der SVM fixierte die Rückkehr in die höchste Spielklasse, Kuster spielte 17 Mal zu Null und wurde in der Ersten Liga zum Tormann der Saison gewählt. „Es war eine traumhafte Saison. Es hat einfach alles gepasst“, grinst er.

Mittlerweile hat es in Österreichs höchster Spielklasse ja fast schon Tradition, dass der Liga-Neuling für Furore sorgt. Kuster: „Die Aufsteiger haben in den vergangenen Jahren immer die Euphorie mitgenommen, das versuchen wir auch.“ Bislang ist es gelungen. Das soll auch so bleiben: „Wir sind ein eingespieltes Team und haben noch viel vor!“

Das gilt natürlich auch für den Keeper persönlich. Wenngleich er darüber gar nicht so gerne spricht: „Ich kenne meine Ziele, spreche aber nicht öffentlich darüber.“

Harald Prantl

Als Belohnung rief auch U21-Teamchef Werner Gregoritsch an. Im Oktober 2014 folgte das Debüt als Nachwuchs-Nationalteamspieler. „Es ist eine Riesen-Ehre, den Bundesadler auf der Brust zu tragen. Ich habe mir das durch meine guten Leistungen verdient“, findet der 21-Jährige.

"Bundesliga ein anderes Pflaster"

Seit rund zwei Monaten ist die Bühne, die Kuster jedes Wochenende betritt, eine größere – die Bundesliga. „Die Bundesliga ist ein anderes Pflaster – bessere Spieler und mehr Fans. Es ist super, sich mit den Besten messen zu können“, freut er sich.

Plötzlich steht Kuster auswärts gegen Rapid im Tor und hat rund 15.000 Menschen gegen sich. Für ihn kein Problem: „Es sind zwar mehr Zuseher, aber ich bereite mich auf jedes Spiel gleich vor. Es ist zwar schöner, vor mehr Leuten zu spielen, aber im Grunde ist ein Spiel ein Spiel. Man will gewinnen und muss das Drumherum ausblenden.“

Gute Statistiken

Bisher ist das dem SVM-Goalie gut gelungen. 71,4 Prozent der Schüsse auf sein Tor konnte er parieren, 4,4 Paraden pro Spiel stehen auf dem Statistik-Blatt. Es läuft. Aber nicht nur bei Kuster, sondern beim Aufsteiger allgemein.

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