Es ist kompliziert

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„Wir brauchen Geduld und Ausdauer“, sagt Günter Kreissl.

Der 39-Jährige bastelt seit geraumer Zeit am schwierigsten Transfer seiner noch jungen Karriere als Manager des SC Wiener Neustadt (Angeler kommt).

Eigentlich wäre die Sache ja so einfach. Thomas Pichlmann will zu den Niederösterreichern, die Niederösterreicher wollen Thomas Pichlmann. Der Stürmer trainiert sogar schon seit zwei Wochen mit dem Team von Trainer Heimo Pfeifenberger.

Die Lage hat sich verkompliziert

Doch in den vergangenen Tagen hat sich die Lage verkompliziert. „Anders als erwartet ist er nicht mehr Spieler von Hellas Verona. Da hätten wir uns nämlich gute Chancen auf eine Verpflichtung ausgerechnet. La Spezia Calcio hat aber eine Option gezogen, weshalb er ihnen gehört“, erklärt Kreissl.

Er fügt hinzu: „Es gibt wieder neue Ansprechpartner und das macht die Sache schwierig für uns.“ Die Verantwortlichen des Serie-B-Klubs sind eben erst aus dem Urlaub zurückgekehrt. Sogar die Kommunikation per E-Mail stellt sich aktuell als fast unmöglich heraus.

Dabei bräuchte der SCWN zumindest eine Verlängerung der Trainingserlaubnis des Wieners. Diese ist nämlich abgelaufen.

"Derzeit lachen wir noch"

„Es ist mühsamer, als einen Spieler aus Österreich zu verpflichten“, so Kreissl. Und es klingt wie eine krasse Untertreibung, wenn er das sagt.

Natürlich nage die Angelegenheit hin und wieder an den Nerven. „Aber der Pichi ist ein sehr lustiger und humorvoller Mensch. Derzeit lachen wir noch – hoffentlich bleibt das auch so und wir lachen am Schluss über einen Vollzug.“

Außerdem: „Wir sind zäh in Wiener Neustadt, das beweisen wir sportlich schon lange und das wollen wir auch in diesem Fall beweisen.“

Plan B schon vollzogen

Immerhin ist ein Engagement des langjährigen Italien-Legionärs ja schon seit dem Winter ein Thema. Damals wollte es mit einer Verpflichtung aber doch nicht klappen.

Kreissl hat aus dieser Erfahrung gelernt: „Wir haben schon im Winter stark auf die Karte Pichlmann gesetzt und in letzter Sekunde ist es dann doch nichts geworden. Wir wollten nicht, dass uns das wieder passiert.“

„Also haben wir unseren Plan B schon vollzogen“, erläutert der Manager. Plan B heißt David Witteveen. Der 28-Jährige hat für eine Saison plus Option auf Verlängerung beim Bundesliga-Klub unterschrieben.

Das heißt aber freilich nicht, dass man sich nicht weiterhin intensiv um Pichlmanns Freigabe bemüht. „Wir glauben weiterhin daran, dass er zu uns kommt“, sagt Kreissl. Der Geduldsfaden hält.


Harald Prantl

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