Leitgeb: "Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt"

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Christoph Leitgeb ist ein „freier Mann“. Nach sechs Jahren in Diensten von Red Bull Salzburg.

Der Vertrag beim entthronten Double-Gewinner ist ausgelaufen, der Steirer kann frei über seine fußballerische Zukunft entscheiden.

Einen Abschied aus der Mozartstadt bedeutet dies jedoch nicht automatisch, auch wenn die jüngere Vergangenheit ein an sich erfolgreiches Engagement ein wenig trübt.

„Gegen die Austria hatte ich eine schlechte Halbzeit. Dann haben die anderen Spieler ihre Chance genutzt und ich bin nicht mehr zum Zug gekommen“, blickt Leitgeb im Gespräch mit LAOLA1 auf die vergangenen Wochen zurück.

„Eine schwere Situation für mich“

„Es waren zwei Monate ohne Spiel. Das ist eine schwere Situation für mich gewesen“, fügt der Mittelfeldspieler hinzu.

Besagter Gipfel gegen die Austria stieg am 31. März in Wien-Favoriten. Im letzten Meisterschafts-Viertel spielte der Blondschopf nicht eine einzige Minute, stand in den finalen sieben Spielen nicht einmal mehr im Spieltags-Kader.

Leitgeb: „Die anderen haben erfolgreich gespielt und ihre Leistung gebracht. Ich musste warten.“

Ein Auftritt war ihm schließlich doch „vergönnt“. Einer, auf den er vermutlich gerne verzichtet hätte. Denn im Cup-Halbfinale war er Teil jener Truppe, die sich gegen Sensationsteam Pasching mit 1:2 blamiert hat.

„Wenn, dann muss ich jetzt meine Chance nutzen“

Möglicherweise seine letzte Partie im Salzburg-Dress, auch wenn er betont: „Ich habe ein Angebot von Salzburg vorliegen, brauche nur zu unterschreiben.“

Der Grund für das Zögern liegt auf der Hand. Das Thema Ausland ist bei Leitgeb bereits seit Jahren präsent. Schon im Sommer 2007 waren zahlreiche internationale Klubs am damaligen Shootingstar interessiert. Er entschied sich jedoch für einen Wechsel von Sturm Graz zu den „Bullen“, blieb diesen seither treu und darf sich immerhin dreifacher österreichischer Meister nennen.

„Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt. Wenn ich noch einmal zwei, drei Jahre in Österreich bleibe, wäre es sowieso vorbei. Wenn, dann muss ich jetzt meine Chance nutzen“, ist sich der inzwischen 28-Jährige bewusst, dass eine Unterschrift in Salzburg wohl „lebenslänglich Bundesliga“ bedeuten würde.

Ganz Sicherheitsmensch betont Leitgeb jedoch: „Natürlich muss im Ausland der Klub passen. Ich gehe nicht blind ins Ausland zu einem Klub, bei dem es nicht passt. Wenn nichts Passendes dabei ist, bleibe ich noch zwei, drei Jahre in Salzburg. Dort fühle ich mich wohl, wir haben eine gute Mannschaft und können erfolgreich sein.“

„Natürlich habe ich Kontakt zu Franco“

Bezüglich möglicher Destinationen sei „Deutschland aktuell sehr hoch im Kurs. England würde mich auch reizen, genau wie Spanien. Aber es ist natürlich kein Wunschkonzert. Ich habe jetzt zwei Monate nicht mehr gespielt.“

Immer wieder als potenzielle Anlaufstelle im Gespräch ist Franco Foda, sein früherer Förderer bei Sturm, der mit Kaiserslautern jedoch in der Relegation gegen Hoffenheim den Sprung in die deutsche Bundesliga verpasst hat.

„Natürlich habe ich Kontakt mit Franco, das wäre auch eine Option“, bestreitet Leitgeb Gespräche nicht, „die 2. Bundesliga muss man sicher überdenken, aber ich halte sie für eine sehr gute Liga.“

Sturm nur ein Gerücht

Nur ein Gerücht, das zuletzt kursierte, kann der gebürtige Grazer aus der Welt schaffen, nämlich eine Rückkehr in seine Heimatstadt.

„Ich habe von einem Freund gehört, dass Gerüchte bezüglich Sturm aufgetaucht sind. Aber eher nicht – wenn dann nur ins Ausland oder Salzburg“, stellt Leitgeb klar.

Vorerst gelte seine Konzentration jedoch dem WM-Qualifikationsspiel mit dem Nationalteam gegen Schweden. Mit einer Entscheidung sei erst in ein bis zwei Wochen zu rechnen.

Peter Altmann

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