Ein Tiroler Duo mit weißer Weste

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Mader & Koch: Zwei Tiroler rocken in Wien

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Die Wiener Austria nähert sich mit großen Schritten dem 24. Meistertitel der Vereinsgeschichte.

Zwölf Runden vor Schluss beträgt der Vorsprung auf Verfolger und Titelverteidiger RB Salzburg 14 Punkte (bei einem Spiel mehr).

Seit 15 Spieltagen sind die Wiener ungeschlagen. Und diese Serie steht im unmittelbaren Zusammenhang mit Florian Mader und Fabian Koch.

Die beiden Tiroler gehören seit der elften Runde zur Startformation und sind mittlerweile daraus nicht mehr wegzudenken.

Ihre unglaubliche Bilanz: Zwölf Siege, zwei Remis und sagenhafte 38 Zähler – wobei Koch einen Sieg wegen einer Sperre verpasste.

Zurück aus dem Abseits

Während Mader schon in der Vorsaison und auch heuer genug Einsatzzeit sammelte, darf man Koch wohl als die Entdeckung der Saison bezeichnen.

Sowohl unter Karl Daxbacher, als auch unter Ivica Vastic spielte der 23-Jährige überhaupt keine Rolle. Damals kickte jedoch auch noch ÖFB-Teamspieler Florian Klein auf seiner Position als rechter Verteidiger.

Nach dem Abgang des Oberösterreichers im Sommer wurden die Karten neu gemischt. Zunächst erhielt Emir Dilaver von Mastermind Peter Stöger den Vorzug, doch Koch nützte seine Chance im Auswärtsspiel gegen Sturm Graz.

Der Rest ist Geschichte. „Es läuft. Es passt. Ich bringe solide Leistungen – einmal besser, einmal schlechter. Es wird aber von Spiel zu Spiel besser“, gesteht der Tiroler im Gespräch mit LAOLA1.

„Noch nie so oft getroffen“

Der FAK-Coach schätzt vor allem die Offensiv-Akzente seines Schützlings. Zweimal durfte sich der Ex-Wacker-Akteur im laufenden Meisterschaftsjahr auch schon in die Torschützenliste eintragen. „So oft habe ich noch nie in einer Saison getroffen“, lacht Koch, der am vergangenen Wochenende sein erstes Tor in der heimischen Generali-Arena erzielte – und das ausgerechnet gegen seine alten Freunde aus Innsbruck.

„Es war natürlich ein super Gefühl. Ich hätte aber wahrscheinlich emotionaler gejubelt, wenn es nicht gegen meinen Heimatverein gewesen wäre. Doch aus Respekt habe ich nicht großartig gejubelt“, erinnert er sich zurück.

Dass Dilaver in der Woche davor gegen die Admira eine bärenstarke Leistung bot und ebenfalls seinen ersten Treffer vor eigenem Publikum bejubeln durfte, unterstreiche nur den qualitativ hochwertigen Kader der Veilchen.

„Emir hätte es sich auch verdient zu spielen“

„Emir hätte es sich auch verdient zu spielen“, so Koch, der die Führungsqualitäten seines Trainers in den höchsten Tönen lobt:

„Der Coach redet mit jedem Spieler gleich viel. Er weiß, dass jeder wichtig sein kann – nicht nur die Elf, die spielen. Man kann sagen, er hält jeden auf Trab. Das macht er gut.“

Gut ist auch für alle Beteiligten, dass ein im Sommer im Raum gestandener Transfer nach Wiener Neustadt nicht zustande kam. Möglicherweise hatte dabei sogar Mader seine Finger im Spiel, denn der Mittelfeldspieler nahm sich seinen Landsmann nicht nur einmal zur Brust.

„Ich kenne den Fabian noch als blutjungen Spieler aus Tiroler Zeiten. Er hatte keine leichte Zeit in Wien. Ich habe mit ihm ein paar Mal gesprochen und gesagt, dass er einfach weiter arbeiten soll. Als er dir Chance bekommen hat, hat er sie genutzt und bestätigt Woche für Woche das in ihn gesetzte Vertrauen.“

Mader lobt Stöger

Genauso wie Koch, attestiert auch Mader seinem Chefcoach ein tolles Gespür für richtige Entscheidungen.

„Er schickt Woche für Woche jene Elf aufs Feld, von der er überzeugt ist, dass sie gewinnen kann. Er hat aber eine genauso große Wertschätzung für die Leute, die in die Partie kommen können. Diese Leute nehmen die Aufgabe an und haben heuer schon etliche Spiele für uns entschieden.“

Der 30-Jährige fühlt sich in seinem zweiten Jahr im violetten Dress pudelwohl – und das nicht nur wegen seiner zahlreichen Einsatzzeit.

„Wir sind eine tolle Truppe, ziehen alle an einem Strang. Es macht irrsinnig viel Spaß mit der Mannschaft und dem Trainerteam zu arbeiten.“

Zum Titel lässt sich der Routinier aber noch nicht gratulieren. „Jetzt schon 60 Punkte zu besitzen, ist fantastisch. Wir sind Woche für Woche auf den Punkt da und können unsere Siegesserie fortsetzen. Was hinter uns ist, liegt nicht unserer Hand. Wir müssen aber dennoch weiterhin konzentriert und fokussiert sein und dürfen keinen Gegner unterschätzen.“

14 Spieltage lang, ist man mit dieser Einstellung recht gut gefahren. Und Koch und Mader werden alles daran setzen, diese Serie zu verlängern…

Martin Wechtl

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